Kloster Benediktbeuern

Jung - und freiwillig für die Denkmalpflege aktiv

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Kümmerten sich um Denkmalpflege im Kloster und verstanden sich prächtig: (v. li.) Estefania Castillo Pinell, Maria Seyer und Franziska Prölß.
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Im Kloster Benediktbeuern können Jugendliche ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Denkmalpflege absolvieren. Das Angebot ist noch nicht bekannt. Zu Unrecht, finden drei junge Frauen.

Benediktbeuern – Wenn im Kloster vom Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder Ökologischen Jahr (FÖJ) die Rede ist, denkt man in erster Linie ans Zentrum für Umwelt und Kultur (dort gibt es sechs FÖJ-Stellen) sowie an das Aktionszentrum und die Jugendherberge (insgesamt sechs FSJ-Stellen). Relativ neu ist jedoch ein Angebot, das direkt ans Kloster selbst gekoppelt ist. In Zusammenarbeit mit der Jugendbauhütte Regensburg gibt es zwei FSJ-Stellen, deren Schwerpunkt auf Denkmalpflege liegt. Die dritte Stelle läuft im Rahmen des Bundesfreiwilligendiensts (Bufdi) direkt übers Kloster, ist jedoch eng mit dieser Denkmalpflege-Arbeit verknüpft. „Alle drei jungen Erwachsenen sind im und ums Kloster im Einsatz“, erklärt Hilmar Gries, der Verwaltungs- und Wirtschaftsleiter des Klosters.

Die Kooperation mit der Jugendbauhütte Regensburg besteht seit zwei Jahren. Wer sich für eine der beiden Stellen in Benediktbeuern interessiert, muss sich dort bewerben (und kann den Wunschort angeben). Das freiwillige Jahr für alle drei jungen Menschen beginnt Ende August und dauert zwölf Monate. Ähnlich wie ein Arbeitnehmer, haben die jungen Menschen auch Urlaubstage. Außerdem gibt es Seminare und Projekttage. Die Unterbringung erfolgt in einer Wohngemeinschaft im Kloster.

Handwerkliche Aufgaben im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen handwerkliche Aufgaben. Die Drei arbeiten zum Beispiel eng mit dem Benediktbeurer Kirchenmaler Markus Christl zusammen. „Wir haben bei der Restaurierung der beiden Turmzimmer geholfen, den Speisesaal der Salesianer mitumgebaut und die Figur des Heiligen Sebastian wieder aufbereitet“, berichtet Franziska Prölß, eine der drei Teilnehmerinnen im zurückliegenden FSJ-Jahr. „Im Laufe dieser Arbeit haben wir auch das Vergolden gelernt.“ Am meisten Spaß machte der 19-Jährigen jedoch die Arbeit im Turmzimmer. „Dort durften wir den Barockstuck freilegen, aber auch andere kleinere Aufgaben übernehmen, für die man selbst Verantwortung übernehmen durfte.“

In den vergangenen Monaten hätten sie alle einen umfangreichen Einblick in Restaurierungsarbeiten bekommen, berichtet die junge Frau. Auch Garten- und Hausmeistertätigkeiten standen auf dem Plan. Die 19-Jährige fand das alles sehr abwechslungsreich. „Wir haben viel Eigenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein gelernt“, sagt Franziska Prölß.

„Für die Stellen bekommen wir sehr gute Bewerbungen“, freut sich Verwaltungschef Hilmar Gries. Viele Interessenten wollten ins Handwerk hineinschnuppern oder planten ein Architekturstudium: „Dafür ist so ein freiwilliges Jahr eine gute Vorbereitung.“ Die Kontakte zur Jugendbauhütte hatte das Fraunhofer-Institut für Bauphysik vermittelt.

Zu diesem freiwilligen Jahr gehört auch, einmal in der Woche in der Klosterverwaltung mitzuarbeiten, um etwa Rechnungen zu sortieren und sich um Materialbeschaffung kümmern. Außerdem verbringen die Drei einen Nachmittag pro Woche im Klosterarchiv.

Bislang haben sechs junge Erwachsene diese besonderen Arbeiten im Kloster absolviert, die drei Neuen sind vor wenigen Tagen gestartet. Auch heuer sind es wieder nur Frauen. Das Kloster stellt allen jeweils einen Mentor zur Seite. Die jungen Erwachsenen haben ein eigenes Zimmer im Westflügel, angeschlossen an eine Wohngemeinschaft. Dafür gibt es Verhaltensregeln, Alkoholkonsum ist zum Beispiel tabu.

Jeden Morgen treffen sich alle – also auch von ZUK, Jugendherberge und Aktionszentrum – zum Gebet und für einen Morgenimpuls. Einmal in der Woche wird gemeinsam gekocht. „Uns ist wichtig, dass sich die Jugendlichen auch untereinander kennen und schätzen“, sagt Hilmar Gries.

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