ENTSCHEIDUNG PRO ASYLUNTERKUNFT

Kommentar: Vorbildlicher Dialog zwischen Anwohnern und Gemeinde Schliersee

+
Könnte rund 40 Flüchtlinge beherbergen: das frühere Verwaltungsgebäude der Firma Warnecke & Böhm.
  • schließen

Die insgesamt noch unklare Unterbringung von 44 Asylsuchenden besorgt die Nachbarn in der Schlierseer Laubenbachsiedlung. Dennoch fand ein vorbildlich sachlicher Dialog dazu statt. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Dieter Dorby.

Das Thema Asylbewerber ist heikel. Einerseits geht es darum, Menschen zu helfen. Andererseits wollen unmittelbar Betroffene nicht ungeschützt etwaigen Beeinträchtigungen ausgesetzt sein. Eine Situation, die schnell eskalieren kann.

Umso mehr ist es hervorzuheben, wie sachlich und nüchtern das Thema im Schlierseer Bauausschuss behandelt wurde. Weil die betroffenen Anwohner in der Sitzung kein Rederecht hatten, gab es im Anschluss daran eine Aussprache mit dem gesamten Gremium – ein Schritt, den erfahrungsgemäß nicht jeder Bürgermeister gemacht hätte.

Lesen Sie auch den Bericht zum Kommentar: Ausschuss stimmt Flüchtlingsunterkunft in Bürogebäude zu

Auch der Austausch verlief extrem konstruktiv. Natürlich haben die betroffenen Nachbarn von Warnecke & Böhm Sorgen und Bedenken, weil sie nicht wissen, welche Menschen dort bis Ende des Jahres einziehen. Gleichzeitig aber galt ihre Sorge auch den neuen Nachbarn, dass diese gut versorgt und integriert werden. Und die Gemeinde hörte gut zu, bezog Stellung, nahm die Sorgen ernst.

Die Bereitschaft, Lösungen zu finden, ist wohl nicht nur in diesem Fall groß. Je mehr die Belastung aber zur Überlastung wird, umso mehr dürften hässliche Töne laut werden. Eine Konsequenz, die die Politik extrem ernst nehmen muss.

ddy

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion