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Klein bei CSU unerwünscht: Kritik aus eigener Partei für Nandlstadts 2. Bürgermeister

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Jens-Uwe Klein ist 2. Bürgermeister von Nandlstadt. Das CSU-Mitglied plant die Gründung einer neuen Gruppierung.

Für Nandlstadts 2. Bürgermeister Jens-Uwe Klein hagelt es Kritik aus seiner CSU. Grund ist sein Plan, eine „Interessengemeinschaft Nandlstadt“ zu gründen, für die er als Bürgermeister kandidieren könnte.

Nandlstadt – Heiß ging es her bei der Krisensitzung der Nandlstädter CSU am Montag. Denn ihr 2. Bürgermeister Jens-Uwe Klein hatte mit seiner geplanten Interessengemeinschaft Nandlstadt (IGN) für Unmut in der Partei gesorgt. Auch, weil er sich damit als freier Kandidat ins Rennen um den Rathaus- Chefsessel bringen kann. Ein Schelmenstück, wäre er doch damit über eine Hintertür ein direkter Konkurrent des von der CSU gekürten Wunschkandidaten Franz Mayer.

Dabei war Mayer 2013 sogar Kleins Favorit für den geplanten Bürgermeister-Wechsel gewesen. Allerdings lehnte Mayer damals aus persönlichen Gründen ab. Überraschend war dann das Wahldebakel zum Bürgermeister- Kandidaten: Knapp 90 Prozent der CSU-Mitglieder sprachen sich für Mayer, nicht aber für Klein aus – und watschten damit den amtierenden Vize-Bürgermeister ab. Dieser Stachel sitzt noch tief. Von einigen Personen, so Klein, hätte er das nicht erwartet. Daraufhin kam es zu Spannungen in der eigenen Fraktion, sogar ein Parteiaustritt wurde ihm nahegelegt.

Die grundlegende Idee, sich verstärkt unabhängig von einer Partei um die Belange der Bürger zu kümmern, entwuchs dann Kleins Unverständnis über die Rathaus- Philosophie bezüglich Kommunikation. Viel zu viel werde hinter verschlossenen Türen besprochen. Für Klein muss vor allem der Informationsfluss vom Bürger zu den Markträten verstärkt werden, und nicht nur eine Entscheidungs-Bekanntgabe aus dem Rathaus heraus. Die IGN soll nun Anlaufstelle werden für große und kleine Probleme, um diese bereits im Vorfeld effizient zu bearbeiten. Dafür werde es dann, so Klein, neben dem geschäftsführenden einen erweiterten Vorstand mit spezialisierten Referenten geben. Zahlreiche Anfragen könnten damit schon im Verein geklärt werden, noch bevor sie im Rathaus vorgetragen werden. Viele Leute wüssten laut Klein ja gar nicht, wohin sie sich mit welchen Anliegen wenden sollen. Das Online-Portal soll dann irgendwann auch über eine Art Blog verfügen und über anonymisierte Eintragsmöglichkeiten.

Denn eines hat Klein auch lernen müssen: Probleme oder Fragen in Facebook klären zu wollen, sozusagen auf dem kleinen Dienstweg, erwies sich in der Rückschau als großer Fehler. In der geschlossenen Gruppe „Nandl-Chat“ hat er im Sommer Stellung zum Unmut über die Waldbadschließung genommen und dort Fehlverhalten des Rathauses suggeriert. Das, so Klein, sei dann Bürgermeister Jakob Hartl (BLN) zugetragen worden. In der folgenden Ratssitzung war der dann laut geworden und hatte wutentbrannt den Saal verlassen. Dem Ortschef attestierte Klein „Null-Verhalten“. Dass die ganze Sache auch noch im Gemeindeblatt öffentlich breitgetreten wurde, ohne die Möglichkeit einer Stellungnahme, ist für Klein unverständlich.

Diese Unstimmigkeiten haben letztendlich auch zur Fokussierung seines Projekts geführt. Zurück zur Basis, ganz in Bürgernähe. Allerdings zeigt sich die CSU-Fraktion davon wenig begeistert. In der Sitzung am Montag wurde lange kontrovers diskutiert, eine Entscheidung aber auf das nächste Treffen vertagt. Kritik gab es laut Klein genügend. Der befürchtete Ausschluss blieb zwar aus, allerdings habe man ihm nahegelegt, nicht mehr bei Fraktionssitzungen zu erscheinen.

Richard Lorenz

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