VonRoland Loryschließen
Vor einem guten Jahr wurde das Vorhaben bekannt. Gestern haben nun Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und der DB-Konzernbevollmächtigte für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, ihre Unterschriften unter den Planungsvertrag für den zweigleisigen Ausbau der Zugstrecke Murnau-Uffing gesetzt.
Murnau – Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern, will am Dienstag am Murnauer Bahnhof gerade mit seiner Rede beginnen, als eine automatische Durchsage einsetzt. Sie informiert über den Ersatzverkehr. Josel muss einen Moment warten, um ein paar Worte an die Anwesenden zur richten. Er und Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) unterzeichnen den Planungsvertrag für den zweigleisigen Ausbau zwischen Murnau und Uffing. Damit kann die DB mit den ersten Planungsschritten für den Ausbau der 5,6 Kilometer langen Strecke loslegen. „Das ist ein wirklich bedeutender Tag“, betont Josel. Allein die Vorplanung für den Ausbau schlägt mit rund 3,5 Millionen Euro zu Buche.
Eröffnungstermin noch unklar
Josel rechnet damit, dass diese Phase gut zwei Jahre dauern wird. Dann geht es an die Entwurfs- und Genehmigungsplanung samt Planfeststellungsverfahren. „Ich hoffe, dass wir wenig Einwände haben“, sagt der Konzernbevollmächtigte. Nicht ausgeschlossen sind Klagen, die das Ganze deutlich verzögern könnten. So gibt es am Murnauer Bahnhof auch keine Aussage, wann mit einer Eröffnung des zweiten Gleises gerechnet werden kann. Essenziell ist selbstredend der finanzielle Aspekt: „Der Bund muss dann auch das Geld bereitstellen“, macht Bernreiter deutlich.
Viele Jahre ist über den zweispurigen Ausbau gesprochen worden. Bahnfreunde fordern diesen seit einer halben Ewigkeit. Geld floss jedoch vor allem in den Straßenbau. Doch nun kommt tatsächlich Bewegung in die Sache. Mit dem zweiten Gleis sollen mehr Kapazität und Flexibilität auf der Strecke einhergehen. „Wir wollen einen verlässlicheren und besseren Zugverkehr im Werdenfels haben“, unterstreicht Josel. Nach dem Umbau können sich im zweigleisigen Abschnitt künftig Züge auf freier Strecke begegnen und müssen dort nicht mehr auf verspätete Gegenzüge warten. Das sorgt für einen pünktlicheren und stabileren Verkehr. Die Strecke ist bekanntlich gut frequentiert. „Und wir erwarten eine steigende Nachfrage“, sagt der Minister.
Josel verspürt „viel Rückenwind“
Die Deutsche Bahn wird in nächster Zeit auf die betroffenen Gemeinden zugehen, um Grundstücksfragen zu klären. Josel ist insgesamt optimistisch: „Wir haben, glaube ich, viel Rückenwind.“
Bernreiter hat noch eine Ankündigung im Gepäck: „Auf der stark frequentierten Strecke ins Werdenfels möchten wir perspektivisch zudem einen stündlichen Expressverkehr zwischen München und Garmisch-Partenkirchen einführen.“ Der zweigleisige Ausbau sei eine Grundvoraussetzung dafür.
Vor wenigen Jahren wurde bekanntlich in Riedhausen für teures Geld eine neue Unterführung für Radfahrer und Fußgänger gebaut. Kann die Konstruktion problemlos erweitert werden? „Da muss man was machen, aber man muss nicht komplett neu bauen“, sagt Philipp Ullmann, Leiter Betrieb Netz München bei der DB Netz AG.
Eine frohe Botschaft gibt es bei dem Termin noch für die Gemeinde Uffing: Die DB wird im Zuge der Arbeiten auch den dortigen Bahnhof barrierefrei ausbauen. Vizebürgermeister Josef Diepold (Wahlgemeinschaft Uffing) zeigt sich erfreut: „Die Gemeinde will das schon ganz lange.“
Auch interessant: Rufbus-freie Zone in Murnau bis Ende August?
