VonChristiane Mühlbauerschließen
Mit Rudi Mühlhans bewirbt sich der erste Kandidat offiziell ums Bürgermeisteramt in Benediktbeuern. Der 52-Jährige war schon vor fünf Jahren angetreten und damals Hans Kiefersauer knapp unterlegen.
Benediktbeuern – Die Nachricht, dass er zu einer Kandidatur bereit sei, verkündete Rudi Mühlhans am Freitag in einer Pressemitteilung. Die Entscheidung, bei einer Bürgermeisterwahl nochmals anzutreten, habe er schon im Winter mit seiner Familie besprochen, sagt Mühlhans auf Nachfrage unserer Zeitung. „Der plötzliche Tod von Hans Kiefersauer hat sehr viele Menschen im Dorf und auch die Mitglieder der Freien Bürgerliste Miteinander (FBM) sehr betroffen gemacht. Politische Meinungsverschiedenheiten spielen in so einer Situation keine Rolle mehr. Das Mitgefühl gilt seiner Familie“, schreibt Mühlhans eingangs in seiner Mitteilung.
Die FBM ist die jüngste Fraktion im Benediktbeurer Gemeinderat und wurde erst vor der letzten Kommunalwahl gegründet. Sie schaffte auf Anhieb fünf Sitze und damit fast so viel wie die Liste CSU/Benediktbeurer Mitte (sechs Sitze). Als Bürgermeisterkandidat unterlag Mühlhans aber Kiefersauer mit einer Differenz von 132 Stimmen. Im Gemeinderat ist er seither Familienbeauftragter.
Mühlhans soll in einer Nominierungsversammlung am Freitag, 3. Mai, um 20 Uhr im Gasthof Friedenseiche von der FBM aufgestellt werden. „Ich weiß, es ist das Wochenende mit dem Patronatstag am Sonntag. Aber terminlich ging es einfach nicht anders“, sagt Mühlhans. Wie berichtet, müssen die Kandidaten bis zum 9. Mai der Verwaltung vorliegen. Die Wahl findet am 30. Juni statt.
Was hat Mühlhans bewogen, wieder anzutreten? „Ich bin überzeugt, dass ich als Geschäftsführer eines Vereins mit 30 Mitarbeitern und einem Millionenumsatz wichtige Erfahrungen für dieses Amt mitbringe“, sagt der 52-Jährige. Mühlhans ist – nach wie vor – Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit in Geretsried und wird dort auch weiterhin arbeiten, wenn er die Wahl verlieren sollte. 2014 gingen im Dorf Gerüchte, er sei arbeitslos geworden. Angesprochen darauf, sagt Mühlhans, „habe ich im vergangenen Wahlkampf viel gelernt“. Er möchte dieses Mal „noch besser informieren, um Gerüchten wie diesen entgegenzutreten“. Offen zu kommunizieren, „auch mit meinen Kritikern“, sei ihm ein wichtiges Anliegen. Den Job als Bürgermeister vergleicht er mit der Mitgliedschaft in einem Orchester: „Man muss in der Lage sein, unterschiedliche Positionen einzunehmen: Man ist mal Dirigent, muss mal auf die Pauke hauen, ist mal der Flügelhornist und auch mal der Notenträger – alles zum richtigen Zeitpunkt.“
Wie berichtet, wird der neue Rathauschef bis 2026 im Amt sein. Der Gemeinderat wird hingegen erst bei der bevorstehenden Kommunalwahl 2020 neu gewählt. Dessen Sitzungen waren in den vergangenen Jahren nicht immer konfliktfrei. „Wir sind ein gutes Gremium mit vielen Kompetenzen“, sagt Mühlhans dazu. Er möchte diese „mehr einbinden, um ein stärkeres Miteinander zu entwickeln“. Das sagt er auch in Bezug auf die Zusammenarbeit in der Verwaltungsgemeinschaft: „Da kann man noch einiges verbessern.“
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Mühlhans studierte Sozialpädagogik, ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Mit seiner Frau Christine Schwarm, die für die mobile Jugendarbeit im Loisachtal zuständig ist, betreute er in den vergangenen Jahren auch insgesamt 16 Pflegekinder.
Was will er machen, wenn er Bürgermeister wird? Man werde das „gemeinsam entwickeln“, sagt der 52-Jährige. „Ich bin kein Einzelkämpfer, sondern ein Teamspieler.“ Man werde auf jeden Fall laufende Projekte wie die Sanierung von Dorf- und Asamstraße und die neue Ortsgestaltungssatzung vorwärts bringen. Wichtig seien auch weitere Betreuungsplätze für Kinder, weil der Gemeindekindergarten eine Gruppe schon in den Keller auslagern musste. Auch das geplante Einheimischenmodell für Bauwerber will Mühlhans fortsetzen. Generell sei das Thema Wohnungsbau „eine große Herausforderung“. Weitere Schwerpunkte will er demnächst vorstellen.
