VonJannis Gogolinschließen
Bis 2028 will Icking energieautark sein. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates lehnte dieser jedoch eine PV-Anlage an der B11 ab. Der Umweltausschuss soll das Thema vertiefen.
Icking – Icking will mehr erneuerbare Energien. Das wurde in der Bürgerversammlung Ende September ebenso deutlich wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Denn die Kommune hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2028 will sie ihren kompletten Energiebedarf selbst decken – und das nur mit erneuerbaren Energien. Der Vorsatz ist somit klar, der Weg dahin bisher noch nicht.
Das „Isartal opfern“ für mehr Photovoltaik? Ickinger Gemeinderat uneinig
Besonders umstritten: eine mögliche solare Baupflicht. Ein Bürgerantrag verpflichtete das Gremium, sich mit dem Thema zeitnah zu befassen. „Es ist in unser allen Interesse, dass Icking mehr PV-Anlagen hat“, unterstrich Julian Chucholowski (SPD). „Aber wir müssen herausfinden, ob das rechtlich überhaupt machbar ist. Und bevor wir jetzt schnell einen Antrag für eine Baupflicht ablehnen, sollten wir das im Umweltausschuss oder einer eigenen Sitzung behandeln.“ Zuspruch bekam Chucholowski von seinem Amtskollegen Dr. Georg Linsinger (Unabhängige Bürgerliste Icking/UBI). „Das Thema ist zu wichtig, als dass wir eine Baupflicht auf der jetzigen Basis ablehnen.“ Dieses Meinungsbild spiegelte sich im nächsten Beschluss wider: Einstimmig gaben die Bürgervertreter das Thema an den Umweltausschuss weiter. „Dafür ist er ja da“, sagte Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI).
Photovoltaik in Icking: „Wir wissen alle, dass wir Gas geben müssen“
Der nächste Punkt auf der Tagesordnung: wieder Solarkraft – diesmal aber auf Freiflächen. „Wir wissen alle, dass wir Gas geben müssen“, verdeutlichte Linsinger die aktuelle Situation. „Und unseren Stromverbrauch darf man ruhig sehen.“ Im gleichen Atemzug stellte er einen Beschlussvorschlag seiner Fraktion vor – ein Kriterienkatalog für zukünftige PV-Anlagen. Diesen lehnte die Mehrheit des Rats jedoch ab. Dr. Jörg Überla (Grüne) monierte fehlende Details. Seinen Vorschlag, die Beschlussvorlage der UBI solle im Umweltausschuss bearbeitet werden, nahm der Gemeinderat an.
Neue Freiflächenanlage an der B11 möglich - Gemeinderat lehnt ab
Die Solarkraft bestimmte auch die Diskussion über einen Antrag der Ickinger Initiative Der Hintergrund: Die Gemeinde erreichte ein Angebot für den Bau einer 4,5 Hektar großen PV-Anlage an der B11. Wie berichtet hat der Gemeinderat die Entscheidung dazu vertagt. Die Ickinger Initiative plädiert dafür, das Angebot abzulehnen. Vigdis Nipperdey: „Wir dürfen das nicht mit allen Mitteln realisieren und das Isartal dafür opfern. Erneuerbare Energien sind kein Heilsbringer.“ Im Antrag ist unterstrichen, dass besagtes Grundstück zu den „schönsten, landschaftlich exponierten Flächen in unserer Gemeinde“ gehört. Nipperdey: „Wenn wir solche Anlagen haben wollen, müssen wir die Initiative ergreifen.“
Gemeinderat hofft auf höhere Rentabilität von Solarkraft
Ihr Fraktionskollege Dr. Otto Güllich sekundierte: „Je rentabler die Solarenergie wird, desto mehr Flächen werden für uns verfügbar, bei denen es nicht so schade wäre.“ Abwarten halte er für eine gute Idee. Derselben Ansicht war Matthias Ertl (Wählergemeinschaft). „Wenn es sich rentiert, machen es die Leute, ohne dass man sie verpflichtet.“ Deswegen sei er auch gegen eine solare Baupflicht. Die Beschlussvorlage der Ickinger Initiative wurde zwar abgelehnt – aber der Umweltausschuss wird das Thema PV-Freiflächenanlage vertieft diskutieren.
