VonJannis Gogolinschließen
Bürgermeisterin Reithmann informierte bei der Bürgerversammlung über die Pläne der Gemeinde. Außerdem debattierten die Anwesenden über die Stromversorgung Ickings.
Icking – Wie bereits in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats (wir berichteten) stand auch in der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Ickinger Rathaus ein Thema im Mittelpunkt der Diskussionen: die Solarenergie – und wie man sich die in der Isartalgemeinde zu nutzen machen könnte.
Antrag erfolgreich: PV-Baupflicht kommt in den Gemeinderat - zeitnahe Entscheidung nötig
„Photovoltaik, was ist da euer Gefühl?“, fragte Bürgermeisterin Verena Reithmann (Unabhängige Bürgerliste Icking) die gut 30 Anwesenden im Sitzungssaal, um sich ein Stimmungsbild machen zu können. „Uns geht es da nicht um ein einzelnes Projekt, sondern um die Erstellung von Richtlinien“ erklärte Reithmann die Marschroute der Gemeinde – und legte den Entwurf eines Kriterienkatalogs vor.
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Deckung des Eigenbedarfs erklärtes Ziel der Gemeinde
Die anschließende Debatte offenbarte, dass die große Mehrheit im Sitzungssaal des Rathauses Photovoltaik-Anlagen begrüßt – mit Blick auf den Grundstücksverbrauch von Freiflächenanlagen allerdings nicht vorbehaltlos. Reithmann informierte die Bürger über den Status quo: Der jährliche Stromverbrauch der Gemeinde betrage rund 38 Millionen Kilowattstunden. „Wir würden 38 Hektar PV-Anlagen brauchen, um die Gemeinde vollständig mit Solarstrom versorgen zu können.“ Mit dem bereits bestehenden Solarpark im Ortsteil Walchstadt, dem geplanten in Attenhausen und einem weiteren möglichen Standort an der nördlichen Grenze Ickings nach Ebenhausen mit knapp 4,6 Hektar kämen insgesamt elf Millionen Kilowattstunden Strom zusammen. Laut Reithmann ist die klare Zielsetzung des Gemeinderats, „zukünftig den eigenen Bedarf selbst zu decken“. Das fand in der Bürgerversammlung großen Anklang.
Windkraft als Alternative zu PV-Freiflächenanlagen: „Sinnvolle Ergänzung“
„Und was ist mit der Windkraft?“, fragte eine Bürgerin. Reithmann hält sie „für eine sinnvolle Ergänzung“ zur Solarenergie. Der Bau von Windkraftanlagen sei jedoch in ihren Augen eher ein überregionales Thema, sie betonte aber die Bedeutung dieses Energieträgers: „Mit einem Windrad könnten wir soviel Strom gewinnen wie mit 20 Fußballfeldern Photovoltaik.“ Über mögliche Windparks in der Isartalgemeinde müsse man sich – wenn – mit dem Planungsverband Region Oberland beraten.
Energiegenossenschaft Icking auch vor Ort: Förderung von Solarenergie „bürgernah und beteiligend“
Unterstützung hinsichtlich des Baus von PV-Anlagen auf privaten Hausdächern bekam die Bürgermeisterin am Donnerstagabend von Johannes Voit. Der Zweite Vorstand der vor wenigen Tagen gegründeten Energiegenossenschaft Icking-Isartal berichtete von „viel Verunsicherung und offenen Fragen“ und betonte den „akuten und großen Handlungsbedarf“. Darum wolle die Energiegenossenschaft die Bürger über Solaranlagen, Heizungen und Strom aufklären und beraten – „um bürgernah und beteiligend Solarenergie auf Dächern und Flächen zu fördern“.
Bürgerantrag: „Solare Baupflicht nur für angemessen“
In dieselbe Kerbe schlug Dr. Beatrice Wagner, die Wert auf die Feststellung legte, als Vorsitzende des Ortsverbands des Bund Naturschutz zu sprechen – nicht als Vorsitzende der Ickinger SPD. Wagner stellte den Antrag, dass der Gemeinderat zeitnah über eine PV-Pflicht für private Bauherren entscheiden soll: „Ich halte eine solare Baupflicht nur für angemessen.“ Der Antrag wurde mit 13:9 Stimmen befürwortet – das Thema muss nun binnen drei Monaten auf der politischen Tagesordnung stehen.
Bundesverordnung: Keine Ickinger Adventsbeleuchtung
Wagners zweiten Antrag – eine deutliche Reduzierung der Weihnachtsbeleuchtung – nahm Reithmann vorweg. „Wir als Gemeinde haben dieses Jahr gar keine Adventsbeleuchtung vorgesehen.“ Solche und andere Maßnahmen zur Energieeinsparung hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) mit der Ausrufung der „Alarmstufe des Notfallplan Gas“ im Juni vorgegeben.
Großflächiger Stromausfall möglich: Bürgermeisterin rät zu Aufmerksamkeit und Vorsorge
Zuletzt richtete die Rathauschefin noch warnende Worte an die Anwesenden: „Ich will das nicht als Panikmache verstanden wissen, aber ein Black-Out ist möglich.“ Reithmann: „Ich rate zu besonderer Aufmerksamkeit und privater Vorsorge.“
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