„Viel mehr erwartet“

Bittere Niederlage: Attenkirchens Bürgermeister Martin Bormann unterliegt Mathias Kern

+
Während Attenkirchens Amtsinhaber Martin Bormann (l.) sichtlich enttäuscht ist, kann sich Mathias Kern freuen: Er wird neuer Bürgermeister.

Eindeutig abgewählt: Attenkirchens Bürgermeister Martin Bormann muss seinen Platz für Mathias Kern räumen. Der Amtsinhaber ist bitter enttäuscht - die Konkurrenz freut sich.

Attenkirchen – Während in den meisten Gemeinden bereits so mancher Sektkorken knallte, war die Stimmung in Attenkirchen auch noch um 21 Uhr spürbar angespannt. Zwar holte Mathias Kern von der Wählervereinigung WIR die meisten Stimmen – allerdings könnte es je nach Entscheidung des Wahlausschusses immer noch zu einer Stichwahl kommen.

Fünf Stimmen halfen Kern zu 50,2 Prozent

„Jede Stimme zählt“, betonte Kern und meinte damit: Nur fünf Stimmen halfen ihm zu den 50,2 Prozent. Zwar hätten seinen beiden Konkurrenten Walter Schlott (Perspektive Attenkirchen/GoL) und der amtierende Bürgermeister Martin Bormann (BG) telefonisch zugesichert, dass sie auf keine Nachzählung und somit auf keine Stichwahl Wert legen würden – allerdings „ohne Garantie“. Man würde auf die Entscheidung des Wahlausschusses warten müssen.

Dennoch freute sich Kern „riesig“ über die eindeutige Wähler-Entscheidung, dass sich etwas in Attenkirchen ändern müsse. Zwei Drittel der Bürger, so Kern, wollen einen Wechsel – auch, weil seiner Meinung nach in der Vergangenheit „zu wenig gemacht“ worden sei. Es sei ihm sehr wichtig, die „Gräben“ in der Gemeinderats-Arbeit endlich schließen zu können. Aufgrund der aktuellen Corona-Problematik fiel die Feierlichkeit nur sehr „gedämpft“ aus: Kern stieß mit Freunden im Dorfzentrum an.

Bormann hat „viel mehr erwartet“

„Grottenschlecht“ hingegen empfand Martin Bormann sein Wahlergebnis von 32,4 Prozent. Er habe sich „viel mehr erwartet“ und wisse nicht, welche Fehler er gemacht habe. Bei einer „Wahlparty“ im privaten Rahmen erklärte Bormann: „Ich habe sechs Jahre lang mein Herzblut in die Arbeit gesteckt.“ Er habe „keine Ahnung“, weshalb er so ein schlechtes Ergebnis eingefahren habe. Die Rückmeldungen von den Leuten beim Wahlkampf wären immer „sehr positiv“ gewesen. Für Bormann gelte aber: „Hop oder Top“ – denn zwar stehe er auch als Gemeinderat auf der Liste, allerdings wolle er das dann nicht mehr wahrnehmen.

Gelassen nahm Walter Schlott das Ergebnis von 17,4 Prozent hin – wenngleich auch er gedacht habe, vielleicht sogar in die Stichwahl zu kommen. Doch davon wollte er sich letztendlich die Feierlaune nicht vermiesen lassen.   

Richard Lorenz

In Moosburg wird es spannend: In zwei Wochen müssen sich die Bürger in der Stichwahl zwischen Michael Stanglmaier und Josef Dollinger entscheiden. Georg Hadersdorfer profitierte nicht vom CSU-Bonus der Amtsinhaberin.

Alle Ereignisse und Ergebnisse der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Freising gibt es in unserem Live-Ticker zum Nachlesen.

Kommentare