KAPAZITÄTEN ERSCHÖPFT

Kommentar zur Flüchtlingswelle: Wo soll das noch hinführen?

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Noch Schwerpunkt: 43 Ukrainer leben aktuell in der Turnhalle der Miesbacher Berufsschule, in Weyarn hat das Landratsamt eine Unterkunft mit 18 Plätzen angemietet – wenig, bei 1135 Geflüchteten im Landkreis. Demnächst sollen mehr Plätze hinzukommen.
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Keine Kapazitäten mehr, aber die Regierung schickt weiter Busse voller Flüchtlinge und Asylbewerber in den Landkreis Miesbach. Die Lage vor Ort? Offenbar egal. Stattdessen langwierige Bürokratie-Anforderungen. Wo soll das noch hinführen? Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Dieter Dorby.

Es ist empörend, wie das Landratsamt bei der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern von Staat und Regierung allein gelassen wird. Miesbach ist hier in guter Gesellschaft mit anderen Kommunen. Der Druck wird nach unten weitergegeben. Ober sticht Unter – das letzte Glied in der Kette hat Pech.

Wie das an der Basis alles bewältigt werden soll, scheint keine Rolle zu spielen. Dass die Menschen untergebracht werden müssen, ist eine Sache. Sie einfach zuzuweisen, obwohl es – wenn überhaupt – nur extrem wenige Plätze gibt, ist zumindest fragwürdig. Zumal von staatlicher Seite viel zu wenig Unterstützung kommt für die Bemühungen der Kreise, immer neue Unterbringungskapazitäten zu schaffen.

Lesen Sie auch den Bericht zum Kommentar: Landratsamt Miesbach funkt SOS - „Flüchtlingswelle überrollt uns“

Zeit ist entscheidend, dennoch leisten wir uns den Luxus, unsere Bürokratie weiter zu kultivieren. Wie soll das weitergehen? Wie viele kommen noch? Wo sollen die Menschen hin? Wer betreut sie? Wer bezahlt das? Diese Fragen bleiben von ganz oben weiter unbeantwortet.

ddy

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