VonDoris Schmidschließen
Noch bis einschließlich 1. September laufen die Revisionsarbeiten im interkommunalen Hallenbad in Geretsried. Ein Ortstermin.
Geretsried – Neben roten und weißen Wimpeln hängen im interkommunalen Hallenbad derzeit rot-weiß gestreifte Absperrbänder. Das Wasser aus den Becken wurde abgelassen, die Bänder sollen verhindern, dass man dem Beckenrand zu nahe kommt. Grund dafür sind Revisionsarbeiten, die noch bis einschließlich 1. September durchgeführt werden. Ein Ortstermin.
Interkommunales Hallenbad: Das wird alles bei der Revision erledigt
Die Tür zum Bad steht offen. Aber ein dort platzierter Aufsteller mit Hinweis auf die Instandhaltungsmaßnahmen versperrt den Zugang. Drinnen herrscht auch ohne Badebetrieb reges Treiben. Gummistiefel, Dampfstrahler und Schrubber stehen parat, um die Böden in den Edelstahlbecken zu reinigen. Das Team um Betriebsleiter Emanuel Coatti hat sich für diesen Tag das Lehrschwimmbecken vorgenommen. Auch die Umkleiden stehen heute auf dem Programm.
Bereits am ersten Ferienwochenende wurde das Wasser abgelassen. „Bei den beiden großen Becken dauert es zwei bis drei Tage, bis sie leer sind“, sagt Coatti. Das Schwimmerbecken ist das größte und fasst 700.000 Liter Wasser. „Wir hatten überlegt, aus Energiespargründen das Wasser nicht komplett abzulassen“, ergänzt der Fachangestellte für Bäderbetriebe. „Aber der Hubboden muss einmal im Jahr gewartet werden.“ Und dafür muss das Wasser raus.
Bad seit Ende Juli für Revision geschlossen
Die Revisionsarbeiten, die in erster Linie aus Sicherheitsgründen und zur Werterhaltung gemacht werden, sind umfangreich und nicht innerhalb von wenigen Tage machbar. Deshalb ist das Bad bereits seit Ende Juli geschlossen. Sofern notwendig, sind für die Wartung auch Fachfirmen im Einsatz, die nacheinander ihre Arbeiten erledigen. Dazu kommt die Behebung von kleinen Baumängeln, die sich erst im laufenden Betrieb gezeigt haben.
Wenn wir früh anfangen, das Bad zu pflegen, dann hat die Bevölkerung länger etwas davon.
Ein Beispiel: Sämtliche Kunststoffclips an den Einströmrinnen in den Böden der drei Becken mussten ausgetauscht werden. „Die haben nicht so gehalten, wie wir uns das gewünscht haben“, berichtet der gebürtige Ravensburger. Dadurch wurden die Rinnen an machen Stellen nach oben gedrückt und stellten eine Verletzungsgefahr für Badegäste dar. Durch die breite, etwas eingetrübte Glasfront fallen Sonnenstrahlen. „Die Scheiben müssen mal gemacht werden“, sagt der Betriebsleiter. „Das sind Sachen, wofür man Zeit braucht.“
Im Keller befindet sich das technische Herz des Hallenbads. Dort werden aktuell die Filteranlagen außer Betrieb genommen, überprüft und nach Bedarf Material erneuert. „Wenn wir die Becken leer laufen lassen, sollte auch in den Filtern kein Wasser mehr drin stehen“, ergänzt der 29-Jährige. Zur Revision gehört zudem die Leerung, Öffnung und Reinigung der Überlaufsammelbehälter und der Spülwasserbehälter durch eine Spezialfirma, die in diesen Tagen anrückt. Durch ein rundes Fenster mit Plexiglasscheibe lässt sich feststellen, ob sich dort Dinge angesammelt haben, die eigentlich nicht ins Becken gehören. „Zum Beispiel Taucherbrillen, Haare und Kaugummis“, zählt Coatti auf. Nach einem Jahr Betriebszeit haben sich zwischen der Scheibe und der Mauer Ablagerungen gebildet, die entfernt werden müssen. Der zum Lehrschwimmbecken gehörende Spülwasserbehälter ist übrigens leicht zu erkennen. Dort haben sich bunte Nudelreste und weiße Styroporkügelchen an der Scheibe abgelagert. „Die Kinder beißen gern mal in die Schwimmnudeln“, erklärt Coatti grinsend.
die Chlorgasanlage wird gewartet und gereinigt, ebenso alle dazugehörigen Anlagenteile für die Beckenwasseraufbereitung. Und um das Material zu schonen, werden die Leitungen, durch die während des Betriebs Schwefelsäure fließt, im Zuge der Revision mit Wasser gespült.
Wassertemperatur wird von 28 auf 26 Grad gesenkt
Apropos Wasser: Wenn die Becken wieder voll sind, wird der Inhalt beprobt. Diese Untersuchung dauert zehn Tage. „Das muss man noch mit drauf rechnen“, sagt der Betriebsleiter. Dabei wird überprüft, ob alle Werte stimmen. In Deutschland würden sehr hohe Ansprüche an Hallenbäder gestellt. „Das Wasser hat Trinkwasserqualität“, so Coatti. „Ohne Chlor ist es wie Leitungswasser.“ Aus Energiespargründen wird die Wassertemperatur in den beiden großen Becken ab September von 28 auf 26 Grad gesenkt.
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Knapp fünf Wochen dauert die erste große Revision des Schul- und Sportbads. In den Augen einiger Kritiker eine ganz schön lange Zeit. „Wenn wir früh anfangen, das Bad zu pflegen, dann hat die Bevölkerung länger etwas davon“, meint Coatti. „Und das größte Aushängeschild eines Bads ist die Hygiene.“
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Das interkommunale Hallenbad an der Adalbert-Stifter-Straße 22 ist noch bis einschließlich Donnerstag, 1. September, geschlossen. Ab Freitag, 2. September, gelten wieder die gewohnten Öffnungszeiten.
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