Max Arsava und Trio „werken“

Junger Musiker aus Weilheim, ganz neue Klänge: „Gehört zum Originellsten, das in diesen Zeiten zu hören ist“

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Mal solo, mal im Trio, immer außergewöhnlich: Der aus Weilheim stammende, seit heuer in Berlin lebende Pianist Max Arsava.
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Spannende Zeiten für den Weilheimer Pianisten Max Arsava: Er wirkt auf zwei neuen CDs voller außergewöhnlicher Klänge mit und gibt am 10. Mai ein Solokonzert in der alten Heimat.

Weilheim/Berlin – Pianist und Komponist, das ist der gängige Teil der Berufsbezeichnung von Max Arsava. Der 27-jährige Neu-Berliner, der in Weilheim aufgewachsen ist, in der Bigband des Gymnasiums Feuer fing fürs Musikmachen und von den „local heroes“ Johannes Enders und „The Notwist“ geprägt wurde, fügt aber eine dritte Bezeichnung hinzu, die er mindestens ebenso ernst nimmt: Improvisator.

Für diese Musik gibt’s noch keinen Namen

Wie weit man es treiben und bringen kann mit der Improvisation, das zeigt das Trio „werken“, mit dem Arsava soeben das Album „kollektive verkabelung“ veröffentlicht hat: Gemeinsam mit der preisgekrönten Jazzsängerin Sarah Buchner und Klarinettist Sebastian Langer lässt er hier Musik entstehen, „für die es noch keinen Namen gibt und kaum eine Sprache, sie zu beschreiben“, wie der Publizist Berthold Seliger feststellt: „Es ist eine zärtliche, eine fragend sich vortastende Musik voller neuartiger Melodieentwürfe, Geräusche und faszinierender Einzelheiten.“

Das Trio „werken“ mit Pianist Max Arsava,  Sängerin Sarah Buchner und Klarinettist Sebastian Langer (v.l.).

Leicht konsumierbar sind sie nicht, diese Klänge. Von den Rezipienten sei „mutiges Hören und Sich-Einlassen“ gefordert, räumt Seliger ein. Doch entwickle das Trio „musikalische Möglichkeitsräume, die zum Feinsten, Originellsten und Spannendsten gehören, das in diesen merkwürdigen Zeiten zu hören ist“.

Bei neuer Jazz-CD mit Studienkollege Max Koch spielt noch ein Weilheimer mit

Näher am gewohnten Jazz ist eine zweite Neuerscheinung, auf der Arsava – der an den Musikhochschulen Würzburg und Weimar studiert hat und bereits vielfach ausgezeichnet wurde – zu hören ist: Er unterstützt einen früheren Studienkollegen, den Aschaffenburger Gitarristen Max Koch, auf dessen CD „Ten Bulls“. Max Hirth, der ebenfalls aus Weilheim stammt, spielt darauf Saxofon. Und am Schlagzeug sitzt der 80-jährige Bill Elgart, der für Arsava „ein wichtiger Lehrer war“.

Alles, was ihn bislang prägte, fließt wohl in den Solo-Klavierabend ein, den Max Arsava nächsten Mittwoch, 10. Mai, im Weilheimer Musik & Pianohaus Schwinghammer gibt: mit Kompositionen von Monk, Ellington oder Coleman – und mit reichlich Improvisation.

Das Solokonzert von Max Arsava

am Mittwoch, 10. Mai, beginnt um 19 Uhr im Weilheimer Musik & Pianohaus Schwinghammer. Der Eintritt ist frei, Reservierung per Mail an konzerte@musikhaus-schwinghammer.de. Info und Hörbeispiele zu den CDs unter www.maxarsava.com.

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