Der Bürgermeisterkandidat Larry Terwey führt die 15-köpfige Stadtratsliste der FDP an. Die Liberalen stellen ihre Kandidaten vor.
Geretsried – „1 + X Sitze“ streben die Liberalen bei den Stadtratswahlen in Wolfratshausen an. „X + 1“ sollen es nach dem Willen von Günther Fuhrmann in Geretsried werden. Man habe schließlich einen Bürgermeisterkandidaten, erklärte der Vorsitzende des gemeinsamen Ortsverbands Geretsried-Wolfratshausen den Dreher zur Belustigung der 20 Parteifreunde bei der Aufstellungsversammlung am Freitagabend im Restaurant am Bibisee. Bürgermeisterkandidat Larry Terwey steht erwartungsgemäß auf Platz eins der Liste. Ihm folgen 14 weitere Frauen und Männer. Man habe sich für die Zahl 15 entschieden, weil eine Doppelnennung rechnerisch am einfachsten sei, sagte Fuhrmann.
Bevor die acht Stimmberechtigten den Listenvorschlag des Vorstands in geheimer Wahl ohne Änderungen guthießen, machte Fuhrmann seinem Ärger über die Stadtratspolitik Luft. Er fühle sich als „Einzelkämpfer“ für die FDP oft von wichtigen Informationen ausgeschlossen, beklagte er. „Schlimm“ finde er die jüngste Entwicklung, dass CSU-Stadtrat Volker Reeh nach unüberwindbaren Differenzen mit Bürgermeister Michael Müller (CSU) und seinem Ausschluss aus der CSU-Kandidatenliste nun eine eigene „Geretsrieder Liste“ gegründet habe. Drei Jahre lang sei Reeh von Müller vor allem wegen seiner kritischen Haltung zur Neugestaltung des Zentrums „ignoriert“ und „diskriminiert“ worden, sagte Fuhrmann. Nun „missbrauche“ der Aussteiger seine Liste, um weitere Gegner der Umgestaltung ins Boot zu holen. „Wäre er nicht rausgeschmissen worden, würden diese Leute nicht kandidieren“, glaubt Fuhrmann.
Der FDF-Stadtrat wiederholte seine Kritik an der Verkehrsplanung für die Neue Mitte. Für das Sparkassen-Hochhaus mit sieben Stockwerken, 27 Wohnungen und Büros würden 63 Stellplätze nötig. Fuhrmann fordert, dass die Sparkasse diejenigen, die sie nicht in ihrer eigenen Tiefgarage unterbringt, von der Stadt in der neuen Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz ablöst. Außerdem bemängelte Fuhrmann, dass sich die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage an der Kreuzung Egerlandstraße/Fasanenweg zu nah am dort vorgesehenen Kreisverkehr befindet. Der FDP-Stadtrat befürchtet ein Verkehrschaos. Eines seiner Hauptziele, sollte er wieder gewählt werden, sei deshalb ein Gesamt-Verkehrskonzept für Gartenberg, in dem die Punkte Parkplätze, Verkehrsführung, Radfahrer- und Fußgängerfreundlichkeit sowie Barrierefreiheit berücksichtigt werden sollten.
Spitzenkandidat Larry Terwey liegen nach eigenen Worten Transparenz, Fortschritt und der soziale Bereich am Herzen. „Wir haben mit dem Larry einen Mann, der wie kaum ein anderer für die soziale Marktwirtschaft steht“, lobte Fuhrmann. Edmund Häner sprach sich gegenüber unserer Zeitung für mehr Bürgerbeteiligung aus. Mit einem Live-Stream, den Häner von der Versammlung auf YouTube einstellte, wolle die FDP einen Anfang machen, sagte er. Für die Schulen fordert der vierfache Familienvater eine bessere digitale Ausstattung.
Keiner der Kandidaten stellte sich öffentlich vor. Die meisten seien kommunalpolitisch wenig erfahren, räumte Günther Fuhrmann ein. Nichtsdestotrotz wolle man mit dem Team ab Januar in einen engagierten Wahlkampf starten. tal
Die Kandidaten der FDP
1. Larry Terwey, 54, Leitender Angestellter
2. Edmund Häner, 45, Selbstständiger
3. Günther Fuhrmann, 75, Betriebspädagoge
4. Torsten Mohr, 53, IT-Berater
5. Dr. Marcus-René Lisy, 45, Diplom-Chemiker
6. Patrick Weiß, 34, Gesundheitsökonom
7. Armin Prokscha, 40, Syndikusrechtsanwalt
8. Johann Georg Wagner, 65, Pensionär
9. Rita Golling, 73, Rentnerin
10. Andreas Fuhrmann, 36, Manager Vertriebsinnendienst
11. Diana Terwey, 36, Verwaltungsangestellte
12. Christoph Kühbauch, 49, Verkaufsleiter
13. Sarah Häner, 41, Hausfrau
14. Mario Tunjic, 43, Angestellter
15. Martin Hindelang, 54, Selbstständiger
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