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Klinik-Wohnungen sollen Parkplatznot in Agatharied lösen

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Etwa acht Terrassenhäuser in zwei Reihen plus eine Tiefgarage plant das Landratsamt am Klinikgelände zu bauen, damit Mitarbeiter des Krankenhauses sowie der örtlichen Behörden dort bezahlbar wohnen können.
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Der Landkreis plant, auf dem südlichen Krankenhaus-Areal in Agatharied bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Bis zu 100 Wohnungen sollen nicht allein für Klinikmitarbeiter entstehen – sehr zur Begeisterung der Gemeinde Hausham. Die hofft, so auch die Parkplatzproblematik lösen zu können.

Hausham – Es war Kreiskämmerer Gerhard de Biasio, der die Idee eines Wohnbauprojekts in direkter Nähe zum Krankenhaus Agatharied am Montagabend in den Haushamer Gemeinderat trug: Auf der Südseite des Krankenhauses sollen bis zu acht Terrassenhäuser mit etwa 100 Wohnungen entstehen. Zum einen wolle man mit bezahlbarem Wohnraum langfristig Pflegekräfte finden und an das Krankenhaus binden. Zum anderen sollen auch Mitarbeiter des Landratsamts und der Gemeinde dort ein Zuhause finden können – speziell jene, für die zwischenzeitlich befristete Wohnungen angemietet wurden.

Genau hier liegt laut Bauamtsleiterin Petra Sperl der Knackpunkt. Wenn in künftigen Häusern nicht allein Klinikmitarbeiter wohnen sollen, sondern auch Landkreismitarbeiter aus anderen Bereichen, müsste besagter südlicher Bereich, der als „Sondergebiet Klinik“ rechtlich an den Klinikbetrieb gebunden ist, aus dem Bebauungsplan Nummer 16 „Zentrales Krankenhaus Agatharied“ herausgenommen und als „Allgemeines Wohngebiet“ deklariert werden.

Zwei Gegenstimmen

Bevor sich der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen für diese Änderung des Geltungsbereichs und die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans für die zwei betroffenen Flurstücke aussprach, war es wieder einmal das Thema Stellplätze, das heiß diskutiert wurde und die anfängliche Begeisterung ausbremste. Thomas Danzer (SPD) hinterfragte nämlich Aufwand und Kosten der geplanten Tiefgarage für Mieter von 100 Wohnungen, wo doch vorne ein genehmigtes Parkdeck im günstigeren Hochbauverfahren entstehe (wir berichteten). Hier bekräftigte de Biasio die bereits bekannte Linie: „Das wird neu begutachtet und das Parkraumgutachten überarbeitet.“ Das Krankenhaus würde nicht so dynamisch wachsen wie angenommen. Der Stellplatzschlüssel sei daher neu zu betrachten und die Anzahl der Parkdecks – im April noch mit vier bis fünf Vollgeschossen bewilligt – zu reduzieren.

Pro und kontra zum Parkdeck

De Biasio wollte das Thema Parkdeck demnächst in einem gesonderten Termin mit dem Haushamer Gemeinderat besprechen. Doch dessen Mitglieder ließen ihn nicht vom Haken. Für die einen, wie etwa Markus Czernik (CSU), hat eine Reduzierung „keinen Sinn“. Sie sahen dort Parkmöglichkeiten – wenn nicht für die Bewohner der neuen Häuser, so doch zumindest für deren Besucher. Auch solle ein Mehr an Verkehr und Verkehrslärm entlang des Krankenhauses, „wo Ruhe sein sollte“ (Danzer), vermieden werden.

Lange Wege nicht zumutbar

Andere, wie Tom Leidgschwendner (CSU), hielten eine ausreichend große, eventuell bezuschusste Tiefgarage unter den neuen Wohnungen für wichtig. Man könne jemandem mit einem kleinen Kind oder Einkäufen nicht zumuten, 300 Meter vom Parkplatz bis zur Eingangstür gehen zu müssen. Als auch noch die verkehrstechnische Erschließung der kleine St.-Agatha-Straße Thema wurde, war klar: Für die Haushamer Gemeinderatsmitglieder gehören Parkdeck und Tiefgarage zusammen.

„Wir brauchen ein Gesamtkonzept“, erklärte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) dem Kreiskämmerer. „Es dürfen auf keinen Fall zu wenige Parkplätze entstehen. Und der aktuelle provisorische Parkplatz darf auch nicht bestehen bleiben.“

Der Rathauschef befürchtet sonst auch in Zukunft Parkprobleme. „Jetzt haben wir die Chance, ausreichend Stellplätze zu bauen, später nicht mehr.“ Das Parkplatzproblem rund um die Klinik soll kein Ewigkeitsprojekt werden. „Das Wohnbauprojekt ist klasse. Aber für das Parkthema brauchen wir ein Gesamtkonzept“, wiederholte Zangenfeind, nicht ohne sich bei Petra Sperl rückversichert zu haben, dass sich die Gemeinde mit einer positiven Entscheidung zum gesonderten Bebauungsplan nichts vergibt.

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