VonChristiane Mühlbauerschließen
Reisende mit der Deutschen Bahn kommen derzeit im Loisachtal nur langsam voran: Seit Tagen fährt die Bahn mit verminderter Geschwindigkeit, teilweise fallen Züge aus.
Kochel am See – Der Grund ist kurios: Auf der Strecke war vor Kurzem routinemäßig ein sogenannter Gleismesszug unterwegs. Das ist ein „Sicherheitszug“, der überprüfen soll, ob die Gleise noch in Ordnung sind, oder ob es zum Beispiel aufgrund großer Hitze Schäden an den Gleisen gibt, berichtet ein Pressesprecher auf Nachfrage. Im Nachhinein stellte sich dann jedoch heraus, dass das Messgerät keine verwertbaren Daten lieferte – sprich, man weiß nicht, ob Gleise eventuell beschädigt sind oder nicht. „Aus Sicherheitsgründen wurde deshalb verfügt, dass die Züge vorsichtshalber nur mit Tempo 70 fahren dürfen“, sagt der Pressesprecher.
Denn weil der Gleismesszug sozusagen „einen vollen Terminkalender habe“, könne er nicht „von heute auf morgen“ die gleiche Strecke nochmal befahren. Immerhin konnte schon für den 25. Oktober, also kommenden Donnerstag, ein neuer Termin vereinbart werden. Findet der Messzug keine Schäden, läuft der Zugverkehr ab Nachmittag wieder normal. Findet sich aber doch etwas, sollte sich der Schaden zwischen 27. und 29. Oktober reparieren lassen. Denn in diesen Tagen (Samstag bis Dienstag) soll der Abschnitt zwischen Kochel und Bichl ohnehin nochmal gesperrt werden. Grund sind die aktuellen Bauarbeiten, unter anderem der neue Übergang im Bichler Falak, die Brücke in Benediktbeuern und Arbeiten für die elektronischen Stellwerke, die ab November in Betrieb gehen sollen. Die Deutsche Bahn investiert auf der Strecke rund 20 Millionen Euro in eine neue Technik.
Weil es sich bei der Kochelseebahn um eine eingleisige Strecke handelt, können bei verminderter Geschwindigkeit die Zugkreuzungen in den Bahnhöfen nicht stattfinden. Es kommt zu Zugverspätungen und Ausfällen im Berufsverkehr. Seit Donnerstagnachmittag werden die ausfallenden Züge durch Busse ersetzt. Die Verspätungen wirken sich auch auf den Regionalverkehr zwischen Tutzing und München aus. Die Bahn entschuldigt sich für die Umstände.
