Sie sind beliebt und gut besucht: die Tölzer Märkte. Aber sie machen auch ein dickes Minus. Einsparmöglichkeiten werden geprüft.
Bad Tölz – Seit zwei Jahren hat die Tölzer Tourist-Info die Organisation des Christkindl- und Ostermarktes übernommen. In der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses legte nun die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier gesicherte Zahlen aus dem vergangenen Jahr über die Kostenentwicklung vor. Die Bilanz ist ernüchternd. Statt kalkulierten 5100 Euro stand unterm Strich am Ende ein Minus von 76 800 Euro. Kurdirektorin Brita Hohenreiter versuchte, Kritikern vorab den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Dieses Minus hätte auch die Aktiven Tölzer getroffen.“
Frey-Allgaier nannte das Beispiel Hütten. Sie seien relativ alt und lebensmittelhygienisch und elektrotechnisch nicht auf dem nötigen Stand. Statt kalkulierter 10 000 Euro mussten fast 19 000 Euro für den Unterhalt ausgegeben werden. Deutlich teurer sind auch die Kosten für den Aufwand des Städtischen Betriebshofs etwa beim Aufbau der Hütten geworden, weil die Entgelte erhöht wurden. Statt 28 500 waren 41 000 Euro zu berappen.
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Der erhöhte Sicherheitsanspruch bei den Märkten schlug mit 16 200 statt 7500 Euro zu Buche. Zudem sei die ehrenamtliche Arbeit der Aktiven Tölzer durch bezahlte Kräfte aufzufangen gewesen. Auf der Einnahmeseite wurden gleichzeitig bei beiden Märkten statt erwarteter 145 000 Euro nur 122 000 Euro erlöst. Hohenreiter: „Es gibt inzwischen viele Christkindlmärkte.“
Kann man gegensteuern? Frey-Allgaier sah eigentlich nur zwei Stellschrauben, um die Summe zu reduzieren: Weniger Programm oder weniger Marketing. Letztere Kosten waren ebenfalls deutlich gestiegen: von 40 000 auf 57 400 Euro. Angesichts der Markt-Konkurrenz sei Werbung freilich umso wichtiger. Das Rahmenprogramm (etwa Konzerte, Perchtenlauf) hätte Frey-Allgaier am liebsten noch ausgeweitet. Pro Auftritt seien ohnehin durchschnittlich nur 260 Euro bezahlt worden.
Anton Mayer (CSU) hielt die Situation für gar nicht so angespannt. Von den Mehrausgaben sei – etwa beim Betriebshof – viel von der linken in die rechte Tasche gewandert. Karsten Bauer (CSU) lobte die Märkte als „unheimlich wichtig“ für den Handelsstandort. „Diese Investition muss es uns wert sein.“ Über Margot Kirste ließ der nicht anwesende Peter Wiedemann (FWG) ausrichten, dass die Märkte die ideale Kulisse für einen stimmungsvollen Einkauf darstellten.
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Einzig Franz Mayer (Grüne) wollte dieses eklatante Minus nicht ganz so hinnehmen. „In zwei Jahren haben sich die Verhältnisse doch nicht so geändert.“ Er plädierte dafür, Einsparmöglichkeiten beim Marketing auszuloten. „Wir überprüfen das noch einmal“, war der Vorschlag von Bürgermeister Josef Janker, dem alle zustimmten.