Der Ratskeller in München schließt Ende des Jahres. Die Grünen schlagen eine kulturelle Nutzung vor. Ein Konzept für junge Menschen soll entwickelt werden.
München – Ende des Jahres ist Zapfenstreich: Der legendäre Ratskeller unter dem Rathaus in München schließt zum 31. Dezember. Grund ist unter anderem die anstehende Sanierung des Rathauses. Aber auch die Küche im Ratskeller selbst muss offenbar saniert werden. Ideen für eine neue Nutzung gibt es zuhauf, eine Bar, ein Mittagstisch für Senioren oder ein Rock-Club. Nun melden sich die Grünen im Rathaus mit einem neuen Vorschlag zu Wort. In einem Antrag fordern sie, dass der Ratskeller als städtischer Club oder Kulturraum genutzt werden soll.
Ratskeller-Aus in München: Gewölbe im Untergeschoss und Küche müssen saniert werden
Die Gewölbe im Untergeschoss des Rathauses und vor allem die dortige Küche bräuchten laut Grünen dringend eine Generalsanierung. Der derzeitige Pächter will das nicht mehr stemmen und sich Ende 2025 zurückziehen. Vor 2032 wird allerdings nicht mit den Arbeiten zur Rathaus-Sanierung begonnen. Diese sechs Jahre müsse die Stadt unbedingt nutzen, bevor im Ratskeller tatsächlich die Handwerker anrücken.
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Das traditionsreiche und denkmalgeschützte Gewölbe böte eine fantastische Kulisse für kulturelle Nutzungen. Anders als beim bisherigen Ratskeller würde die Kücheneinrichtung für einen Club auch nicht benötigt, die Räume könnten weiter bespielt werden. Möglich seien nicht nur Partys, sondern auch Konzerte, nicht-kommerzielle Veranstaltungsformate und Platz für Kulturschaffende. Wichtig sei der Fraktion, dass es ein Ort für junge Münchner und Kulturschaffende werde. Deswegen soll die Stadt ein Konzept erarbeiten, wie der Rathaus-Club gemeinsam mit Kollektiven entwickelt werden kann.
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Ratskeller-Aus in München: Jahrelangen Leerstand könne und wolle sich die Stadt nicht leisten
„München braucht mehr Platz für junge Menschen“, sagt Grünen-Vize Clara Nitsche. „Und warum dann nicht gleich direkt im Rathaus?“ Einen jahrelangen Leerstand, noch dazu eines denkmalgeschützten Gewölbes, das könne und wolle sich die Stadt nicht leisten. „Stattdessen kann hier ein Ort entstehen, an dem Kreativität und Kultur gelebt werden – und natürlich auch gefeiert wird.“