FWG fühlt sich fürs Wahljahr gerüstet

Lindmair will Tölzer Bürgermeister werden:  „Der Richtige für die nächsten Jahre“

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Gut gerüstet fürs Wahljahr fühlt sich die Tölzer FWG mit Vorstand Andreas Wiedemann (stehend) und Bürgermeisterkandidat Michael Lindmair (2. v. vorne).

„Ich traue mir das Amt zu und ich habe die Visionen, Ziele und Demut dafür.“ Allzu tief ließ sich der erklärte Bürgermeisterkandidat der Tölzer FWG bei der Hauptversammlung im Binderbräu zwar thematisch noch nicht in die Karten schauen. Aber ein paar gezielte Spitzen schoss er dann doch vor allem gegen die CSU ab.

Bad Tölz – Lindmair demonstrierte unter dem Beifall der rund 30 Mitglieder Selbstbewusstsein. Dem scheidenden Zweiten Bürgermeister Andreas Wiedemann fiel es so nicht schwer, zu loben: „Michael Lindmair ist der richtige Mann für die nächsten Jahre, ach was, Jahrzehnte, er ist ja noch jung.“ Wichtig: Lindmair ist zwar der Wunschkandidat der Fraktion. Endgültig nominiert werden er und die Stadtratskandidaten aber erst am 24. Oktober.

Lindmairs Aufgabe wird bis dahin nicht leicht sein. Mit Andreas und Peter Wiedemann, Margot Kirste und Florian Rein verlassen politische Schwergewichte und Stimmenfänger das Stadtratsgremium. Für den Neuaufbau der Fraktion wurde in der Hauptversammlung deshalb eifrig geworben. Speziell an Frauen mangelt es, wie Ulrike Bomhard anmerkte.

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Tobias Fuhrmann sprach sich dringend dafür aus, die Kommunikationsplattformen der Zukunft, die Sozialen Medien, besser zu bespielen. Der politische Gegner – gemeint war die CSU – sei da schon sehr aktiv. Das werde schon noch geschehen, erwiderte Lindmair und landete einen ersten Seitenhieb auf die Rathausführung. „Die Neuen Medien sind ja an der Stadt Bad Tölz bisher völlig vorbeigegangen.“

Bürgermeisterwahl 2020/Bad Tölz: Lindmair will Bürgermeister werden

Landrat und FWG-Mitglied Josef Niedermaier ergänzte, dass man sich darauf einstellen müsse, dass die rund 30 000 Jungwähler im Landkreis künftig wohl nur noch über die digitalen Kanäle zu erreichen seien.

Lindmair ist gelernter Bankkaufmann, Versichungsfachmann und Immobilienmakler. Als prägende Erfahrung nannte er interessanterweise zunächst aber seine Mitgliedschaft beim Tölzer Knabenchor. Da habe er gelernt, diszipliniert und hart zu arbeiten.

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Als Makler hingegen wisse er, dass „Wohnen das wichtigste Thema in der Stadt Bad Tölz wird“. Da gelte es, viel Versäumtes nachzuholen. Hier folgte Stichelei Nummer zwei in Richtung Stadtführung: Josef Janker könne noch so oft sagen, dass er an der Osterleite 18 mietgünstige Wohneinheiten errichtet habe. Die Jahre davor „hat er das Thema Wohnen einfach verpasst“.

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Auch Josef Niedermaier ist schon ein bisschen im Wahlkampfmodus, auch wenn er betont Gelassenheit zur Schau trug: Er könne und werde jedes Wahlergebnis akzeptieren. Für ihn sind Verkehr und Energiewende die künftigen Kernthemen. Wobei er für Augenmaß plädierte. Die Idee des 365-Euro-Jahrestickets von Ministerpräsident Markus Söder hält Niedermaier für „plemplem“ und nur auf Kosten des Steuerzahlers finanzierbar. Statt bloß auf die Ticketkosten zu schauen, wäre es ihm persönlich viel wichtiger, dass Bahn und BOB pünktlich funktionieren.

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