Wallfahrt nach Allerheiligen am 23. Oktober

Erste Leonhardifahrt nach Corona: Neue Doppelspitze übernimmt die Zügel

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Vorfreude auf den 23. Oktober: Erstmals fungieren Josef Quercher (r.) und Anton Mayr (l.) als Komitee-Vorsitzende der Warngauer Leonhardifahrt. Bürgermeister Klaus Thurnhuber (m.) repräsentiert die Gemeinde, die als Mitveranstalter auftritt. Dritter im Bunde ist die katholische Pfarrgemeinde.
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Der vierte Sonntag im Oktober hängt für Warngau sehr hoch im Kalender. „Unser Nationalfeiertag“, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber. Am 23. Oktober freuen sich die Rosserer wieder auf eine große Fahrt. Den Vorsitz des Leonhardi-Komitees hat eine neue Doppelspitze übernommen.

Warngau – Als die Leonhardifahrt in Warngau 1983 neu auflebte, zählte Josef Huber zu den Unterstützern der ersten Stunde. „Der Sepp war fast von Anfang an federführend dabei“, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber. Fast vier Jahrzehnte lang zog Huber als Vorsitzender des Leonhardi-Komitees, das zusammen mit Gemeinde und Pfarrei die Wallfahrt ausrichtet, die wichtigen Fäden. Auf seinen Wunsch hin übernimmt jetzt eine Doppelspitze die Verantwortung: Josef Quercher (54) aus Bernloh und Anton Mayr (55) aus Einhaus sind für die Fahrt am 23. Oktober erstmals als Komitee-Vorsitzende Ansprechpartner für alle Teilnehmer.

Quercher und Mayr sind erfahrene Rosserer. „Schon als junger Bursch bin ich Leonhardi gefahren“, sagt der 54-Jährige. In die neue Verantwortung müssten er und Amtskollege Mayr aber noch hineinwachsen. „Wir werden die Erfahrung vom Huber Sepp noch ein wenig brauchen.“ Der hat zugesagt, die Nachfolger zu unterstützen.

Wichtig ist Quercher der Hinweis, dass die Tradition auch in den Coronajahren 2020 und 2021 nicht abriss. „Eine kleine Fahrt mit 14, 15 Gespannen aus der unmittelbaren Umgebung hat es immer gegeben.“ In kleinstem Rahmen, gewiss. Aber Pfarrer Gottfried Doll habe den vorbeifahrenden Wallfahrern vor Allerheiligen immer auch den Segen erteilt. Damit findet die Wallfahrt am 23. Oktober (Abfahrt 9.30 Uhr in Oberwarngau) zum 39. Mal in Folge statt.

Diesmal freilich freuen sich alle Beteiligtem wieder auf den großen Rahmen. Über 40 Gespanne und viele Reiter werden erwartet. „Es ist eine Leonhardifahrt, die ihresgleichen sucht“, schwärmt der Bürgermeister. Für ihn ist es die erste „große“ Fahrt seit vier Jahren; 2019 war er nach der schweren Stierattacke (wir berichteten) noch zu schwach gewesen. „Die Rosserer schenken uns einen wunderschönen Tag, das wissen wir zu schätzen.“

Einige Bürgermeister, Landrat und Landtagspräsidentin wollen kommen

Leonhardi in Warngau hat über die Jahre immer mehr Teilnehmer und Besucher erlebt. „Wir sind eine der bekanntesten und größten Fahrten im Oberland geworden“, sagt Quercher. Von Teilnehmern weiß Thurnhuber, dass die Rosserer es schätzen, auf der Fahrtroute von Oberwarngau nach Allerheiligen mit zweimaliger Runde über Reitham auch selbst Blicke auf andere Wallfahrer werfen können. Ungezwungen geht es zu beim Aufstellen. „Wer zuerst kommt, fährt zuerst – bei der Reihenfolge bleiben wir locker“, sagt Quercher. „Es ist eine schöne Leonhardifahrt, nicht eng, recht entspannt.“

Möglich ist das Brauchtum nur, weil es im Oberland imme noch viele Rosserer mit Herzblut gibt. „Da steckt viel Idealismus und auch viel finanzieller Aufwand dahinter“, weiß Quercher. Schon zwei Wochen vor dem Termin beginnen die Vorbereitungen.

Wie Thurnhuber berichtet, haben sich für die erste Fahrt nach Corona einige Bürgermeister-Kollegen angekündigt, dazu Landrat Olaf von Löwis und Landtagspräsidentin Ilse Aigner. „Es freut mich, dass sich viele die Zeit nehmen“, sagt der Rathauschef. Schönes Wetter wäre recht, sei aber für den Erfolg der Wallfahrt nicht maßgeblich, sagt Thurnhuber. „Wer öfter mitgefahren ist, der weiß: Jedes Wetter hat was.“

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