VonChristiane Mühlbauerschließen
In einem feierlichen Gottesdienst wurde am Sonntag Anna Ammon zur Pfarrerin ernannt. Sie tritt ihre erste Stelle bei der evangelischen Kirchengemeinde im Loisachtal an.
Kochel am See/Benediktbeuern – Es regnete in Strömen, als sich zahlreiche Gläubige am Sonntagnachmittag zum Festgottesdienst in der evangelischen Kirche in Kochel einfanden. Unter ihnen waren auch Pfarrer Pater Heiner Heim und Diakon Hubertus Klingebiel aus Benediktbeuern, quasi die direkten „Amtskollegen“ von Anna Ammon auf katholischer Seite. Auch aus Rosenheim waren Gäste gekommen. Dort war Ammon bis vor Kurzem als Vikarin tätig.
Die zweite Pfarrstelle werde mit einer „kompetenten und engagierten Pfarrerin besetzt“, freute sich die Kochler Pfarrerin Elke Binder, als sie den Gottesdienst eröffnete. In diesem wurde Anna Ammon ihre Ernennungsurkunde überreicht. Die Einführungsansprache hielt der stellvertretende Dekan Florian Gruber aus Wolfratshausen. Die Aufgabe eines Pfarrers sei heute noch so aktuell wie vor 2000 Jahren, sagte Gruber. Es gehe darum, von der Liebe Gottes zu berichten und diese weiterzugeben. Die Aufgabe sei nicht immer leicht, sagte Gruber in Bezug auf viele Herausforderungen im menschlichen Leben. Orientierung, Ziele und Werte vermittle man nicht nur an jene Menschen, die zur Kirche gingen, sondern letztlich an die ganze Gesellschaft. Die „Palette der Sorgen der Menschen“ sei heute ähnlich wie zu Jesu’ Lebzeit und beinhalte den Kampf gegen Ungerechtigkeit und Armut sowie den Einsatz für Frieden und eine gesunde Umwelt.
Als Anna Ammon zur Kanzel schritt, stand ihr die Freude über die neue Aufgabe ins Gesicht geschrieben. Die 32-Jährige, geboren im Landkreis Donau-Ries und aufgewachsen in Franken, hatte als Studentin ihr Gemeindepraktikum in Kochel gemacht und sich jetzt explizit um diese Stelle beworben. Seit Kurzem lebt sie in Großweil. Zu Beginn ihrer Predigt dankte sie für die herzliche Aufnahme, nahm Bezug auf das Blaue Land und auf die Farbe Blau als Symbol für den Glauben an Gott. Aufbauend auf Psalm 37 („Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird’s wohl machen“), sprach Ammon über das Thema Vertrauen. Man brauche Mut und Offenheit, sich auf neue Menschen einzulassen. „Oft zeigt Gott neue Wege, mit denen man nicht gerechnet hatte.“ Sie freue sich auf ihre neue Arbeit und sei dankbar, jetzt Teil dieser Gemeinde zu sein.
Weltlicher Empfang im Bonhoeffer-Haus in Benediktbeuern
Beim anschließenden weltlichen Empfang im Bonhoeffer-Haus in Benediktbeuern, moderiert von Hermann Tebbe vom Kirchenvorstandsteam, sprachen auch die Bürgermeister Toni Ortlieb (Benediktbeuern und Thomas Holz (Kochel), Letzterer auch in seiner Eigenschaft als Vize-Landrat. Beide Bürgermeister hoffen auf eine gute Zusammenarbeit und überreichten kleine Willkommensgeschenke. Auch Pfarrer Pater Heiner Heim, Pfarrerin Anika Sergel-Kohls (Vertreterin des evangelischen Pfarrkapitels aus Miesbach) sowie Kirchenvorsteher Bernd Vierthaler aus Rosenheim überreichten Präsente und hielten kurze Ansprachen.
„Ich danke Ihnen allen von Herzen für die große Wärme und Offenheit“, sagte Anna Ammon, bevor sich anschließend beim Buffet noch zahlreiche nette Gespräche ergaben.
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