Hotel wird derzeit entkernt

Lederer: Die Abrissklaue packt im November zu

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Das Hotel Lederer wird derzeit entkernt
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Die große Abrissklaue rückt Mitte November an. Bis zum Jahresende wird die markante Fassade des Hotels Lederer Geschichte sein.  Nur ein Nebentrakt bleibt stehen: Hier wohnen Fledermäuse.

Bad Wiessee – „Wir sind im Zeitplan“, stellt Andreas Göbel, Sprecher von Strüngmanns Büro Athos, zufrieden fest. Wie berichtet, wird die ehemalige Luxusherberge am See seit Anfang des Monats entkernt. Viel Arbeit. Auch nach dem letzten Abverkauf von Mobiliar war viel im Haus zurückgeblieben. Den Räumungsverkauf hatte noch ein naher Angehöriger des früheren Hoteliers Josef Lederer organisiert. Der gesundheitlich schwer angeschlagene Senior hatte bis zum Beginn der Abbrucharbeiten auf dem Gelände gewohnt. Vor zwei Wochen ist er ausgezogen. Auch seine vier Ponys haben ein neues Zuhause gefunden.

Die Entkernung schreitet unterdessen gut voran. Das Material wird in Containern sortiert und entsorgt. Wenn vom Lederer am See, einst erstes Haus am Platze, nur noch die nackten Wände geblieben sind, rückt das Abbruchunternehmen mit schwerem Gerät an. An welchem Tag das sein wird, ist noch offen. „Aber auf jeden Fall noch im November“, erklärt Göbel. Es verschwinden das markante Haupthaus am See sowie das L-förmige Nebengebäude, das ans ehemalige Spielbankgelände grenzt. Dagegen bleiben die beiden zusammenhängenden Gebäude im östlichen Bereich stehen. Hier hat sich eine Fledermaus-Population eingenistet, die über den Winter nicht heimatlos gemacht werden darf. Erst im Herbst 2019 lässt Athos auch diesen Trakt abbrechen.

„Ich bin froh, dass die ruhige Zeit jetzt für den Abbruch genutzt wird“, meint Bürgermeister Peter Höß. Das halte die Belastung für die Betriebe in der Umgebung gering. „Im Moment sind ja nur wenige Gäste hier.“ Wenn zur Weihnachtszeit touristisch wieder Hochbetrieb herrscht, legt Athos bei den Abbrucharbeiten eine Pause ein. Bis zum März dürften die Abbrucharbeiten am Lederer beendet sein. Zu Beginn der Tourismus-Saison 2019 soll sich das ehemalige Hotelgelände am Seeufer als ebene Fläche präsentieren, von einem Zaun umgeben. „Da bleibt kein Loch zurück“, meint Göbel.

Nicht angefasst werden vorerst das ehemalige Haus des Gastes und das Hotel Wittelsbach. Beide Immobilien befinden sich ebenfalls im Eigentum der Familie Strüngmann. Um ein Hotel der Extraklasse am See als Leuchtturmprojekt fürs gesamte Tegernseer Tal ansiedeln zu können, hat Thomas Strüngmann in jahrelangen Verhandlungen insgesamt 30 000 Quadratmeter in Bestlage gekauft.

Wie der große Wurf aussehen soll, ist weiterhin offen. Mehrere Entwürfe hat Strüngmann wieder verworfen, zuletzt einen vom Gemeinderat im Juli 2017 im Grundsatz befürworteten Plan für ein Luxushotel sowie fünf Wohn- und Geschäftshäuser. „Wir befinden uns noch in der Abstimmung“, meint Göbel. Wichtig sei doch, dass am Ende etwas Schönes entstehe.

Auf dem Gelände an der Wiesseer Seepromenade wird im Februar auch die Montgolfiade stattfinden. Athos stellt die Flächen zur Verfügung, die Abbrucharbeiten behindern das Programm mit Schmankerlmarkt, Modellballonen und Musik nicht. Heuer hat die Montgolfiade im Rottacher Kurpark stattgefunden – wegen der Abbrucharbeiten, die zwar geplant waren, dann aber doch verschoben wurden. In Bad Wiessee hatte dies für einen Aufschrei gesorgt. Der Start der Ballone erfolgt aber in Rottach-Egern, auf der Oswaldwiese.

Während Strüngmanns Hotelprojekt noch in der Schwebe ist, lässt die Firma Sports Medicine Excellence Group (SME) auf dem benachbarten Jodbad-Gelände ab kommendem Montag die Baustelle einrichten. Auf dem über 22 000 Quadratmeter großen Areal entsteht nach dem Abriss des alten Jodschwefelbads nun ein luxuriöses Hotel mit 121 Zimmern, Wellness- und Sportbereich, vielfältige Gastronomie sowie ein medizinisches Funktionsgebäude, das unabhängig vom Hotel betrieben wird. Für die Architektur zeichnet Architekt Matteo Thun verantwortlich. Der offizielle erste Spatenstich ist für Dienstag, 4. Dezember angesetzt.

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