Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterkandidatin Christine Rinner (CSU) will in Lenggries ein „Miteinander statt Nebeneinander“

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Lieblingsplatz Isar: Christine Rinner (CSU) möchte am 15. März Amtsinhaber Werner Weindl (CSU) nachfolgen.
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Wer wird der nächste Bürgermeister in Lenggries? Christine Rinner (51) geht für die CSU ins Rennen und will ihren Parteikollegen Werner Weindl beerben.

Lenggries – Christine Rinner ist eine Frau, die keine Herausforderung scheut. Das zeigte sich schon Anfang 2015, als sie den Ortsvorsitz der Lenggrieser CSU übernahm. Sie zeigt Haltung, vertritt auch mal Meinungen zu brisanten Themen wie dem „Kreuzerlass“, die nicht ganz dem CSU-Mainstream entsprechen. Sie führe den Ortsverband „mit fester Hand, bodenständig und nachhaltig. Sie äußert sich zu aktuellen Themen stets intelligent, pointiert und wohl durchdacht“, sagte Vize-Bürgermeister Franz Schöttl (CSU), in der Versammlung, in der die 51-Jährige als Bürgermeisterkandidatin nominiert wurde. Dabei ist Rinner durchaus jemand, die ihr eigenes Handeln immer hinterfragt, eine, die immer alles 100-prozentig richtig machen möchte. Manchmal, sagt Rinner, sei sie vielleicht ein wenig zu selbstkritisch. „Vielleicht muss ich mich da etwas breitbeiniger hinstellen“, sagt sie lächelnd.

Job als Köchin beste Voraussetzung für das Bürgermeisteramt

Natürlich gebe es bei manchen Vorbehalte, weil die CSU eine Frau ins Rennen schickt. Das weiß Rinner. „Vielleicht passe ich bei manchen nicht ganz ins Bild. Aber generell bekomme ich auch viel Zuspruch“, sagt die Mutter von drei Töchtern, die seit 2014 im Gemeinderat sitzt. Vor den Aufgaben, die als Bürgermeisterin auf sie zukommen würden, „habe ich großen Respekt, aber ich freue mich auch darauf“, sagt sie. Dabei komme ihr zugute, dass sie gerne und schnell lerne und eine rasche Auffassungsgabe besitze. Das zeigte sich schon in der Schule. Rinner – aufgewachsen mit drei Schwestern in Bichl – legte ihr Abi mit der Note 1,7 ab. Lieblingsfächer: Deutsch und Latein. Danach studierte sie drei Semester, entschied sich aber um – wegen der eher schlechten Berufsaussichten: In einem Tölzer Sternerestaurant ließ sie sich stattdessen zur Köchin ausbilden. Nach einer langen Familienphase ist sie nun als Chef de Partie in einem Restaurant in Iffeldorf tätig und kümmert sich um Vorspeisen und Desserts. „Da kann ich meine Kreativität richtig ausleben“, sagt sie. In ihrem Job müsse sie aber auch gut planen und organisieren können, in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren und improvisieren können, wenn’s nötig ist. Außerdem brauche es klare Ansagen, oft aber auch ein wenig Diplomatie. Die beste Vorbereitung für das Bürgermeisteramt, findet Rinner, die sich „schon immer gerne politisch engagiert hat“. Und letztlich sei sie ja nicht allein: „Es gibt eine sehr gute Verwaltung.“

Die vier Lenggrieser Bürgermeisterkandidaten diskutieren im Alpenfestsaal - Video-Duell hier in voller Länge

Gefragt nach Bereichen, die sie in der Gemeinde verbesserungswürdig findet, nennt die 51-Jährige als erstes die Verkehrssituation im Dorf. Sie würde gerne eine Umgestaltung von Marktstraße und Kirchplatz anpacken. Mehr Aufenthaltsqualität wünscht sie sich für die Passanten. Das heißt für sie nicht, die Autos aus dem Markt zu verbannen – auch nicht die parkenden. „Das ist ja das Schöne bei uns, dass man vor den Geschäften parken kann.“ Ausbauen möchte sie aber die Radwege – vor allem die überörtlichen Verbindungen. Die Weiterführung des Wegs in die Jachenau wäre wichtig, genauso wie die Umsetzung des straßenbegleitenden Radlwegs an der B 13 nach Bad Tölz. Für einen Halbstundentakt bei der BOB will sie sich einsetzen und für die verstärkte Möglichkeit, im Zug auch Fahrräder mitnehmen zu können.

„Die Natur als Schatz bewahren“

Gut gelaufen ist für Rinner in den vergangenen Jahren vieles in der Gemeinde. „Zwei der größten Erfolge der letzten Jahre waren die Beschlüsse, das neue Pflegeheim selbst zu bauen und die Kaserne zu erwerben“ – auch wenn beides natürlich „Riesenaufgaben“ sind, wie sie anmerkt. Dass sich die Gemeinde die Möglichkeit offenhält, nahe dem neuen Pflegeheim auch einen neuen Kindergarten anzusiedeln, findet Rinner eine gute Idee. Auch in Lenggries sei das Modell, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben, nicht mehr ganz so verbreitet wie früher. „Das Miteinander der Generationen darf aber nicht verloren gehen.“

Alle Infos zur Kommunalwahl am 15. März im Tölzer Land und über die anderen Kandidaten in Lenggries

Als Lieblingsplatz für den Fototermin für dieses Porträt hat die 51-Jährige die Isar gewählt. „Bei uns ist es so schön“, sagt Rinner. „Die Natur als Schatz bewahren“ – auch das ist eines ihrer Ziele. Stark machen will sie sich zudem für eine individuelle Kinderbetreuung, die wirtschaftliche Vielfalt und „ein Miteinander statt einem Nebeneinander“. Generell findet Rinner es „wichtig, sich für Lenggries einzusetzen“. Und genau das will sie tun.

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