VonChristiane Mühlbauerschließen
Schritt für Schritt rüsten sich die Salesianer Don Boscos für die umfangreichen Sanierungsarbeiten im Kloster Benediktbeuern. Start wird vermutlich im Frühjahr 2019 sein. Dabei wird die Hauskapelle verlegt.
Benediktbeuern – Eigentlich war mal angedacht, dass die große Sanierung des Südtrakts im Sommer 2018 beginnt. Doch daraus wird nichts. Im Gesamtkonzept für die umfangreichen Maßnahmen befindet sich noch eine Finanzierungslücke, berichtet Klosterdirektor Pater Lothar Bily auf Nachfrage unserer Zeitung. Derzeit verhandle man auf politischer Ebene um Zuschüsse, sagt Bily. Insgesamt sei veranschlagt, dass die Sanierung des Klosters einen zweistelligen Millionenbetrag verschlingen werde. Die Ordensgemeinschaft bemüht sich seit Jahren um Zuschüsse von verschiedenen Seiten, etwa von Bund und Land sowie von verschiedenen Stiftungen und Fonds. Auch der Förderverein Juwel spielt eine wichtige Rolle.
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Im Mittelpunkt der Sanierungen steht derzeit der Südtrakt, in dem sich unter anderem die Hauskapelle (ehemaliger Fürstensaal), das Aktionszentrum und das Jugendpastoralinstitut befinden. Dieser Trakt muss dringend saniert werden, unter anderem senkt sich eine Pfeilerreihe im Untergeschoss ab. Ist dieser Bereich saniert, soll er Tagungsgästen bessere und moderne Möglichkeiten bieten. Zudem werden die drei Küchen zu einer Großküche zusammengefasst. Es ist ein großer logistischer Aufwand, die jetzigen Einrichtungen, etwa das Aktionszentrum, zu verlegen. Vorarbeiten haben schon begonnen, unter anderem werden Büros aus diesem Bereich in den Konventbau ziehen.
Auch für die Hausgemeinschaft wird es Veränderungen geben. Die Kapelle der Salesianer wird in den Mindera-Saal ziehen, das ist der Raum über dem jetzigen Café. Früher war es der zentrale Lesesaal der mittlerweile geschlossenen Philosophisch Theologischen Hochschule. Vorausgegangen sei „ein Prozess der Meinungsbildung und Diskussion“, sagt Bily. Der Raum bietet Platz für 70 bis 80 Menschen „und reicht für unsere Bedürfnisse aus“. In der Hauskapelle werden auch weiterhin Gäste am Gebet der Ordensgemeinschaft teilnehmen können.
Aber auch der Mindera-Saal muss saniert werden. Eine der drei Säulen, genauer gesagt die mittlere, wird entfernt. „Deshalb brauchen wir Ersatz-Stützstrukturen“, sagt der Direktor. In der Decke gebe es Risse im Holz, aber, so hofft man derzeit, „die sind nicht so dramatisch“. Weil die Decke nicht „voll historisch“ sei, habe man hoffentlich „gewisse Freiheiten bei der Gestaltung“, sagt Pater Bily mit Blick auf die Denkmalschützer. Diese sind natürlich in die Sanierung mit eingebunden.
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Bereits im September beginnen die Bauarbeiten in der „neuen“ Hauskapelle. Die Kosten belaufen sich auf mehrere hunderttausend Euro. Man hofft, dass der Raum so schnell wie möglich bezugsfertig ist. Denn ab Februar oder März 2019 sollen die Arbeiten im Südtrakt beginnen. In der Zeit des Übergangs soll der Kapitelsaal als Zwischenlösung für die Hauskapelle dienen. Generell, schätzt Bily, werden sich die gesamten Arbeiten im Kloster zwei bis drei Jahre hinziehen.
Die jetzige Hauskapelle wird dann wieder zum Fürstensaal. „Dieser Saal war ja nie ein geistlicher Raum“, sagt Bily. Das wurde er erst mit dem Einzug der Salesianer ins Kloster 1930. „Wir führen den Fürstensaal also zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurück.“ Dieser wird dann Tagungsgästen zur Verfügung stehen. Diese sind eine wichtige Einnahmequelle für den Orden, und die Salesianer hoffen, mit einer guten Organisation auch während der Bauarbeiten diese Gäste halten zu können. „Wir werden in dieser Zeit sicherlich den Barocksaal mehr für Tagungen vermieten“, sagt Bily. Es könnte dann zwar passieren, dass Tagestouristen ihn bei Führungen nicht jederzeit besuchen könnten, „aber dafür bitten wir jetzt schon um Verständnis“. Dafür werde man ihnen dann andere, sonst nicht zugängliche Räume im Kloster zeigen, etwa den ehemaligen Bibliothekssaal. Zudem werde man auch mit der Katholischen Stiftungshochschule und dem Zentrum für Umwelt und Kultur zusammenarbeiten, um deren Räume mit benutzen zu können.
