VonManuel Eserschließen
Jetzt ist klar: Die Freisinger Zuchtbetriebe Baumgartner und Nadler trifft keine Schuld an dem Fisch-Skandal in Freising. Doch die Behörden hätten schneller handeln müssen.
Das Verfahren gegen die Freisinger Fischzuchtbetriebe Baumgartner und Nadler wurde eingestellt. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die beiden nicht dafür verantwortlich sind, dass Fische im Gewässersystem der Moosach mit Malachitgrün verseucht worden sind. Das bei Verzehrfischen verbotene Mittel hat mutmaßlich ein Betrieb aus dem Kreis Dachau in die Aquakultur eingeleitet. Die Freisinger Betriebe wurden damit komplett entlastet.
Ein Grund für Jubelsprünge ist das aber nicht. Zwar sollte die Erklärung der Staatsanwaltschaft dazu beitragen, den guten Leumund der beiden Unternehmen wiederherzustellen, aber der finanzielle Schaden für sie ist gewaltig. Daran sind auch die Behörden schuld, die sich enorm schläfrig verhalten haben. Bereits im September tauchten die ersten belasteten Fische auf – die beiden Betriebe aus Freising durften daraufhin keine eigenen Fische mehr verkaufen.
Doch die frühesten Proben, die belegen, dass Baumgartner und Nadler an dem Fisch-Skandal unschuldig sind, stammen vom Dezember. Das Umweltministerium gab die Zahlen, die dem FT vorliegen, auch erst auf großen Druck des SPD-Verbraucherschutz-Experten Florian von Brunn weiter. Eine Langzeituntersuchung der Moosach fand gar erst ab Ende Januar statt. Und erst jetzt im Mai wurden die Freisinger Unternehmen reingewaschen.
Die Behörden hätten viel schneller handeln müssen, um die Freisinger Züchter aus der Schusslinie zu nehmen. Die haben inzwischen etliche Kunden verloren und stehen vor einem finanziellen Trümmerhaufen. Sie können nur noch auf Schadensersatz hoffen. Die Mühlen sollten ab sofort schneller mahlen.
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