Schneewanderungen in Bad Tölz

Aufwärtstrend beim Winterwandern

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Auf dem Berg die Aussicht genießen: Diese Wanderer machen Rast auf dem Weg zum Blomberg.
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Die einen hadern, die anderen handeln. Während manche Skifahrer auf genug Schnee warten, haben andere umdisponiert.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Schnee ließ und lässt heuer im Landkreis auf sich warten. Mittlerweile kann man auf den höheren Hängen am Brauneck Ski fahren – mehr geht aber noch nicht. Doch etliche Wintersportler haben nun umdisponiert und genießen die alpine Winterlandschaft stattdessen beim Wandern. Viele Berge der Region sind sind durchzogen von gut präparierten Winterwanderwegen, auf denen es sich bequem durch den nicht ganz so tiefen Schnee stampfen lässt.

Die Gastronomie-Betriebe und Hütten-Wirte freuen sich über den Trend dieser Saison. So auch Siegfried Zauner, der Inhaber des Herzogstandhauses: „Man merkt dieses Jahr deutlich, dass das Winterwandern zum Trend wird. So viel wie heuer war um diese Zeit noch nie los“, sagt er. Der Weg zum Herzogstandhaus wurde für diese Zwecke geräumt. „Das hat sich rumgesprochen und wird sehr gut angenommen“, so der Gastronom.

Etwa 300 Wanderer täglich 

Zirka 300 Wanderer sind laut Zauner täglich auf dem Weg anzutreffen. „Die wenigen geöffneten Skipisten sind recht überfüllt. Daher gehen viele Skifahrer auch gerne mal so auf den Berg“, erklärt er. Bis einschließlich 6. Januar ist das Herzogstandhaus noch geöffnet. Ab dann nur noch an den Wochenenden.

Auch der Wirt vom Blomberghaus, Helmut Ginhart, beobachtet die wachsende Popularität des Winterwanderns. „Wir merken das schon seit paar Jahren, die Tendenz ist aber stark steigend.“ Vor allem bei guten Wetter freue sich der Wirt über ein „volles Haus“ mit hungrigen Winterwanderern.

Verlockende Strecke für Wanderer in Lenggries

Ähnlich sieht das bei der Lenggrieser Hütte aus. Wirt Florian Durach sagt: „Man merkt einen Anstieg der Gästezahlen ganz klar, sobald keine optimalen Skiverhältnisse sind.“ Die Fahrstraße zur Hütte wird im Winter gewalzt. „Das ist für Wanderer dann natürlich eine verlockende Strecke.“ Bis Mai hat der Wirt seine Lenggrieser Hütte von Mittwoch bis Sonntag geöffnet.

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Der Tölzer Alpenvereins- Vorsitzende Paul Schenk weiß, welche Routen sicher sind und worauf einer Winterwanderung zu achten ist. Für Familien mit Kindern empfiehlt er die Route Blomberg Richtung Zwiesel oder Heigelkopf. „Diese Touren sind gut gehbar und haben den Vorteil, dass man jederzeit auch per Bahn wieder runterfahren kann.“ Ansonsten rät er: „Mindestens knöchelhohe und wasserdichte Wanderschuhe anziehen, immer eine Stirnleuchte mitnehmen und gegebenenfalls auch Grödel und Gamaschen dabei haben.“

„Immer auf das Bauchgefühl hören“ 

Willi Härtle, stellvertretender Bereitschaftsleiter der Bergwacht Lenggries, kennt auch die Gefahren des neuen Trends. „Man sollte als unerfahrener Winterwanderer zu schneelastige Gebiete eher meiden. Vor allem höher gelegene Schneefelder sind mit Vorsicht zu genießen.“ Ansonsten ist es laut Härtle wichtig, eine entsprechende Beleuchtung mitzunehmen. „Die Tage sind kürzer, und viele unterschätzen den Abstieg und die rasch einbrechende Dunkelheit.“ Weiter rät er, bei der Bekleidung auf das Zwiebelsystem zu setzen (hier trägt man mehrere Kleidungsschichten übereinander) und sich von den teils warmen Temperaturen im Tal nicht täuschen zu lassen. Ansonsten steht dem Winterspaß nichts im Wege. Man solle jedoch immer „auf das Bauchgefühl hören, und wenn es zu kritisch erscheint, lieber umkehren“. Eine familienfreundliche und angenehm leichte Route ist laut Härtle der Weg von Lenggries zur Denkalm. Grundsätzlich empfiehlt er, beim Winterwandern „südseitige Aufstiege“ zu wählen.

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