VonAndreas Thiemeschließen
Alfons Schuhbeck muss seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung in der JVA Landsberg absitzen. Die Knast-Chefin dort gilt als streng - und will dem früheren Star-Koch keine Extra-Würste gewähren, wie sie ihm Interview verrät.
München - Heute sitzt Alfons Schuhbeck (74) seit 20 Tagen hinter Gittern. In der JVA Landsberg am Lech verbüßt der frühere Star-Koch seine Haftstrafe (drei Jahre und zwei Monate) wegen Steuerhinterziehung. Monika Groß (61) heißt dort seine neue Chefin - sie leitet das Gefängnis seit Oktober 2006 gemeinsam mit der JVA Garmisch-Partenkirchen und blickt auf mittlerweile 20 Jahre Knast-Erfahrung zurück. Und sie betont, dass es für Schuhbeck keine Extra-Wurst gibt!
Die erfahrene Juristin war zuvor Abteilungsleiterin in Stadelheim und leitete kommissarisch die JVA Augsburg. „Derzeit bin ich für circa 450 Gefangene und 325 Bedienstete zuständig“, sagt Groß zu unserer Redaktion. Schuhbeck ist aktuell ihr bekanntester Insasse. Doch für ihn gibt es genauso wenig einen Promi-Bonus wie einst für Bayern-Boss Uli Hoeneß (71), der 2014 in Landsberg Insasse war - ebenfalls wegen Steuerhinterziehung. „Es gibt keine unterschiedliche Behandlung von Gefangenen“, stellt sie klar. Zu den Häftlingen habe sie als Knast-Chefin ohnehin selten Kontakt - „mit Ausnahme zu den Mitgliedern des Insassenbeirats“.
Alfons Schuhbeck: Star-Koch sitzt wegen Steuerhinterziehung hinter Gittern
Die Tätigkeit als Anstaltsleiterin empfindet Monika Groß vor allem als „sehr abwechslungsreich“. Ihre wichtigsten Aufgaben im Alltag? „Besprechungen mit verschiedensten Entscheidungsträgern, Kontakte zu externen Institutionen, dienstaufsichtliche Tätigkeiten sowie Dienstbesprechungen.“
Vor 31 Jahren entschied sich Monika Groß für die Arbeit im Strafvollzug - bis heute ihr Traumjob. Gerechtigkeit und Höflichkeit gelten der Oberbayerin als wichtige menschliche Werte, sich selbst beschreibt sie als ehrlich und fleißig. Die Chefin hinter Gittern ist auch als streng und durchsetzungsfähig bekannt. Wann sie richtig sauer werden kann? „Ich schätze es nicht, wenn ich angelogen werde, unabhängig davon, ob es im dienstlichen oder privaten Bereich ist.“ Und: „Auf das Schärfste missbillige ich Angriffe von Gefangenen auf Bedienstete.“
Schuhbeck im Knast: Seine JVA-Leiterin gilt als streng und durchsetzungsfähig
Sicherheit steht im Knast an erster Stelle. Deshalb darf Alfons Schuhbeck derzeit auch keine Pakete von außen empfangen, Briefe dagegen schon - sie werden aber auf Risiken wie Ausbruchspläne durchleuchtet. Zweimal pro Monat für je zwei Stunden ist Besuch erlaubt. Den müssen die Gefangenen anmelden - die JVA prüft genau, wer kommen will.
Wer zugelassen wird, muss telefonisch bei der Torwache einen Termin vereinbaren. Möglich ist der Besuch täglich nur in einem wechselnden Zweistundenfenster. Und nur im Gemeinschaftsraum, wo auch andere Häftlinge Besucher empfangen. Privatsphäre gibt es also kaum.
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