Hege- und Naturschau

Jäger fühlen sich bei Wildschweinen allein gelassen

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Bei der Hegeschau begutachten (v.l.) Hans Betz von der unteren Jagdbehörde, Kreischef Gerhard von Hößlin und Kreisjagdbeauftragter Rainer Grüter die Trophäen.
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Bei der Hege- und Naturschau der Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands (BJV) präsentieren viele Jäger geschossene Trophäen.

MammendorfDass es dieses Jahr schwieriger war, die begehrten Böcke zu schießen, lag nicht an ihrer Seltenheit, sondern daran, dass die verordnete Jagd auf Schwarzwild – also auf Wildschweine – mit großem, zeitlichen Aufwand verbunden ist. Daher war das Schwarzwild bestimmendes Thema der Hegeschau.

Gastreferent war heuer Thomas Schreder, Vorsitzender der Jagdgruppe Erding und promovierter Biologe. Er findet, dass die Jäger allein gelassen werden mit der Regulierung des Wildschweinbestandes. Denn vor allem wegen der drohenden Gefahr durch die afrikanische Schweinepest sollen sie die Wildbestände gering halten. Deshalb braucht es laut Schreder „ein gemeinschaftliches Konzept von Landwirtschaft, Behörden und Jägern, um der Aufgabe Herr werden zu können“.

Schreder weiß, dass der Jäger heutzutage keinen guten Ruf mehr genießt und deshalb sieht er eine besondere Wichtigkeit in den regelmäßigen Hege- und Naturschauen. „Die Öffentlichkeit soll fachlich informiert werden, was wir Jäger eigentlich machen“, sagte der Bezirksvorsitzende von Oberbayern. Außerdem forderte er – wenn nicht gar ein Umdenken – zumindest eine erneute Diskussion über das Thema „Wald vor Wild“. Denn das Streitthema zwischen Jägern und Förstern um die Prioritäten im Schutz der heimischen Wälder und Wildbestände bleibt bestehen.

Schreder ging auch auf den Wolf ein: Er ist wieder zurück in Deutschland – und in Bayern gibt es sogar schon drei Rudel. Doch die Bedrohung sieht Schreder eher gering. „Ich denke, die ziehen höchstens durch, aber bleiben nicht in der Nähe des Menschen.“

Laut Kreischef Gerhard von Hößlin gibt es im Landkreis 700 Jagdscheininhaber, davon sind 360 im BJV organisiert. Alle zusammen haben im vergangenen Jahr so viel Wild erlegt wie noch nie. 45 Tonnen Fleisch kam zusammen. Das liegt auch an der hohen Abschussquote für Schwarzwild, denn es wurden 687 Wildschweine erlegt, so der Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde, Hans Betz. Kreisjagdberater Rainer Grüter berichtete noch, dass Jäger im vergangenen Jahr 689 Rabenkrähen geschossen hatten. 

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