Nicht gegen den Willen der Bürger: Gemeinderat verabschiedet sich von Satzung zur Gestaltung des Dorfzentrums.
Königsdorf – Die geplante Gestaltungserhaltungssatzung für die Ortsmitte von Königsdorf ist vom Tisch. In der Sitzung am Dienstag waren sich die Gemeinderäte einig, dass das Regelwerk nicht gegen den Willen der betroffenen Bürger erlassen werden soll.
Den Beschluss fassten die Räte einstimmig und unter dem Eindruck der zweiten Informationsveranstaltung zur Gestaltungserhaltungssatzung im März. Dort war deutlich geworden, dass die Vorbehalte der Bürger trotz des überarbeiteten Entwurfs nicht ausgeräumt werden konnten. Wie berichtet sollte das Ziel der Satzung der Schutz der städtebaulichen Eigenart der Ortsmitte von Königsdorf sein. Bereits in der ersten Info-Veranstaltung im November hatte Rathauschef Anton Demmel versucht den Bürgern ihre Ängste zu nehmen. Er stellte klar, dass es sich nicht um eine Satzung ähnlich dem Denkmalschutz handle. Dem Gemeinderat gehe es darum, das Gebiet vor schweren Eingriffen in das Ortsbild, etwa auch durch Bauvorhaben von Investoren, schützen zu können. „Es geht nicht darum ein Museum zu errichten, sondern ortstypische Merkmale modern fortzuführen“, erklärte der Bürgermeister damals.
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Angesichts der weiter kritischen Haltung der betroffenen Anwohner war sich der Gemeinderat am Dienstag einig, dass man die Satzung nicht gegen den Willen der Bürger durchsetzen will. „Es macht keinen Sinn, das jetzt übers Knie zu brechen“, meinte Demmel.
In der weiteren Diskussion wurde auch Selbstkritik geübt. „Unser Ansatz war, mit einem relativ fertigen Produkt an die Öffentlichkeit zu gehen“, sagte Bernhard Woisetschläger. Das sei falsch gewesen, so der UBL-Gemeinderat. Man hätte die Bürger viel früher einbinden müssen, auch wenn es dann viele Veranstaltungen gebraucht hätte. „Ich glaube, es ist völlig falsch rübergekommen, was die Satzung bewirken sollte“, bedauerte er. Dennoch glaube er, so Woisetschläger, dass die Bürger durch die Diskussion für das Thema sensibilisiert wurden. „Dann hat es doch etwas gebracht“, resümierte er.
Der Geschäftsleiter der Gemeinde, Andreas Baumann, sprach sich noch dafür aus, dass die im Rahmen der Satzung erarbeitete Baufibel der Verwaltung als Leitfaden und Hilfestellung bei der Planung und Beurteilung von Bauvorhaben zur Verfügung gestellt wird. Auch Bauwerber könnten sich damit ein Bild von der ortstypischen Bebauung machen. Dem stimmte der Gemeinderat zu.
yvi
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