Nächster Bürgerentscheid am 11. Dezember

Kindergarten, Bahn-Schranken, Hallenbad: So entschieden die Wolfratshauser

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Mit gleich zwei Bürgerbegehren setzten die Wolfratshauser im Herbst 2016 durch, dass sich ihre Heimatstadt am Bau des interkommunalen Hallenbads in Geretsried beteiligt.
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Am 11. Dezember kommt‘s in Wolfratshausen zu einem Bürgerentscheid. Schon in der Vergangenheit mischten sich die Bürger immer wieder in die Stadtpolitik ein.

Wolfratshausen - Immer wieder mischte sich der Souverän in den vergangenen Jahren in die Wolfratshauser Stadtpolitik ein. Das nächste Mal am 11. Dezember – es geht um die vom Stadtrat beschlossene Versetzung des Marienbrunnens in der Altstadt. Ein Rückblick:

Kindergarten, Bahn-Schranken, Hallenbad: So entschieden die Wolfratshauser in der Vergangenheit

Im November 2003 sollen die Wolfratshauser nach heftigem politischem Streit über die Zukunft des Kindergartens am Hammerschmiedweg entscheiden. Eine Bürgerinitiative plädiert für den Erhalt im Ortszentrum, die Stadt für den Umzug an die Badstraße. Das Bürgerbegehren scheitert an der erforderlichen Mindestbeteiligung – an der Badstraße wird ein neuer Kindergarten gebaut.

Wolfratshausen: Deutliches Nein zu S-Bahn-Schranken

Ein klares Votum gibt’s im Juli 2010. Mit deutlicher Mehrheit stemmen sich die Wolfratshauser gegen eine Schrankenlösung an der Sauerlacher Straße im Zuge der geplanten S-Bahn-Verlängerung. Bei einem Bürgerentscheid beauftragen 6045 Wähler (80,76 Prozent) die Kommune, bei der Gleisverlängerung alle rechtlichen und planerischen Mittel auszuschöpfen, um zu verhindern, dass an der Sauerlacher Straße ein beschrankter Bahnübergang entsteht. 1440 Wolfratshauser (19,24 Prozent) könnten mit Schlagbäumen leben. Die Bahn stimmt in der Folge einem Kompromiss zu, am S-Bahnhof soll ein Tunnel-/Trogbauwerk gebaut werden. Die Kosten (44 Millionen Euro, Preisstand 2009) schultern der Kreis sowie die Städte Geretsried und Wolfratshausen.

Stadtarchiv am Loisachufer fällt bei Bürgern durch

Ein neues Stadtarchiv am westlichen Loisachufer? Diese Idee des Stadtrats fällt bei einem Bürgerentscheid im Mai 2014 durch. 69,83 Prozent der Teilnehmer stimmen dagegen, 30,17 Prozent dafür. Ein knappes Jahr später beschließt der Stadtrat, das Archiv in der ehemaligen Landwirtschaftsschule an der Bahnhofstraße unterzubringen. Die Kommune kauft das Anwesen – heute beherbergt der Gebäudekomplex neben dem Stadtarchiv eine Kita sowie eine Fachschule für Heilerziehungspflege.

2015: Entscheidung zu geplantem Bürgerladen in Wolfratshausen

Wochenlang zerren Politik und Ehrenamtliche um einen Bürgerladen im städtischen Gebäude am Untermarkt 10. Im Oktober 2015 kommt’s zum Bürgerentscheid. Das Ergebnis: 2487 Ja-Stimmen (63,43 Prozent) und 1424 Nein-Stimmen (36,57 Prozent). Doch die Befürworter eines Bürgerladens haben keinen Grund zum Jubeln. Es sind zu wenige Wolfratshauser an die Urnen gegangen. Um das notwendige Quorum zu erreichen, hätten jeweils mindestens 2937 Wahlberechtigte mit Ja oder Nein stimmen müssen. Im August 2016 beschließt der Stadtrat, dass die Immobilie am Untermarkt 10 saniert und umgebaut wird. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss, am 25. November soll das neue Museum Wolfratshausen eröffnet werden. Darüber hinaus sind in dem denkmalgeschützten Eckhaus die städtische Tourismus-Zentrale sowie ein neues Ladengeschäft untergebracht.

Wolfratshauser wollen Beteiligung am interkommunalen Hallenbad

Gleich zwei Bürgerbegehren sind notwendig, um den Stadtrat davon zu überzeugen, dass eine Beteiligung am interkommunalen Hallenbad in Geretsried von den Wolfratshausern gewünscht ist. Im Oktober 2016 plädieren gut 4500 Bürger per Unterschrift dafür, dass die Flößerstadt mit ins Boot steigt – prominentester Fürsprecher ist Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber, Ehrenbürger der Loisachstadt.

Zu einem Bürgerentscheid kommt es nicht, weil sich der Stadtrat zuvor mit 19:5-Stimmen dem offenkundigen Mehrheitswillen der Wolfratshauser beugt. Im September 2021 wird das interkommunale Hallenbad eröffnet, Bauherrin ist die Stadt Geretsried. Der Landkreis sowie die Kommunen Wolfratshausen, Dietramszell, Egling, Königsdorf, Eurasburg, Münsing und Icking beteiligten sich an den Investitionskosten und tragen zum Teil das Betriebskostendefizit mit. (cce)

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