Gemeinde Bad Wiessee moniert lange Sommerpause

Kindergarten: Ferien-Betreuung gibt’s erst ab 2019

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Viele Kindergärten machen im Sommer drei Wochen lang zu.
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Drei Wochen Sommerpause im Kindergarten: Das ist dem Wiesseer Gemeinderat zu viel. Das Gremium regte an, eine Feriengruppe zu schaffen. Die soll es nun ab 2019 geben. Geplant ist eine Gruppe für Bad Wiessee, Rottach-Egern und Tegernsee.

Tegernseer Tal – Alle Jahre wieder für das Defizit des Wiesseer Kindergartens aufzukommen, ist für die Gemeinde Bad Wiessee keine Frage. Aber sie wünscht sich auch etwas: eine durchgängige Betreuung in der Sommerzeit. Schon 2017 hatte der Gemeinderat dies angemahnt. Doch mit Verweis auf die knappe Personalsituation lehnte die Kindergartenleitung ab. Die Gemeinde wiederum hakte erneut nach, es gab ein Gespräch mit Franz Hafner, Verwaltungschef der drei katholischen Kindergärten in Bad Wiessee, Rottach-Egern und Tegernsee. Es fruchtete: Ab 2019 soll es eine Feriengruppe geben. „Das ist unser erklärter Wille“, sagt Hafner (65), der bis 2014 Bürgermeister von Rottach-Egern war. In diesem Sommer allerdings geht nichts mehr. Wie geplant, schließen die Kindergärten drei Wochen lang. Kurzfristig lasse sich keine andere Lösung finden, erklärt Hafner: „Wir sind mit dem Personal sehr eng gestrickt.“ Somit sei es nicht einfach, den Urlaubsanspruch der Mitarbeiter im laufenden Betrieb zu erfüllen.

Für 2019 hat sich Hafner in Absprache mit Pfarrverbandsleiter Monsignore Walter Waldschütz ein Modell überlegt. Während der eigentlichen Sommerpa

use soll es für die drei katholischen Kindergärten Rottach-Egern, Bad Wiessee und Tegernsee eine Notgruppe für Kinder geben, deren Eltern auf die Betreuung unbedingt angewiesen sind. „Das muss dann auch begründet werden“, meint Hafner. Den alljährlichen Elternumfragen zufolge hätten pro Gemeinde etwa drei bis vier Familien echten Bedarf. Er gehe davon aus, dass eine Notgruppe mit 20 Plätzen zustande komme, so Hafner.

Standort werde voraussichtlich der Kindergarten Rottach-Egern sein. „Der ist auch für die Tegernseer und Wiesseer gut zu erreichen“, meint Hafner. Die Betreuung sollen die pädagogischen Teams der drei Kindergärten abwechselnd stemmen. „Es können in einer Woche zwei Erzieherinnen aus Bad Wiessee kommen, in der zweiten und dritten Woche dann Kolleginnen aus Tegernsee und Rottach-Egern“, erklärt Hafner. Er sei aber auch für andere Vorschläge der Mitarbeiterinnen aufgeschlossen.

Die Idee, eine Notgruppe in den Ferien anzubieten, verfolgt Hafner schon länger. Bereits vor zwei Jahren habe er mit den Leiterinnen der drei Kindergärten die Möglichkeit erörtert, ein solches Angebot zu schaffen. Doch wegen der dünnen Personaldecke habe man bisher darauf verzichtet. Dass Wiessee nun dringend um eine durchgängige Betreuung in den Sommerferien gebeten habe, sei schließlich „das i-Tüpfelchen“ gewesen, sich ein Modell zu überlegen. „Gerade für Alleinerziehende ist die Situation oft schwierig“, weiß Hafner.

Einen Anspruch auf lückenlose Betreuung gibt es nicht. Laut Kindergartengesetz sind 30 Schließtage zulässig, zudem weitere fünf Tage für Fortbildung. „Das schöpfen die Kindergärten ohnehin nicht aus“, meint Hafner. Aktuell hätten die von ihm betreuten Einrichtungen etwa 27 Schließtage, die allesamt lange im Voraus bekannt seien. „Und es gibt kaum Leute, die weniger als 27 Tage Urlaub haben.“ Ein kleiner Teil der Eltern habe aber Probleme, die Kindergarten-Sommerpause zu überbrücken. Diesen Eltern wolle man helfen.

Hafner ist nun seit drei Jahren für die Verwaltung der katholischen Kindergärten mit insgesamt 279 Plätzen und 35 Mitarbeiterinnen zuständig. Der Posten wurde geschaffen, um die im pastoralen Dienst stehenden Angestellten der Kirche zu entlasten. „Das hat sich bewährt“, sagte Hafner, der sich 2015 auf Drängen von Pfarrer Waldschütz für den Posten beworben hatte. 14 Stunden pro Woche sind für die Aufgabe angesetzt. „Aber das reicht längst nicht“, sagt Hafner, der die wirklich geleisteten Stunden nicht zählt. Gut vorstellen könnte er für die Zukunft auch eine engere Zusammenarbeit mit den Kindergärten Kreuth und Gmund, die unter der Trägerschaft der Gemeinden stehen: „Das wäre dann ein Verbund fürs ganze Tegernseer Tal.“

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