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Sok Eng Lim
Nils Tillmann
Philipp David Pries
Die Stichwahlen sind vorbei: In rund 290 Kommunen gibt es neue Bürgermeister und Landräte. Damit sind die bayerischen Kommunalwahlen 2026 abgeschlossen. Die interaktive Karte zeigt alle Wahlergebnisse.
Wer wird neuer Bürgermeister oder neue Bürgermeisterin? Und wer zieht ins Landratsamt ein? Am 22. März haben die Bayern für etwa 260 Stichwahl-Gemeinden erneut gewählt. Ebenso stand bei der Kommunalwahl in Bayern in 29 Landkreisen die Wahl zum Landrat an. Die Ergebnisse sorgten dabei für Aufsehen – nicht nur in München, wo Dieter Reiter das Zepter an Dominik Krause abgeben muss.
Wahlergebnisse der Stichwahl 2026: Einige überraschende Entscheidungen
Bis etwa 21 Uhr waren sämtliche Wahlen ausgezählt. Neben München gab es auch im Umland einige Überraschungen. So schaffte es die SPD-Herausforderin in der zweitgrößten Gemeinde Vaterstetten, den CSU-Amtsinhaber abzulösen. Auch Augsburg erlebte einen bedeutenden Wechsel: Amtsinhaberin Eva Wurm (CSU) hatte gegenüber Florian Freund (SPD) das Nachsehen. Hauchdünn war es im mittelfränkischen Abenberg: Hier lagen zwischen der erstplatzierten SPD-Kandidatin und dem Herausforderer laut vorläufigem Ergebnis gerade einmal drei Stimmen. Lesen Sie dazu auch hier die Analyse zu den bayerischen Stichwahlen. Alle Detailergebnisse aus 2056 bayerischen Gemeinden finden Sie in unserer interaktiven Karte.
Teilweise war es bereits im ersten Wahlgang in Bayern extrem knapp. So gibt es eine Reihe von Gemeinden, in denen der oder die Erstplatzierte 49,9 Prozent der Stimmen holte. Dies traf unter anderem auf Walting, Ellingen, Krumbach (Schwaben) und Markt Elsenfeld zu. Besonders extrem war es im Markt Mering: Hier fehlten Florian Alexander Mayer (CSU) gerade einmal zwei Stimmen bis zur absoluten Mehrheit. Eine Analyse aller Wahlergebnisse hat zudem weitere Erkenntnisse erbracht. Lesen Sie dazu: Wo nur eine Stimme fehlte und wo ein Bürgermeister ohne Gegenkandidat scheiterte.
So färben wir Gemeinden und Parteien ein
Wir ordnen all denjenigen Parteien in der Karte eine eigene Farbe zu, die aktuell in einem Landesparlament oder dem Bundestag vertreten sind. Diese Farbe ist auf der Karte und in der Ergebnis-Anzeige zu sehen und orientiert sich am jeweiligen Logo der Partei.
Auf dieselbe Weise verfahren wir mit Wahlvorschlägen, hinter denen mehrere Parteien stehen. Falls die erstgenannte Partei eine der oben genannten im Parlament vertretenen Parteien ist, färben wir nach ihr die Listen und Kandidaten in Karte und Ergebnis-Anzeige.
Sollten Jugendorganisationen von Parteien bei einzelnen Wahlen antreten, färben wir diese identisch zur Mutterpartei ein. Dies betrifft beispielsweise die Junge Union.
Wir färben zugleich nur Ergebnisse der Freien Wähler nach ihrem orangefarbenen Logo ein, die gesichert der gleichnamigen Partei zugeordnet werden können. Ist dies nicht der Fall, etwa bei parteiunabhängigen Wählergruppen, ist diese Zuordnung nicht zulässig. Wenn ein Ergebnis nicht sicher der Partei Freie Wähler zugeordnet werden kann, wird ein dunkellila-artiger allgemeiner Farbton ausgespielt. Am Institut für Politische Wissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wird derzeit in einem Projekt zu diesem Gegenstand geforscht. Wir orientieren uns daran.
Ein Ergebnis mit einem Stimmengleichstand färben wir auf der Karte beige ein und weisen diesen Umstand aus. Gemeindefreie unbewohnte Gebiete auf der Karte markieren wir hellgrün und weisen dies ebenfalls aus.
Eine Besonderheit gab es auch in Chiemsee, der kleinsten Gemeinde Bayerns. Eigentlich hätte es hier zur Stichwahl kommen müssen. Allerdings findet stattdessen nun innerhalb von 3 Monaten eine Neuwahl statt, weil der einzige Kandidat die absolute Mehrheit um sieben Stimmen verfehlte. Gleichzeitig wollte der Zweitplatzierte, der erst durch Namensnennung auf dem Stimmzettel ins Rennen kam, nicht zur Stichwahl antreten.
Wahlergebnisse 2026: nur amtliche und offizielle Daten
Unsere Stichwahl-Karten basieren ausschließlich auf offiziellen Zahlen der Städte, Gemeinden und Landkreise. Für jedes Ergebnis dokumentieren wir die Datenquelle und den Zeitpunkt der letzten Aktualisierung. Viele bayerische Wahlergebnisse erhalten wir über Schnittstellen direkt aus den Systemen der Wahlämter. Wo dies nicht möglich ist, recherchiert unser Team die Daten vor Ort. Dadurch kann es in Einzelfällen zu Verzögerungen kommen. Im Zweifel siegt bei uns Qualität vor Geschwindigkeit.
Das Datenjournalismus-Team von IPPEN.MEDIA bereitet seit vielen Jahren Wahldaten auf. Zu Bundestagswahlen hat das Team etwa interaktive Karten entwickelt, die Ergebnisse bis auf Ebene der 11.000 Gemeinden sichtbar machen. So lassen sich langfristige politische Entwicklungen in Regionen analysieren. Auch Kommunalwahlen bilden die Datenjournalisten ab. Mit dem Angebot zur Kommunalwahl in Bayern 2026 setzt das diese Arbeit fort. Der Anspruch ist es, zur Meinungsbildung beizutragen – mit akkurat erhobenen Daten, transparenter Methodik und präzisen Analysen, die politische Entwicklungen einordnen. Das Wahldaten-Team 2026: Heiner Di Camillo, Danijel Komljenović, Sok Eng Lim, Luis Mosch, Louisa Pader, Michael Peter, Benjamin Quiring, Philip Ryan, Nils Tillmann und Philipp David Pries.
Rubriklistenbild: © Montage: IPPEN.MEDIA; [M] Sok Eng Lim; Grafik: Pries, Tillmann, Mosch; Datenquellen: Kommunen, eigene Recherchen und Berechnungen; Kartenquelle: BKG (2026) dl-de/by-2-0 (modifiziert)


