REAKTION AUF STADTRAT

Kritik am Sommereis: TEV Miesbach erklärt seine Gründe

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Der TEV Miesbach hat heuer früh mit der Eisbereitung begonnen - aus gutem Grund, wie der Verein erklärt.
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Im Zuge der Diskussion ums Energiesparen in Miesbach kam auch die Rede auf den TEV Miesbach. Wie Michael Lechner (FWG) anmerkte, sei im Miesbacher Eisstadion bereits Eis bereitet worden. Seine Frage dazu: „Wie passt Eis im Hochsommer bitteschön zum Energiesparen?“

Eine Frage, die unsere Zeitung weiterreichte an Oliver Back, Zweiter Vorsitzender des TEV Miesbach. Der verweist darauf, dass das Sommereis einen nicht unwesentlichen Teil im Wirtschaftsplan des Vereins einnimmt. „Wir haben Mitte Juni mit dem Eisbereiten begonnen“, berichtet er. Früher also als die umliegenden Vereine. Damit seien viele Eissportler nach Miesbach gekommen, was dem Verein wichtige Einnahmen beschert. Wie Back betont, werde das Eis nicht mit Gas, sondern mit Strom erzeugt, ebenso laufe der der Entfeuchter mit Strom.

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„Gas brauchen wir nur für das Warmwasser unserer Duschen“, sagt Back. „Da geht’s uns wie allen anderen Sportvereinen.“ Die Wirtschaftlichkeit ist für den TEV ein zentraler Punkt. Denn anders als in den meisten anderen Orten mit Eishallen im Umkreis gehört das Miesbacher Eisstadion nicht der Stadt, sondern dem Verein. Damit kann der TEV zwar frei entscheiden, muss aber – abgesehen von Zuschüssen – den Unterhalt selbst stemmen.

Im Zuge der Eisverfügbarkeit gelang dem TEV auch ein Coup. Die Frauen-Eishockeymannschaft des ESC Planegg, die in der DFEL, der ersten Liga, spielt, hat Miesbach zu ihrem neuen Heimstadion auserkoren. Da wegen der weiten Reisen die Liga Doppelspieltage praktiziert, bedeute das für die Stadt regelmäßig zusätzliche Übernachtungen, erklärt Back.

Hauptmotiv Jugendarbeit

Hauptmotivation für das Sommereis seien aber die Kinder. „Wir haben pro Woche rund 250 Kinder bei uns auf dem Eis – aus Miesbach und der Region“, sagt Back. „Das ist toll. Denn wir sehen es als unsere Verpflichtung, den Kindern ihren Sport zu ermöglichen.“ Gerade nach den schwierigen Corona-Phasen sei dies dem TEV ein besonderes Anliegen. Zumal der Verein ohnehin sehr auf den Breitensport ausgerichtet sei. Mit der Bayernliga-Mannschaft habe das Sommereis wenig zu tun. „Von 50 Stunden pro Woche entfallen dabei zwei auf unsere Erste Mannschaft“, sagt Back. Für den laufenden Betrieb sei die Vermarktung der Eisfläche aber unerlässlich.

Ökologie ist dennoch ein Thema

Der Gedanke von Ökologie und Nachhaltigkeit komme dennoch beim TEV Miesbach nicht zu kurz, erläutert der Vize-Vorsitzende. Dank der energetischen Sanierung der Halle spare sich der Verein viel Geld, was die etwaigen Zusatzkosten für das Sommereis auffange. Und auch die nächste Aktion ist schon in der Mache. So plant der TEV eine Kooperation mit der Bayerischen Regiobahn (BRB). Unter dem Titel „Zug zum Spiel“ wird ein spezielles Bahnticket geplant, mit dem Fans für sechs Euro im BRB-Netz nach Miesbach fahren können – ohne Auto.

ddy

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