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Der ASC-Geretsried hat in letzter Zeit immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Der Fußball soll nun eine starke Stimme bekommen. Aus diesem Grund gründeten sechs örtliche Vereine die Interessengemeinschaft Geretsrieder Fußballclub.
Geretsried – „Es besteht absolut die Notwendigkeit, dass der Fußball in Geretsried eine starke Stimme bekommt.“ Das sagte Wolfgang Werner, Sportreferent des Stadtrats, bei der Gründung der Interessengemeinschaft Geretsrieder Fußballclubs (IGF). „Und der Zeitpunkt ist jetzt genau richtig, um ein erstes Ausrufezeichen zu setzen“, ergänzte Werner. Zurzeit wird der Flächennutzungsplan für Geretsried neu aufgestellt. Und dazu will die IGF den Bedürfnissen des Fußballsports in Geretsried rechtzeitig Gehör verschaffen.
An (Platz-)Problemen mangelt es den Fußballvereinen nicht. Im Isarau-Stadion könnte man für die maroden Umkleidekabinen womöglich bald Denkmalschutz beantragen (wir berichteten). Der ASC Geretsried hingegen würde solche Zustände derzeit vermutlich gerne in Kauf nehmen, wenn er dafür in seiner Heimatstadt spielen dürfte: Der Aufsteiger in die A-Klasse absolviert seine Heimspiele bekanntlich in Ascholding. Heimatlos, das Schicksal könnte bald auch dem FC Geretsried drohen. Wenn die S-Bahn-Verlängerung kommt, sind die Fußballplätze auf der Böhmwiese Geschichte – was bedeutet, dass außer dem FC auch der ASC und der TuS Geretsried ein Trainingsgelände verlieren. Ersatz ist nicht in Sicht. „Wir fordern: Keine Bebauung der Böhmwiese, ohne Ersatz für die Sportplätze zu schaffen“, hebt Wolfgang Möckl, Zweiter Vorstand der Fußball-Freunde Geretsried, hervor. Um sich im Stadtrat besser Gehör verschaffen zu können, haben die Vereine auf Anregung von Sportreferent Werner die IGF gegründet. Zuvor hatten sich Vertreter des TuS, der Fußball-Freunde, des FC, des ASC, von Olympic sowie des SC Gelting schon zweimal bei Arbeitstreffen Gedanken gemacht. Deshalb war der formelle Teil der Gründung per Handzeichen schnell und einstimmig erledigt. Das vorrangige Interesse galt der Frage: Wie kriegen wir die Platzprobleme in den Griff? „Die Sportstätten müssen mit dem Wachstum der Bevölkerung einhergehen. Es geht darum, Sportstätten zu schaffen und zu erhalten“, formulierte Norbert Junius als Ziel der IGF.
„Die Vereine wachsen durch den permanenten Zuzug“, sagte Wolfgang Möckl., weshalb der Bedarf in Zukunft vermutlich zunehmen wird. Derzeit sind in den sechs Klubs rund 750 Fußballer aktiv, die meisten davon Kinder und Jugendliche. Wenn die Bevölkerung der größten Stadt im Landkreis bis im Jahr 2036 auf die prognostizierten 36 000 Einwohner ansteigt, muss man davon ausgehen, dass die Zahl der Fußballspieler dann vierstellig ist.
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Als nächster Schritt soll ein „Arbeitskreis der Sportplätze“ beantragt werden – ähnlich wie beim Hallenbad und beim Eisstadion –, bei dem „die IGF dann mit am Tisch sitzt“ (Werner). Nur eines sei mit der Interessensgemeinschaft sicher nicht bezweckt: „Die IGF sollte nicht die Vorstufe für einen großen Geretsrieder Fußballverein sein“, machte Sportreferent Werner deutlich. So eine Idee sei ein „Milchmädchenvorschlag“ und reines „Wunschdenken“.
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