VonAndreas Beschornerschließen
In Bildung und Schulen will der Landkreis heuer verstärkt Geld investieren. In einem Punkt wurde jedoch Kritik aus den Reihen der Kreisräte laut.
Freising – Fast nur gute Nachrichten gibt es aus dem Kreishaushalt des Jahres 2019 zu berichten: Weil die Umlagekraft der Gemeinden gegenüber dem Vorjahr um satte 12,39 Prozent auf 261,75 Millionen Euro angestiegen ist, kommt der Landkreis heuer ohne Kreditaufnahme aus. Auch die Bürgermeister sind zufrieden, wird doch die Kreisumlage nicht erhöht und verbleibt unverändert bei 47,9 Prozentpunkten. Auch deshalb hat der Kreisausschuss gestern den Etat 2019 einstimmig dem Kreistag zur Annahme empfohlen.
205,7 Millionen Euro umfasst der Ergebnishaushalt 2019, wie Kreiskämmerer Gerhard Six darlegte. Wichtig: Bei einem gleichbleibenden Hebesatz von 47,9 Prozentpunkten nimmt der Kreis von den Gemeinden heuer 125,4 Millionen Euro ein – fast 14 Millionen Euro mehr als in 2018 und über 20 Millionen Euro mehr als 2017. Fast unverändert – und das ist ein weiterer hoher Einnahmefaktor – liegt die Höhe der zu erwartenden Schlüsselzuweisungen bei rund 16 Millionen Euro.
Doch der Landkreis darf das Geld freilich nicht behalten und davon Verwaltung und Investitionen finanzieren. Er muss einen erheblichen Teil auch wieder abgeben: 55 Millionen Euro werden an den Bezirk überwiesen, was um sechs Millionen mehr als 2018 und 12,5 Millionen Euro mehr als 2017 ist. Auch die Krankenhausumlage schlägt mit fast fünf Millionen Euro schwer zu Buche. Immerhin: 6,3 Millionen Euro an Darlehen wird man heuer tilgen können. Anfang des Jahres stand man mit 28,4 Millionen Euro bei verschiedenen Kreditgebern in der Kreide.
Und wofür nimmt der Kreis all das Geld her? Eine Antwort ist klar: für Bildung und Schulen. Da ist der geplante Neubau der Berufsschule an der Wippenhauser Straße, da war der Neubau der Realschule Gute Änger, da war die Realschule Au mit dem jetzt im Bau befindlichen Erweiterungsgebäude sowie die Generalsanierung der Sporthalle des Camerloher-Gymnasiums.
Nicht nur deshalb hatte Landrat Josef Hauner in seiner Vorrede zu den Haushaltsberatungen betont, der Schuldenstand sei „immer noch ansehnlich“ und müsse gesenkt werden. Weitere Großprojekte seien nämlich schon in der Pipeline: der Ankauf des ehemaligen Stabsgebäudes im Steinpark-Areal von der Stadt, um dort sozusagen ein zweites Landratsamt unterzubringen, und der Masterplan zur Umstrukturierung der Gebäudesituation am Klinikum. Dazu noch der Ausbau des ÖPNV: „Das alles wird Geld kosten.“
Auch wenn man angesichts der guten Lage keine neuen Kredite aufnehmen müsse, will der Landrat nicht, dass der Eindruck entsteht, der Landkreis mit seinen 178 000 Einwohnern habe Geld im Überfluss.
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Nur in einem Punkt wurde leichte Kritik aus den Reihen der Kreisräte laut: Albert Schindlbeck (Linke) fand es zwar auch „beeindruckend“, was da an Zahlen auf über 800 Seiten aufgelistet sei. Dass man aber wieder einen guten sechsstelligen Betrag für Tourismus- und Wirtschaftsförderung ausgebe, sei in einer Boomregion wie Freising „kontraproduktiv“. Während Hauner betonte, die halbe Stelle für Wirtschaftsförderung sei für die Koordination da, warf Josef Dollinger (FW) ein abschätziges „Einzelmeinung“ ein. Nein, so Toni Wollschläger (Grüne): Auch er sei der Meinung, man sollte „nicht noch Öl ins Feuer gießen“.
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