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In der bisherigen Fassung des Regionalplans liegt die Gemeinde Irschenberg noch an der in Richtung Ost-West verlaufenden Entwicklungsachse von überregionaler Bedeutung. Diese soll in der neuen Fassung wegfallen - Irschenberg wird nur noch als ländlicher Raum geführt und nicht als Grundzentrum. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Dieter Dorby.
Es muss nicht jeder alles haben. So gesehen ist eine Regionalplanung mit Abstufungen durchaus sinnvoll. Und ja: Es kann nicht jeder Zentrum sein. Aber: Im landkreisweiten Vergleich kann man schon das Gefühl bekommen, dass einige Kommunen klein gehalten werden, weil es solche eben auch geben muss.
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Im Fall von Irschenberg mit über 100 Ortsteilen, Weilern und Einöden, mag auf den ersten Blick landwirtschaftlicher Raum dominieren, doch bei genauerer Analyse herrscht dort 24 Stunden Betrieb – vor allem wegen der A 8. Die Gemeinde hat zwar keinen Supermarkt, aber große Tankstellen, an denen rund um die Uhr eine Versorgung möglich ist. Und dass das ÖPNV-Angebot dünn ist, liegt auch daran, dass es leider keine übergeordnete Planung gibt, die Buslinien in den Nachbarlandkreis Rosenheim forciert.
Die vier Gemeinden tun gut daran, ihr Leistungsvermögen gemeinsam ins rechte Licht zu rücken, um nicht später Schaden zu erleiden. Und mal ganz ehrlich: Mit Blick auf die Grundstückspreise hat der Landkreis Miesbach eh nichts mehr mit ländlichem Raum zu tun. Schon lange nicht mehr.
ddy
