Infrastrukturausschuss

Landkreis lässt Konzept für  Alltagsradler erstellen

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Radeln ist beliebt. Immer mehr Menschen nutzen das Rad nicht nur in der Freizeit, sondern auch um alltägliche Wege damit zurückzulegen.
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Wo fehlen Radwege - auch landkreisübergreifend? Welche weitere Infrastruktur wäre nötig, um Alltagsradlern das Leben zu erleichtern? Mit diesen Fragen wird sich das Radverkehrskonzept beschäftigen, das die Kreisräte jetzt auf den Weg gebracht haben.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das integrierte Radkonzept war Thema in der gemeinsamen Sitzung von Infrastruktur- und Kreisausschuss. Im Mittelpunkt stehen dabei in erster Linie nicht die Freizeit-, sondern die Alltagsradler, also diejenigen, die mit dem Radl in die Arbeit, zur Schule oder auch zum Einkaufen fahren. Sie brauchen keine idyllisch gelegenen Strecken, sondern wollen auf möglichst kurzen Verbindungen schnell von A nach B kommen. „Es wird Zeit, dass wir dieses Thema angehen. Wir sind hier die Nachzügler, alle anderen Kreise sind schon viel weiter als wir“, sagte Kreisrätin Cornelia Irmer (FW), die den Antrag erläuterte. Sie betonte aber auch: „Der Antrag ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern ein Ausfluss aus dem Fachbeirat Energie.“ Auch das Strukturgutachten, das für die Planungsregion 17 angefertigt wurde, hat Defizite in der Radwegeplanung festgestellt.

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Irmer sieht in dem Konzept – sofern es später umgesetzt wird – einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. „Es ist kein blinder Aktionismus. Es ist ein Projekt, das unsere Region attraktiver macht.“ Wolle man außerdem die Verkehrswende schaffen, müsse es nicht nur gelingen, mehr Menschen in Busse und Bahn zu bringen, „sondern auch aufs Rad. Und das ist auch noch gesund“, so Irmer. Und letztlich sei ein attraktives Radwegenetz nicht nur gut für die Einheimischen, sondern auch für die Touristen.

„Leidenschaftliche Radler-Plädoyer“

Erstellt werden soll das übergreifende Konzept „in Abstimmung mit den Baulastträgern, den Kommunen und den Nachbarlandkreisen“, betonte Irmer. Vize-Landrat Thomas Holz (CSU) war es wichtig, dass nicht nur der Alltags-, sondern auch der Freizeitverkehr mit berücksichtigt wird. „Wird er“, sagte Irmer. Michael Häsch (CSU) wollte wissen, ob es im Konzept nur um Wege oder auch um weitere benötigte Infrastruktur gehen wird. Beispielsweise um gesicherte Abstellmöglichkeiten für E-Bikes. „Das sind alles Punkte, die mit erarbeitet werden müssen“, sagte Landrat Josef Niedermaier (FW), der Irmer „für dieses leidenschaftliche Radler-Plädoyer“ dankte.

Werner Weindl (CSU) betonte, dass das Thema Radwegebau schon seit vielen Jahren in den Gemeinden ein Thema sei. „Gott sei Dank schaffen wir es immer wieder, neue Wege zu bauen.“ Aktuelles Beispiel: Die lange gewünschte und 2018 endlich in Angriff genommene Verbindung zwischen Lenggries und der Jachenau. Für 2020 hofft der Lenggrieser Bürgermeister zudem auf die Realisierung des B13-begleitenden Radwegs zwischen dem Brauneckdorf, Gaißach und Bad Tölz.

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Generell hatte Weindl noch eine Verständnisfrage. „Wenn wir über gemeindeübergreifende Radwege reden, geht es ja vor allem um Kreis-, Staats- und Bundesstraße. Dafür hat das Staatliche Bauamt eigentlich schon ein Konzept. Was soll das neue noch erarbeiten?“ Vergleiche man das Konzept des Freistaats mit der Liste, was für den Landkreis oder auch die Region wünschenswert wäre, „gibt es hier erhebliche Abweichungen – auch bei den Prioritäten, die gesetzt werden“, sagte Niedermaier. Jetzt gehe es darum, all diese Planungen zu harmonisieren, „damit wir die gleiche Richtung haben und in dieselbe Kerbe schlagen“, so der Landrat. Natürlich würden auch bestehende Konzepte aus den Kommunen mit einfließen.

Die Ausschüsse beauftragten die Verwaltung mit der Ausschreibung des Konzepts. Mit rund 60 000 Euro an Kosten wird gerechnet. Man hofft aber auf eine Förderung über das Leader-Programm.

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