Knabenchor-Festival

Limburger Absage kommt Tölz teuer

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Beim Knabenchor-Festival im Juni begeisterten die jungen Stimmen das Publikum. Hinter den Kulissen aber musste kurzfristig umdisponiert werden.

Das Knabenchor-Festival in Bad Tölz erfreut sich großer Beliebtheit. Dieses Jahr aber beschert es der Stadt 23 000 Euro mehr Defizit, als geplant.

Bad Tölz Positiv war die erste Bilanz nach dem diesjährigen fünften Knabenchor-Festival ausgefallen. In der Sitzung des städtischen Finanzausschusses am Dienstag ging es nun aber um die „schnöden Zahlen“, wie 3. Bürgermeister und Kulturreferent Christof Botzenhart schon vor der Sommerpause angekündigt hatte. Und die hielten nicht nur Erfreuliches bereit: Wie Kur- und Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter auf Nachfrage von Stadtrat Anton Mayer (CSU) sagte, seien die Ausgaben aufgrund der kurzfristigen Absage der Limburger Domsingknaben auf 92 000 Euro gestiegen.

An Einnahmen habe man 24 000 Euro erzielt, sodass das ohnehin schon auf 45 000 Euro angesetzte Defizit um 23 000 Euro überschritten wurde.

Wegen interner Querelen hatten die bereits engagierten Limburger Domsingknaben für den Festabend nicht ausreichend Sänger aufbieten können. Wie Hohenreiter ausführte, wurden stattdessen der Reutlinger Knabenchor Capella Vocalis und die Wiltener Sängerknaben verpflichtet. Beide deckten gemeinsam das Programm der Limburger ab.

Dabei entstanden allerdings Mehrkosten durch Fahrten (3500 Euro), Verpflegung (2000), Übernachtung (3000) und vor allem durch neue Prospekte, Flyer und neue Radiowerbespots. Die alten waren bereits im Vorfeld aufgezeichnet worden. Es habe aber keine Alternative gegeben, da man den Kunden gegenüber nicht vertragsbrüchig werden wollte.

Willi Streicher (SPD) meinte, das Defizit sei doch ein Fall für den erst unlängst vom Stadtrat ins Leben gerufenen Ausfallfonds für Veranstaltungen: „Keiner konnte etwas für diese Entwicklung.“ Dem widersprach Kämmerer Hermann Forster: „Der Fonds ist gedacht für Veranstaltungen, bei denen von vornherein ein Defizit zu erwarten ist. Er ist kein Ventil für hinterher.“ Letztlich sei es aber, so räumte er ein, ohnehin egal, aus welcher Haushaltsstelle das Defizit beglichen werde.

Peter Wiedemann (FWG) regte aus seiner Sicht als Geschäftsmann an, man solle das Defizit auf das Jahr 2021 „vortragen“, wenn das nächste Festival stattfindet. Das hielten weder Botzenhart noch Ludwig Janker (CSU) für eine gute Idee.

Die Zahlen für das Festival wurden im Zusammenhang mit dem Budgetbericht der Tourist-Information diskutiert. Hier führte Hohenreiter aus, dass man von den heuer bewilligten 810 000 Euro nach dem ersten Halbjahr 166 000 Euro verbraucht habe. Man rechne beim Fremdenverkehrsbeitrag mit Mindereinnahmen in Höhe von 20 000 Euro, denen aber 15 000 Euro mehr beim Kurbeitrag gegenüber stehen.

Kopfzerbrechen bereiten Hohenreiter die gestiegenen Personalkosten, obwohl der bisher im Referat 2 angesiedelte Wirtschaftsförderer Falko Wiesenhütter inzwischen ins Bürgermeisteramt gewechselt ist und seine Nachfolgerin erst zum 1. November eingestellt wird. „Es kann so oder so ausgehen“, so Hohenreiter zu einer möglichen Budgetüberschreitung. „Aber ich wollte die Situation schon einmal darstellen.“ (Karl Bock)

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