VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Ein Zeuge hörte noch einen Schrei, dann sah er den Mann fallen: Die Lenggrieser Bergwacht musste am Feiertag zu einem abgestürzten Wanderer an den Achselköpfen ausrücken.
Lenggries - Das Unglück ereignete sich am Mittwochmittag. Der 30-jährige Mann aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war auf dem Steig an den Achselköpfen unterwegs, als er stolperte und etwa 100 Meter durch felsdurchsetztes steiles Gelände abstürzte.
Ein Zeuge hatte noch einen lauten Schrei gehört und den Mann aus der Entfernung fallen sehen. Er wählte sofort die Notrufnummer 112.
„Mehrere Bergwacht-Teams rückten gleichzeitig aus, um so schnell wie möglich vor Ort zu sein“, so Sylvia Frei, Sprecherin der Lenggrieser Bergwacht. Der Hubschrauber Christoph 1 aus München war schließlich der schnellste, holte zwei Lenggrieser Bergretter im Tal ab und brachte sie zur vermuteten Absturzstelle. Dort konnten die Retter zusammen mit dem Hubschrauber-Notarzt zum Patienten abgelassen werden. Sie übernahmen die Erstversorgung des schwer verletzten Mannes. Er wurde anschließend mit dem Helikopter in die Klinik nach Harlaching geflogen.
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Die Begleiterin des abgestürzten Wanderers wurde von den beiden Lenggrieser Bergrettern zu Fuß ins Tal begleitet, wo sie ein Helfer des Kriseninterventionsdienstes bereits erwartete.
Zeitgleich mit dem Helikopter waren fünf Mann der Lenggrieser Bergwacht mit dem Einsatzfahrzeug über die Stiealm unterwegs zur Absturzstelle. Außerdem waren drei Einsatzkräfte der Bergwachten München und Wolfratshausen von ihrer Diensthütte am Latschenkopf aus zu Fuß zum Einsatzort gestartet.
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Es war nicht der einzige Einsatz für die Lenggrieser Bergwacht am Feiertag. Parallel zum Einsatz an den Achselköpfen brauchte ein junger Mann im Bikepark am Brauneck Hilfe. Der Radler war gestützt und hatte sich eine äußerst schmerzhafte Knöchelverletzung zugezogen. Er wurde von der Lenggrieser Bergwacht erstversorgt.
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In der Früh hatte die Lenggrieser Bergwacht zudem bereits ihren Tölzer Kollegen unter die Arme gegriffen. Eine Mutter suchte am Blomberg vergeblich ihren zehnjährigen Sohn. Während die Tölzer Bergwacht den Zwieselsteig absuchte, übernahmen die Lenggrieser die Recherchearbeit per Telefon und wurden fündig. Der Junge saß wohlauf im Blomberghaus und wurde bereits vom Wirt mit einem kühlen Getränk versorgt.
Am Poschberg kam es in der Nacht zu einem Großeinsatz der Bergwacht. Ein Mann hatte sich verstiegen - und kam nicht mehr weiter. Der Einsatz gestaltete sich kompliziert.
Quelle: Bergwacht Lenggries/Sylvia Frei
