VonChristiane Mühlbauerschließen
Mit Optimismus die Dinge anpacken, um das Leben lebenswert zu machen und Spaß am Umweltschutz zu haben: So lässt sich das neue Jahresprogramm des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) zusammenfassen. Neben vielen Veranstaltungen wird es erstmals eine Jugendkonferenz geben.
Benediktbeuern – Rund 17 000 Kinder und Jugendliche sowie 9500 Erwachsene besuchten 2018 eine Veranstaltung im Rahmen des Umweltbildungsprogramms des ZUK. Die Besucherzahlen von 2019 werden gerade ausgewertet. Rektor Pater Karl Geißinger sowie die Bildungsreferenten wissen jedoch, welche Veranstaltungen stets ein Renner sind und wo neue Themen gefragt sind. Folglich ist das Jahresprogramm 2020 eine Mischung aus Altbewährtem und neuen Formaten.
Im Kern geht es um Umweltschutz und Schöpfungsverantwortung. Das ZUK liegt damit ganz im Trend der Zeit, denn viele Menschen versuchen, nachhaltiger zu leben. Wie das geht und vor allem, was sinnvoll ist und welche Erfahrungen man dabei sammelt, wird das ZUK in einer neuen Reihe thematisieren.
Umweltschutz und Schöpfungsverantwortung im Mittelpunkt
Unter dem Titel „Gemeinsam klimagerecht handeln für Lebensqualität“ gibt es bis Juli fünf Themenabende, die einmal im Monat stattfinden und die man entweder im Paket oder aber auch einzeln besuchen kann. Start ist am 26. März mit dem Thema Ernährung, dann geht es weiter mit privater Mobilität, dem Bereich „Urlaub, Freizeit, Sport“ und dem „sonstigen Konsum“ (über Möbel, Kleidung, Waschmittel und ähnliches). In der letzten Veranstaltung wird über Bauen, Wohnen und Strom gesprochen. Zu Gast sind jeweils Fachleute aus der Region, die mit den Teilnehmern diskutieren. „Es geht hier darum, Informationen zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen, um dann mit effektiven Maßnahmen das eigene Verhalten im Alltag zu verbessern“, sagt Martin Blösl, Bildungsreferent und Leiter dieser Reihe.
Neu: Reparatur-Café ab März
Neu ist auch ein Reparatur-Café („Repair-Café“), das am 27. März im Energiepavillon startet. Das ZUK will hier ein Zeichen setzen gegen die Wegwerf-Mentalität. „Man schätzt Gegenstände mehr, wenn man sie selbst repariert hat“, sagt Referent Florian Schuster. Bei den vier Themennachmittagen stehen jeweils Holz, Textilien, Elektronik und Metall im Mittelpunkt. Experten – etwa eine Schneidermeisterin und ein Schreiner – sind mit von der Partie. Die Besucher müssen natürlich mitarbeiten. „Es ist keinesfalls so, dass man die Dinge bringt und zwei Stunden später repariert wieder abholt“, sagt Schuster.
Unter dem Motto „Future now“ wird es in Benediktbeuern erstmals eine Jugendkonferenz geben, und zwar vom 9. bis 11. Oktober. Angesprochen sind junge Erwachsene zwischen 16 und 27 Jahren, die sich darüber austauschen und Projekte entwickeln wollen, wie man das Leben auf der Erde konkret vor Ort nachhaltig gestalten kann. Vom 27. bis 29. März findet ein Vorbereitungswochenende statt (Anmeldeschluss: 16. März). „Ein Ziel ist, jungen Menschen und ihren Themen Gehör zu verschaffen“, sagt Leiterin Doris Linke. Es werden auch Politiker und Wissenschaftler zur Diskussion geladen.
Neue Jugendkonferenz unter dem Motto „Future now“
Im neuen ZUK-Programm, das heuer unter dem Motto „Aktiv für morgen“ steht, finden sich natürlich auch „bewährte Klassiker“ wie Fledermaus- und Vogelbeobachtungen und der Sensenmähkurs. Auch die Vater- beziehungsweise Mutter-Kind-Wochenenden in der Selbstversorgerhütte am Kochelsee werden sehr gut angenommen. Beliebt sind auch Touren aller Art auf der Loisach. Diese finden in einem „ökologisch vertretbaren Abschnitt statt“ sagt Florian Schuster mit Blick auf die Isar-Verordnung. „Es geht uns darum, die Artenvielfalt und Renaturierungsmaßnahmen zu zeigen.“
Die meisten Angebote des ZUK seien „stark erlebnisorientiert“, sagt Rektor Pater Karl Geißinger. „Kindern und Erwachsenen geht das Herz auf, wenn sie in der Natur sind und eine Beziehung zu ihr finden.“ Selbst wenn es so scheine, dass in der Region alles in Ordnung sei, trüge dieser Eindruck: „Auch wir beobachten ein Artensterben und die Auswirkungen des Klimawandels“, sagt der Rektor. „Die Natur zieht sich immer mehr zurück.“ Es sei wichtig, dass sich der Mensch als Bestandteil der Schöpfung sehe und Verantwortung für diese übernehme. „Wir wollen in der Region für die Region etwas tun.“
Um das Spannungsfeld mit der Landwirtschaft zu diskutieren, wird das ZUK am 21. November erstmals zu einem Landwirtschaftstag einladen. Unter dem Motto „Artenvielfalt im Grünland: Wie kann das gelingen?“ wird es zahlreiche Diskussionsrunden geben.
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