Nur 45 Besucher verloren sich in der Königsdorfer Bürgerversammlung - Mitarbeiter der Verwaltung und Gemeinderäte eingeschlossen.
Update vom 7. April: Überschaubar war die Besucherzahl in der Königsdorfer Bürgerversammlung am Mittwoch. Wie berichtet kamen nur etwa 45 Interessierte. Bürgermeister Anton Demmel zeigte sich davon wenig überrascht, er kennt das schon aus den vergangenen Jahren.
„Wenn alles passt, kommen nur wenige Bürger“, erklärt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Nur bei umstrittenen Themen, die den Bürgern unter den Nägeln brennen, würden die Königsdorfer zahlreich in die Bürgerversammlung strömen. „Politik wird außerdem nicht nur am Tag der Bürgerversammlung gemacht“, stellt Demmel klar. Die Verfügbarkeit der Gemeinderäte und des Bürgermeisters sei in Königsdorf auch sonst gegeben. Angekündigt gewesen sei der Termin an den neun amtlichen Anschlagtafeln im Gemeindebereich.
Zudem war die Bürgerversammlung im monatlichen Kalender im Gemeindeblatt sowie auf der Homepage der Gemeinde im Veranstaltungskalender zu finden. Üblicherweise werde auch die Presse informiert, das entsprechende Fax sei diesmal aber leider nicht versendet worden.
Selbstkritisch räumt der Rathauschef ein, dass die Bürgerversammlung auf der gemeindlichen Homepage nicht zusätzlich unter „Aktuelles“ aufgeführt war. Überhaupt sieht der Bürgermeister in diesem Bereich noch Verbesserungspotenzial. So habe etwa aktuell das zu Testzwecken in die Suchfunktion eingegebene Wort „Bürgerversammlung“ den Termin der Bürgerversammlung in Wackersberg angezeigt.
Bericht vom 5. April:
Königsdorf – Sind die Königsdorfer rundum zufrieden? Fehlt es derzeit an Reizthemen in der Gemeinde? Oder lag es einfach nur daran, dass zeitgleich im Bezahl-Fernsehen das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem FC Bayern München und dem FC Heidenheim lief? Fakt ist, dass die Bürgerversammlung am Mittwochabend nur rund 45 Besucher anlockte, wobei man von dieser Zahl noch die anwesenden Gemeinderäte und die Mitarbeiter der Verwaltung abziehen müsste.
Nach dem Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Anton Demmel war eigentlich die übliche Diskussion geplant. Doch im Postsaal rührte sich nichts. Kein Arm schoss in die Höhe, keine einzige Frage wurde gestellt. So blieben Demmels Ausführungen der einzige Tagesordnungspunkt des Abends.
Der Rathauschef präsentierte den Bürgern auch heuer starke Zahlen zur durchweg positiven Finanzsituation der Gemeinde. Anschließend ging er auf die kommunalen Projekte im vergangenen Jahr ein, auf die aktuellen Planungen sowie auf die in den nächsten Jahren anstehenden Aufgaben.
Heuer stehen zwei große Projekte auf der Agenda ganz oben: die Ertüchtigung des Bauhofs sowie die Planung des Schulstandorts mit Sanierung beziehungsweise Neubau der Schulturnhalle samt Räumen für die Mittagsbetreuung, die Offene Ganztagsschule und die Kindertagesstätte. Die Projekte sollen binnen drei bis fünf Jahren umgesetzt sein.
Laut Demmel laufen derzeit die Gespräche mit der Förderstelle. „Die Zweizügigkeit in der Grundschule wird mittelfristig normal werden“, erklärte der Bürgermeister. Nach fast 25 Jahren mache man sich nun wieder Gedanken zur Raumsituation. „Ziel ist es, die Schule von zehn auf 14 Klassen auszubauen.“
Zum Bauhof, der mit einem Anbau an das bestehende Gebäude erweitert werden soll, berichtete der Rathauschef, dass seit vergangener Woche die Baugenehmigung vorliege. Untergebracht werden sollen dort neben den Bauhof-Fahrzeugen eine Werkstatt, Sozialräume und eine Wohnung.
In Sachen Wasserversorgung und Ultrafiltrationsanlage kündigte der Bürgermeister aufgrund der Kostensteigerung schon einmal eine wahrscheinliche Wasserpreiserhöhung für den neuen Abrechnungszeitraum an. Zunächst müssten aber alle Daten und Fakten geprüft werden.
In Sachen Breitbandausbau gehe die Gemeinde derzeit die zweite Runde für die Versorgung der entlegeneren Ortsteile mit schnellem Internet an, führte Demmel weiter aus. Außerdem ging er auf die bauliche Entwicklung in der Gemeinde und den gemeindlichen Wohnungsbau am Angersteig ein. Positive Worte fand er zur gescheiterten Gestaltungserhaltungssatzung: „Wir haben Sensibilität für das Thema geschaffen und nehmen auch die Baufibel mit .“
Als designierter CSU-Landratskandidat betonte Demmel, dass er hier und heute keine Abschlussbilanz vorlege, da noch ein ganzes Jahr als Bürgermeister vor ihm liege. Zum Schluss wies er auf zwei wichtige Termine hin: Der „Tag der Vereine“ am 26. Mai sowie im nächsten Jahr die Festwoche vom 30. April bis 10. Mai. Dann werden in Königsdorf das 93. Loisachgaufest und der 69. Patronatstag gefeiert.
Yvonne Zuber
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