Feuerwehren waren ständig im Einsatz

Land unter: So heftig hat das Unwetter am Wochenende den Landkreis Freising erwischt

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Unter anderem auch an der Oberen Hauptstraße in der Domstadt war die Feuerwehr Freising am Freitagabend damit beschäftigt, vollgelaufene Keller leerzupumpen. Insgesamt war die Hauptfeuerwache mit vier Fahrzeugen an sechs Einsatzorten tätig.
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Stellenweise bis zu 30 Liter Niederschlag innerhalb einer knappen Stunde sorgten am Freitag- und am Samstagabend für Feuerwehreinsätze im gesamten Landkreis.

Landkreis – Stellenweise bis zu 30 Liter Niederschlag innerhalb einer knappen Stunde sorgten am Freitag- und am Samstagabend für Feuerwehreinsätze im gesamten Landkreis. Das Afrikafest in Freising musste an beiden Tagen abgebrochen werden.

Mit heftigem Starkregen zogen am Wochenende Gewitterzellen über den Landkreis Freising hinweg. Das sorgte dafür, dass unzählige Keller vollliefen, Gullydeckel aus der Straße gehoben wurden sowie Bäume umstürzten. Die Feuerwehren des Landkreises waren rund 150 Mal im Einsatz. Das Einsatzgebiet erstreckte sich laut Bericht der Kreisbrandinspektion von Freising über Zolling, Attenkirchen, Haag, Plörnbach und Inkofen bis nach Moosburg.

 Stadt Freising

In Freising liefen erstmals am Freitag unter Blitz und Donner laut Auskunft der örtlichen Feuerwehr vor allem in der Altstadt die Keller voll. Die Einsatzspirale begann sich kurz nach 19.30 Uhr zu drehen. So mussten unter anderem an der Oberen Hauptstraße, der Ganzenmüllerstraße und der Heiliggeistgasse vollgelaufene Keller leergepumpt werden. Insgesamt war die Hauptfeuerwache mit vier Fahrzeugen an sechs Einsatzorten tätig. Rund 25 Einsatzkräfte befanden sich bis gegen Mitternacht im Einsatz.

Innerhalb weniger Minuten standen am Freitag und Samstag (wie hier in Freising die Münchner Straße) die Fahrbahnen unter Wasser. Die Abflüsse schafften die Regenmengen nicht.

Weiter ging’s am Samstag etwa um dieselbe Zeit: Wieder krachte es gewaltig in der Atmosphäre und wieder fiel Starkregen. Das bescherte den Einsatzkräfte eine weitere schlaflose Nacht: Über 30 Einsätze fielen an. Besonders heftig betroffen war der Ortsteil Altenhausen, wo der Altenhausener Graben die Ortsmitte zu überfluten drohte.

Gefüllte Sandsäcke lieferte das THW Freising, die eilends von den Helfern an den Grundstücksgrenzen in Altenhausen verbaut wurden.

Regenmengen über 50 Liter pro Quadratmeter und die vom Vortag noch gesättigten Böden sorgten an vielen Stellen in Freising für Überflutungen. Im ganzen Stadtgebiet liefen Keller voll, wurden Gullydeckel vom Wasserdruck ausgehängt und standen Straßen unter Wasser.

Da sich im gesamten Landkreis die Schadensmeldungen häuften, wurde um 19.45 Uhr auch die Kreiseinsatzzentrale in der Hauptfeuerwache besetzt, um die Integrierte Leitstelle bei der Disposition von insgesamt rund 100 Einsätzen zu unterstützen.

 Altenhausen

Ab 21 Uhr spitzte sich am Samstag die Lage in Altenhausen zu und wurde zum nächtlichen Einsatzschwerpunkt für Feuerwehr und THW. Der eigentlich harmlose Wassergraben, der in der Ortsmitte unterirdisch unter der Straße und mehreren Anwesen hindurchführt, staute sich in kurzer Zeit auf und flutete bereits einige tiefer gelegene Anwesen.

Wo eigentlich ein Feld ist, staute sich das Wasser in Altenhausen bis an die Häuser zurück. Mit schwerem Gerät musste die Freisinger Feuerwehr abpumpen.

Da die Gefahr bestand, dass weitere Gebäude überflutet werden, setzte die Feuerwehr eine leistungsfähige Hochwasserpumpe ein, um für die Entlastung der Engstelle zu sorgen. Währenddessen sicherten Feuerwehr und THW gemeinsam an der Marzlinger Straße mehrere Gebäude mit Sandsäcken. Gegen Mitternacht konnte die Lage erfolgreich stabilisiert werden. Die bereits vollgelaufenen Anwesen wurden leergepumpt. Bis gegen 2 Uhr morgens waren beide Feuerwachen mit rund 55 Helfern und zehn Fahrzeugen an über 30 Einsatzorten in der Domstadt tätig.

Auch am Sonntag war zunächst wenig Zeit für Erholung: Um 5.48 Uhr und 7.52 Uhr wurde die Hauptfeuerwache erneut zu einer Technischen Hilfeleistung und zu einem Schwelbrand an der Fabrikstraße alarmiert. Die Feuerwache 2 in Lerchenfeld rückte um 8.24 Uhr nochmals zu einem überfluteten Keller in die Moosstraße aus.

Tatkräftige Unterstützung bei der Inbetriebnahme der schweren Schlauchleitung für die Hochwasserpumpe in Altenhausen leistete ein örtlicher Baggerbetrieb.

 Landkreis

Die Kreiseinsatzzentrale bearbeitete allein am Samstagabend rund 70 Alarme im Landkreis. Überall auch hier: Wasser in vielen Kellern und Gullys, die überliefen und Straßen überfluteten. Viel zu tun hatten etwa die Moosburger FFW-Kräfte unter der Leitung von Kommandant Josef Schwert. „Wir waren mit acht Fahrzeuge und rund 50 Einsatzkräften bis Sonntagfrüh gegen 2.30 Uhr bei etwa 20 Einsätzen unterwegs.“ Neben vollgelaufenen Kellern, die ausgepumpt werden mussten, galt es auch einen Baum wegzuschaffen, der bei Obermarchenbach in eine Überlandleitung gestürzt war. Gefragt waren die Helfer außerdem an der Neuen Industriestraße in Moosburg. Die stand unter Wasser, weil ein Gully verstopft war.

Festivals

Kalt erwischt vom Wetter wurden zwei Open-Air-Veranstaltungen im Landkreis. So musste sowohl am Freitag-  als auch am Samstagabend das Afrika-Fest in der Luitpoldanlage, das bis Sonntag dauerte, wegen des Starkregens abgebrochen werden, wie Mitorganisator Ali Djobo auf Anfrage erklärte: „Bei dem Regen konnte wir einfach nicht weitermachen.“

Nicht beirren ließen sich die Macher vom Fest der Sinne in Nandlstadt: „Wir haben unter-, aber nicht abgebrochen“, erklärte am Sonntagmittag Fest-Organisatior Rainer Klier aus Nandlstadt. Die Mehrheit der Gäste des Kulturfests, das am Sonntag zu Ende ging, blieb. Die Besucher stellten sich unter und warteten, bis das Gröbste vorbei war.

Erst am Pfingstmontag kämpfte der Landkreis Freising bereits mit einem starken Unwetter: Hagel hat dabei massive Schäden angerichtet. Die Aussichten für die kommende Woche sind ebenfalls nicht ohne: Die Unwetterzentrale hat extreme Werte veröffentlicht.

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