Tourist-Info zieht Bilanz

Licht und Schatten bei den Tölzer Tourismus-Zahlen

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Urlauber in der Tölzer Fußgängerzone im Badeteil, im Hintergrund das Kurhaus.

Erstmals seit vielen Jahren ein leichter Rückgang bei den Ankünften (77 121, -1,7 %), dafür aber ein durchaus solides Plus bei den Übernachtungen (339 895, +2,3 %): Die Tölzer Kurdirektorin Brita Hohenreiter freute sich in der jüngsten Sitzung des Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsausschusses, dass sie erstmals im Ausschuss eine Steigerung habe verkünden dürfen. Es sei ein „herausragendes touristisches Jahr 2018“ gewesen.

Bad Tölz – Obwohl die Hotels Bellaria und Alexandra sowie das Gästehaus Simon weggefallen seien, habe man die Bettenanzahl um 113 auf 2058 steigern können. Zum einen sei erfreulicherweise der „Tölzer Hof“ wieder mit seiner ganzen Bettenanzahl auf dem Markt. Zum anderen gebe es nun das Hostel Jodquellenhof, das die Hälfte der früheren Betten vermiete. Eigenartigerweise waren diese Hostel-Übernachtungen unter Hotels abgebucht, was Jürgen Renner (SPD) verwunderte. Tatsächlich sei der touristische Wert dieser Vermietungen „eher gering“, wie Hohenreiter erklärte. Es handelt sich vornehmlich um Bauarbeiter aus dem Osten, wie auch die Auslandsstatistik belegt. Sie bleiben auch entsprechend lange. Ob dies juristisch legitim ist, dazu wurde in der Satzung nichts gesagt.

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Die Kurdirektorin freute sich vor allem über zwei Häuser, die derzeit groß investieren. Zum einen das Hotel Alpenhof, das derzeit alle Zimmer entkernt und bis Saisonbeginn Anfang April fertig sein will. Zum zweiten saniert die Hotelklinik Eberl ihre Zimmer.

Das wichtigste Fazit der Tölzer Tourismus-Chefin ist aber dennoch: „Wir brauchen mehr Betten.“ Jüngst hätten drei Großveranstaltungen im Kurhaus abgesagt werden müssen, weil die Veranstalter möglichst im selben Haus und nicht in 15 verschiedenen Pensionen untergebracht werden wollten.

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Dass allein die vier Sanatorien Frisia, Buchbergklinik, Beer und Sedlmayr 120 000 Übernachtungen generiert hatten, fand Peter Wiedemann (FWG) erstaunlich. Er bewertete die Tölzer Zahlen aber „nicht so rosarot“ wie die Tourist-Info. Bayern könne touristisch noch ganz andere Erfolge aufweisen, nämlich fast fünfprozentige Steigerungen bei Ankünften und Übernachtungen. „Am Trend gehen wir vorbei.“

Die Kurdirektorin war sichtlich enttäuscht über diese Äußerung. „Wir verkaufen uns immer so schlecht.“ Natürlich habe man seine Probleme, aber diese „Weltuntergangsstimmung“ sei nicht angebracht. „Wir sind ein leistungsstarker Tourismusort.“ Auch Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann zeigte sich, sollte es erst einmal neue Betten geben, zuversichtlich: „Tölz ist eine interessante Destination und wird es bleiben.“

chs

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