Fürstenfeldbruck

Lage angespannt: So viele corona-positive Patienten in Kreisklinik wie nie

+
Das Kreisklinikum in Fürstenfeldbruck.
  • schließen

Der Landkreis Fürstenfeldbruck weist derzeit die höchste Corona-Inzidenz in ganz Bayern auf. Diese Situation spiegelt sich massiv in der Kreisklinik wider: Die Lage ist problematisch.

Fürstenfeldbruck – In der Region Bruck liegt die Inzidenz laut RKI bei 1333. Zum traurigen bayerischen Spitzentrio gehören außerdem die Landkreise Ebersberg und Dachau mit Inzidenzen von 1265 beziehungsweise 1206. Alle liegen im Ballungsraum München, wo gerade die Wiesn zu Ende ging. Entsprechend dieser Entwicklung werden in der Brucker Kreisklinik derzeit mehr corona-positive Patienten behandelt als je zuvor.

Bisheriger Höchststand übertroffen

Am Freitag befanden sich 40 Corona positive Patienten auf der Normalstation, drei Patienten wurden auf der Intensivstation behandelt, zwei davon beatmet. Das berichtet eine Sprecherin der Klinik auf Nachfrage. Diese Zahlen überträfen sogar den bisherigen Allzeithöchststand. „Daher müssen wir die Patienten in insgesamt drei Stationen (plus Intensivstation) unterbringen“, erklärt die Sprecherin.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen FFB-Newsletter.)

Ferner sei die Belegung in der Kreisklinik auch aus anderen Gründen hoch. Zudem gebe es einen außergewöhnlich hohen Krankenstand beim Personal, der allerdings nicht nur auf Corona-Infektionen zurückzuführen sei. „Daher haben wir am Mittwoch bereits alle planbaren Operationen bis kommenden Montag abgesagt.“

Wegen Überlastung bei Leitstelle abgemeldet

Die Situation in den umliegenden Krankenhäusern sei ähnlich. „Daher verzeichnen wir auch in der Zentralen Notaufnahme ein überdurchschnittlich hohes Patientenaufkommen“, so die Sprecherin. „Alles in allem ist die Lage so angespannt, dass unser Haus über das Wochenende bei der Rettungsleitstelle abgemeldet werden muss. Nur die Geburtshilfe ist davon nicht betroffen.“

Dabei gilt noch die Erkenntnis, die zuletzt im Kreistag genannt worden war: Die allermeisten Patienten (an die 90 Prozent) sind mit Corona in der Klinik und nicht wegen. „Beim überwiegenden Teil der Patienten ist Corona ein Nebenbefund“, sagt die Sprecherin. Allerdings stellten diese Patienten dennoch eine große organisatorische Belastung dar, da der Aufwand im Hinblick auf die notwendigen und vorgeschriebenen Hygiene- und Isolationsmaßnahmen immer gleich groß sei, egal ob die Personen „wegen oder mit“ Corona ins Krankenhaus kommen. Außerdem: Corona-Infektionen können den Verlauf anderer Krankheiten negativ beeinflussen, wie der ärztliche Leiter der Kreisklinik im Kreistag betont hatte. Insgesamt sei eine Entwarnung nicht in Sicht, sagt die Sprecherin des Klinikums: „Wir rechnen mit einer weiter steigenden Tendenz.“

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie auf Merkur.de/Fürstenfeldbruck.

Kommentare