OB Dieter Reiter übernimmt

„Viele Angriffe gegen mich persönlich“ – Münchner Wohnen: Aufsichtsrats-Chefin Verena Dietl legt Amt nieder

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Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) legt ihr Amt als Vorsitzende des Aufsichtsrates der Münchner Wohnen nieder. OB Dieter Reiter soll übernehmen.

München – Die Münchner Wohnen kommt nicht zur Ruhe: Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) legt ihren Posten als Aufsichtsratsvorsitzende der städtischen Wohnungsbauer nieder. OB Dieter Reiter (SPD) soll das Amt übernehmen.

Verena Dietl bei einem Richtfest. Die 44-Jährige legt den Aufsichtsratsvorsitz bei der Münchner Wohnen nieder.

Münchner Wohnen: Aufsichtsrats-Chefin Verena Dietl erklärt, warum sie ihren Posten an den OB abgibt

„Während meiner Zeit an der Spitze der beiden Gesellschaften sowie der fusionierten Münchner Wohnen habe ich mich der Aufgabe mit enormen Engagement gewidmet“, schrieb Dietl in einer Pressemitteilung von Freitag (2. Mai). Besonders am Herzen habe ihr die Fusion von GWG und Gewofag zur neuen Gesellschaft Münchner Wohnen gelegen. „Es ist uns gelungen, diese Fusion erfolgreich umzusetzen. Die ersten Ergebnisse des Zusammenwachsens der Bereiche zeigen bereits positive Entwicklungen, und ich bin überzeugt, dass sich der Mehrwert der Fusion in den kommenden Jahren weiter bemerkbar machen wird.“

Gleichwohl sei der Prozess der Zusammenlegung nicht zu jedem Zeitpunkt einfach. gewesen. „Viele Angriffe gegen die Münchner Wohnen haben sich auch gegen mich persönlich gerichtet, waren politisch motiviert. Das wird weder den engagierten Mitarbeitern noch den zufriedenen Mieter gerecht.“ Gerade in angespannten Zeiten sollten die politischen Kompetenzen in Sachen Wohnungsbau und Planung beim Oberbürgermeister gebündelt werden. Reiter leite den Planungsausschuss, den IFAK Wohnungsbau und habe den direkten Draht zu Bundes- und Landespolitik, was angesichts der Finanznot und der viel zu geringen Fördermittel enorm wichtig sei.

Aufsichtsratsvorsitz bei der Münchner Wohnen: Für viele aus dem Stadtrat kam die Entscheidung überraschend

„Daher habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen. Ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir die Mitarbeiter der Münchner Wohnen über die Jahre entgegengebracht haben, und blicke zuversichtlich auf die künftigen Aufgaben, die der Gesellschaft bevorstehen.“

Grünen-Chef Sebastian Weisenburger sagte auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Entscheidung kommt für uns überraschend, und wir danken Verena Dietl für ihre Arbeit.“ SPD-Chefin Anne Hübner dankte Verena Dietl für ihren großen politischen und persönlichen Einsatz für die Mieter der Münchner Wohnen. „Der heutige Schritt ist ganz sicher kein leichter für unsere Bürgermeisterin, da sie in den letzten Jahren sehr viel Herzblut und Engagement in diese Aufgabe gesteckt hat. Angesichts der Rahmenbedingungen erkennen wir die Entscheidung jedoch mit großem Respekt an und unterstützen sie.“ Zum jetzigen Zeitpunkt sei es richtig, dass der Oberbürgermeister alle Kompetenzen zum Thema Wohnen und Mieten bei sich bündele und den Aufsichtsratsvorsitz übernehme.

Gleich nach der Stadtratsentscheidung werde er sich mit den Vertretern des Aufsichtsrats, inklusive des Betriebsrats austauschen und sich bei der Auswahl der neuen Geschäftsführung aktiv einbringen, sagte Reiter am Freitag. „Es muss uns gemeinsam gelingen, die Münchner Wohnen wieder auf Kurs zu bringen – im Sinne der Mieter und im Sinne der Mitarbeiter des Unternehmens.“

Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sind

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Im Herzen von München liegt der Marienplatz, wo Besucher auch das Rathaus finden. Für viele womöglich überraschend: der Stadtbezirk Altstadt-Lehel ist flächenmäßig der kleinste Münchens.  © IMAGO/Michael Nguyen
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Kein Wahrzeichen, auf das die Bewohner immer stolz sind: der Hauptbahnhof ist Teil des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Kunstinteressierte kommen im Museum Brandhorst auf ihre Kosten. Es liegt in der Maxvorstadt, die zwischen Odeonsplatz und Stachus unmittelbar an die Altstadt angrenzt und im Osten durch den Englischen Garten begrenzt wird. © IMAGO/imageBROKER/Werner Dieterich
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Der neu gestaltete Elisabethmarkt in Schwabing-West. Mit 151 Einwohnern je Hektar (Angabe der Landeshauptstadt) weist er die höchste Einwohnerdichte aller Bezirke auf.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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1000 Kilometer nach Bordeaux: das sogenannte „Franzosenviertel“ befindet sich im Stadtbezirk Au-Haidhausen. Die beiden Vorstädte sind im Jahr 1854 eingemeindet worden. © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Erholungssuchende aus Sendling kommen gerne an den Flaucher, um sich zu erfrischen. Zentrum des Wirtschaftslebens im Stadtbezirk 6 ist die Großmarkthalle. © IMAGO/Ulrich Wagner
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Eine kurze Auszeit an einem sonnigen Wintertag: Auf diesem Foto genießt sie ein Münchner im Westpark, Teil des Stadtbezirks Sendling-Westpark. © IMAGO/S.Gottschalk
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Der Quartiersplatz auf der Schwanthalerhöhe. „Der Stadtbezirk weist sowohl die zweithöchste Einwohnerdichte als auch den zweithöchsten Ausländeranteil unter allen Münchner Bezirken auf“, heißt es vonseiten der Stadt.  © IMAGO/STL
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Was fürs Auge: Schloss Nymphenburg, die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg. © IMAGO
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1924 bis 1929 nach den Plänen von Bernhard Borst erbaut: die Borstei in Moosach.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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Das Olympische Dorf bei Nacht; es gehört zum Stadtbezirk 11 (Milbertshofen- Am Hart).  © IMAGO/POSS ROLF
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Abendlicher Autoverkehr auf der Leopoldstraße. Sie ist die wohl renommierste im Bezirk Schwabing-Freimann. © IMAGO
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Wacht über Bogenhausen: der beeindruckende Friedensengel. Zum Bezirk gehören auch Oberföhring, Johanneskirchen, Englschalking, Denning, Daglfing und Zamdorf.  © xChristoph_Lischetzkix via imago
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Berg am Laim gehört zu den kleineren Stadtbezirken Münchens. Hier im Bild ist das unweit des Ostbahnhofes gelegene Werksviertel zu sehen.  © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Ein Sommertag am Buga-See. Hier baden Bewohner des Bezirks Trudering-Riem. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
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Der Pfanzeltplatz (Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach) hat sich seinen dörflichen Charakter bis heute bewahrt. © Imago
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Auf der Tegernseer Landstraße bewegen sich vornehmlich Menschen, die im Bezirk Obergiesing-Fasangarten leben. © Jens Hartmann
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Wie es beim TSV 1860, der seine Heimspiele im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße austrägt, läuft, treibt viele Menschen in Untergiesing-Harlaching um. © imago sportfotodienst
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Ein Surfer vergnügt sich an der Floßlände; in einem Stadtbezirk mit nicht unkompliziertem Namen: Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. © STL via www.imago-images.de
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Abendstimmung am Klinikum Großhadern. Der 20. Stadtbezirk Hadern bildet den südwestlichen Stadtrand Münchens.  © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Ja, auch Pasing hat seinen Marienplatz. Gemeinsam mit Obermenzing bildet das Viertel seit 1992 einen Bezirk. © Imago
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Blick auf den Langwieder See, Teil des westlich gelegenen Stadtbezirks Aubing-Lochhausen-Langwied. © IMAGO/Sachelle Babbar
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Ländliche Atmosphäre an einem winterlichen Tag in Allach-Untermenzing. © xmeinzahnx via imago-images.de
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Sehr divers: der Bezirk Feldmoching-Hasenbergl; hier im Blick ist der Blick auf die Feldmochinger Kirche zu sehen. © Copyright: xDreamstimexMolly100x
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Gerade wird viel gebaut in Laim; die Fürstenrieder Straße gilt als Lebensader des Viertels.  © Marcus Schlaf

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Münchner Wohnen: Opposition erwartet nun von OB Dieter Reiter, die Probleme in den Griff zu bekommen

Die Münchner Wohnen hatte zuletzt vielfach für negative Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt war die bis dahin kommissarisch tätige Geschäftsführerin Doris Zoller zurückgetreten.

CSU-Chef Manuel Pretzl sagte, der Rückzug von Verena Dietl komme überraschend, nachdem nach der langen Serie ständiger Personalwechsel gerade endlich etwas Ruhe bei der Münchner Wohnen eingekehrt sei. „Für uns ist diese Entscheidung zu respektieren. Wir erwarten nun vom OB, dass er eines der drängendsten Probleme Münchens – die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum – endlich in den Griff bekommt.“ Dass Reiter nun selbst wieder Verantwortung übernehme sei richtig – aber auch längst überfällig, sagte FDP-Chef Jörg Hoffmann. „Er hätte sich bereits vorher aus der Deckung wagen müssen und sich nicht zuvor vor der Verantwortung drücken dürfen. Ein so bedeutender Posten ist Chefsache – und das hätte er von Anfang an sein müssen.“

Linken-Chef Stefan Jagel: „Die Sozialbürgermeisterin zieht jetzt Konsequenzen bei der Münchner Wohnen. Aber es darf nicht bei der politischen Ebene enden: Die Geschäftsführung trägt die Verantwortung für das Missmanagement. Auch dort erwarte ich klare personelle Veränderungen.“

Rubriklistenbild: © Yannick Thedens

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