Ernst Grünwald ist zuversichtlich, dass die Wählergruppe Ammerland wieder zwei Vertreter in den Münsinger Gemeinderat bringt. Der bisherige Dritte Bürgermeister kandidiert auf Platz eins der Liste.
Ammerland – Auf Platz zwei folgt Georg Sebald. Als ehemaliger Vorsitzender der Musikkapelle Münsing sowie kulturell und sozial engagierter Familienvater ist der 41-Jährige vielen Gemeindebürgern bekannt. Verzichten müssen die Ammerlander diesmal auf den amtierenden Gemeinderat Professor Matthias Richter-Turtur. Er tritt für die Grünen an.
Die Aufstellungsversammlung am Mittwochabend im Gasthaus Gerer verlief harmonisch. Aus 16 Vorschlägen hoben die Anwesenden in geheimer Wahl den Zahnarzt Dr. Moritz Kolbinger (39) auf Platz drei, die angehende Schneiderin Maria Sebald (19) auf Platz vier und die Künstlerin Christiana Biron (42) auf Platz fünf. Insgesamt finden sich neun Frauen und etliche jüngere Bewerber auf der Liste. Fünf der 21 Stimmberechtigten votierten dafür, einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen. Ein konkreter Vorschlag für eine Person wurde aber nicht gemacht. „Ich denke, die Mehrheit ist mit der Arbeit von Bürgermeister Michael Grasl sehr zufrieden. Sonst gäbe es ja schon einen Gegenkandidaten“, meinte Ernst Grünwald.
Grünwald versprach im Fall seiner Wiederwahl an zwei Ammerlander Dauerthemen „dran zu bleiben“. Das erste ist ein Radweg von Münsing nach Ammerland entlang der Kreisstraße. Das Problem sei der Grunderwerb, sagte Grünwald. Die Gemeinde brauche mindestens fünf Meter Breite, um auch noch einen Grünstreifen anlegen zu können. Der zweite Dauerbrenner ist der Hochwasserschutz und der damit verbundene Bau eines Feuerwehrhauses am Kapellenweg. Das Büro SKI beschäftige sich mittlerweile auch schon wieder rund zehn Jahre mit einer Lösung, so Grünwald. Die Realisierung scheitere auch hier an Grundstückseigentümern.
Ein dritter Punkt ist neu hinzugekommen. Die Ammerlander wünschen sich ihren Dampfersteg zurück. Grünwald machte wenig Hoffnung. Nachdem Reiner Sailer den Vertrag mit der Bayerischen Seenschifffahrt zur Benutzung seines Grunds als Zugang zum Steg nicht verlängert hat, hat die Schifffahrt laut dem Dritten Bürgermeister „überhaupt kein Interesse daran“, an anderer Stelle einen Haltepunkt einzurichten, weil in Ammerland nur vier Prozent aller Fahrgäste zusteigen.
An weiteren Anliegen für Ammerland wurden von den Kandidaten eine Verbesserung der Parkplatz- und Verkehrssituation entlang des Seeufers sowie ein Bestattungswald genannt (Hans Werner Hey und Petra Hirn). Grünwald verwies diesbezüglich auf die Möglichkeit von Baumbestattungen auf dem Degerndorfer Friedhof. Die Gemeinde wolle ihre eigenen Friedhöfe sicher nicht durch einen Bestattungswald in Ammerland schwächen.
Die Kandidaten der Wählergruppe Ammerland
1. Ernst Grünwald, 63, Bildhauer
2. Georg Sebald, 41, IT-Elektriker
3. Dr. Moritz Kolbinger, 39, Zahnarzt
4. Maria Sebald, 19, angehende Schneiderin
5. Christiana Biron, 42, Künstlerin
6. Bernhard Döhla, 41, Diplom-Ingenieur
7. Erich Kühn, 65, Finanzbeamter in Pension
8. Senta Gerer, 31, Verwaltungsfachangestellte
9. Petra Hirn, 52, Arzthelferin
10. Matthias Zündorff, 50, Fliesenleger
11. Dr. Cornelia Winkler, 65, Ärztin
12. Katrin Graf, 19, Auszubildende zur Industriekauffrau
13. Dr. Hans Werner Hey, 80, Zahnarzt
14. Tobias Böck, 29, Industriemeister
15. Maria Lanzinger, Architektin
16. Kathrin Müller-Menrad, 54, Nachrichtensprecherin
17. Manuela Sedlmeir, 65, Oberstudienrätin
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