VonStephanie Uehleinschließen
Wenn Marinesoldaten Kitas in Oberbayern unterstützen, ist das etwas Außergewöhnliches. In Weilheim kam es dazu kürzlich beim Besuch einer engagierten Marine-Delegation.
Weilheim – Die Besatzung des Minenjagdboots „Weilheim“ hat die Verbindung zu ihrer bayerischen Partnerstadt bekräftigt: Nach einer dreijährigen Corona-Pause verkaufte eine Delegation wieder Glühwein auf dem Christkindlmarkt in der Kreisstadt. Der Erlös - mehr als 4800 Euro - wurde danach zugunsten der Kinderbetreuung vor Ort gespendet. Ein Gegenbesuch im hohen Norden soll wohl 2024 erfolgen.
Die Patenschaft der Stadt Weilheim für das aktive Minenjagdboot „Weilheim“ besteht heuer zwar seit 25 Jahren und es könnte daher eigentlich ein Jubiläum gefeiert werden, wie Hans Stibich, erster Vorsitzender der Marinekameradschaft Weilheim, sagt. Trotzdem werde es in diesem Jahr wohl nicht zum Besuch im Norden kommen. Ein Grund dafür sei, dass das Boot derzeit gar nicht im Einsatz ist, weil es sich zur Überholung in der Pene-Werft in Wolgast befindet und anschließend zum Beispiel Erprobungsfahrten anstehen. Hinzu käme, dass sich der neue „Weilheim“-Kommandant, Maximilian Hirnstein, und die teilweise neue Bootsbesatzung erst noch einarbeiten müssten.
Kapitänleutnant dankte für das sehr gute Patenschaftsverhältnis
Der Kapitänleutnant ist seit Ende September 2022 im Amt, konnte aber „wegen eines wichtigen Lehrgangs“, so Stibich, nicht mit zum Christkindlmarkt nach Weilheim kommen. Er wurde bei diesem Besuch von seinem Stellvertreter, 1. Wachoffizier Kapitänleutnant Moritz Benra, vertreten, der an der Spitze der achtköpfigen Delegation stand. „Bei seiner Rede im Trachtenvereinsheim bedankte sich Kapitänleutnant Benra im Namen der gesamten Besatzung für das sehr gute Patenschaftsverhältnis bei Bürgermeister Markus Loth und der Marinekameradschaft Weilheim“, so Stibich. Auch für die Unterbringung in familiärer Umgebung habe der Offizier gedankt.
Marinekameradschaft im Einsatz auf der alten „Weilheim“
Den Erlös aus dem Glühweinverkauf, 4842 Euro, spendete die Delegation der Marine zu gleichen Teilen an das örtliche Mütter- und Familienzentrum (Müze) und an den neu gegründeten Förderverein für die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen in Weilheim. Das Müze benötige die 2421 Euro dringend für den Spielplatz der Kinderkrippe „Zwergerltreff“, erklärt Stibich.
Im vergangenen Jahr gab es im Rahmen der Bootspatenschaft nicht nur einen Besuch der früheren „Weilheim“-Kommandantin, Beata Król, in der Kreisstadt (wir berichteten): Eine Abordnung der Marinekameradschaft hatte zuvor bereits eine der letzten Fahrten der „Weilheim“ vor ihrem Werft-Aufenthalt begleitet. Zudem war eine Delegation aus Weilheim bei der Einsetzung des neuen Kommandanten in Kiel dabei.
Und dann kümmerte sich eine Gruppe der Marinekameradschaft auch noch um das frühere Patenboot der Stadt Weilheim, das sich seit 1998 im Marinemuseum in Wilhelmshaven befindet. Sie half im August eine Woche lang bei der Instandhaltung der alten „Weilheim“ (ebenfalls ein Minenjagdboot). Unter anderem wurde von ihr das Geschütz gereinigt, abgeschliffen, ausgebessert und neu lackiert.

