VonAndrea Hermannschließen
Nandlstadt hat einen neuen Bürgermeister: Gerhard Betz hat mit 59,5 Prozent und damit gleich im ersten Wahldurchgang den Sprung an die Rathausspitze geschafft.
Nandlstadt – „Es ist eine Ehre, dein Nachfolger zu sein“, sagte Gerhard Betz (UWN) am Sonntagabend zum noch amtierenden Bürgermeister Jakob Hartl, als ihm dieser gegen 19.30 Uhr offiziell zum Wahlsieg gratulierte. Um 18.53 Uhr waren alle Wahllokale ausgezählt und das Ergebnis war mehr als eindeutig: 1575 Stimmen und damit 59,5 Prozent aller Wählerstimmen konnte der UWN-Vorsitzende und derzeit noch 3. Bürgermeister auf sich vereinen. Franz Mayer (CSU) bekam 788 Wählerstimmen, was 29,8 Prozent ausmacht, Jens-Uwe Klein (IGN) nur 282 Stimmen, was 10,7 Prozent entspricht.
„Das ist ein klarer Wählerwille“
Während sich Gerhard Betz riesig über seinen Wahlerfolg freute, zeigte sich Franz Mayer sehr enttäuscht, als er um 19 Uhr mit seiner Frau Bettina und seinem Parteikollegen Rainer Klier zum Rathaus kam: „Wir haben bei den Wahlveranstaltungen immer einen guten Zuspruch erhalten. Dass sich das jetzt nicht im Ergebnis widerspiegelt, das geht auf meine Kappe.“ Schließlich sei die Bürgermeister-Wahl eine reine Personenwahl. „Ich bin enttäuscht“, gab der CSU-Kandidat offen zu. „Ich hätte gedacht, dass es enger ausgeht. Das ist ein klarer Wählerwille.“ Nun hofft er, „dass es bei der Marktratswahl besser aussieht“.
Gerhard Betz (46) bedankte sich bei seinem Konkurrenten für den „fairen Wahlkampf“. Mayer wiederum wünschte dem neuen Rathauschef „viel Glück und alles Gute für die schwierige Aufgabe“.
Jens-Uwe Klein, der für seine neu gegründete Interessengemeinschaf Nandlstadt angetreten war, ließ sich am Wahlabend nicht im Rathaus blicken.
„Komische Wahl“ für Jakob Hartl
Bürgermeister Jakob Hartl, für den es – nicht zuletzt auch wegen des Coronavirus – eine „ganz komische Wahl“ war, wünschte seinem Nachfolger „eine gute Hand und eine gute Führung unserer Marktgemeinde“. Und er bot Betz an: „Wenn er meinen Rat braucht, bin ich jederzeit bereit, über Sachen zu reden. Aber: Ich werde ihm nichts aufdrängen.“ Auf dieses Angebot werde, er, Gerhard Betz, gerne zurückkommen, schließlich habe Hartl nach 30 Jahren als Bürgermeister ein „wahnsinnig großes Fachwissen“.
Gerhard Betz ließ den gestrigen Abend mit seiner Lebensgefährtin Dagmar Kirmayer gemütlich ausklingen. Und heute wartet eine nicht ganz so leichte Aufgabe auf ihn: Er wird seinen Job als Notfallsanitäter kündigen – aber „dafür ist schon alles vorbereitet“.
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