VonChristian Masengarbschließen
In Miesbach werden am Freitag wieder Schüler für das Klima demonstrieren. Diesmal werden beim Fridays for Future auch ein Schulleiter und der Landrat mitlaufen.
Miesbach – Es ist eine der größten Protestaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik. Morgen demonstriert die Bewegung Fridays for Future in 500 Orten in Deutschland für mehr Klimaschutz. Auch in Miesbach werden wieder Schüler auf die Straße gehen – und auch hier soll es die größte Demo dieser Art werden. In unserem Gespräch erklärt Organisatorin Lea Gleffe, warum dabei auch Erwachsene mit den Schülern marschieren werden und warum sie mit viermal so vielen Teilnehmern rechnet, wie bei der ersten Demo.
Frau Gleffe, Sie sind auch bei der ersten Fridays-for-Future-Demo mitgelaufen. Was wird morgen anders?
Einiges. Es wird zwei Protestzüge geben. Einer läuft am Campus zwischen Realschule und Gymnasium los, einer zeitgleich an der Grund- und Mittelschule. Sie treffen sich am Stadtplatz und ziehen weiter zum Rathaus, wo die Kundgebung stattfindet. Außerdem demonstrieren wir dieses Mal nach der Schule. Um 13 Uhr geht’s los.
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Fridays for Future: Morgen neue Demo in Miesbach – Landrat und Schulleiter machen mit
Wollen Sie das Schulschwänz-Argument umgehen?
Nein. Wir wollen, dass alle Schüler mitmachen können. Außerdem rufen wir dieses Mal zum Generationenstreik auf. Menschen aller Altersklassen können in der Mittagspause vorbei kommen und uns unterstützen – Eltern, Lehrer und jeder, der sonst Lust hat.
Rechnen Sie also mit mehr Teilnehmern? Beim letzten Mal waren es rund 80.
Ja. Wir hoffen, dass es morgen mindestens 300 werden. Unter anderem haben bereits der Schulleiter des Miesbacher Gymnasiums, Rainer Dlugosch, und Landrat Wolfgang Rzehak angekündigt, dass sie mitlaufen. Und auch andere Erwachsene haben mich gefragt, ob sie mitmachen können. Durch die Aufmerksamkeit in der Zeitung und weil wir an den Schulen Werbung machen durften, hoffe ich außerdem auf viele, die spontan vorbei kommen.
Landrat Wolfgang Rzehak hat auch auf Facebook für die Veranstaltung geworben.
Das wusste ich gar nicht. Das freut mich natürlich.
Haben Sie Angst, dass die Politiker den Schülern das Thema wegnehmen?
Nein. Wir achten darauf, dass es eine Schüler-Demo bleibt. Es werden zum Beispiel nur Schüler Reden halten. Natürlich haben uns auch einige Politiker gefragt, ob wir noch jemanden brauchen, der etwas sagt. Aber das haben wir abgelehnt. Und wir haben die Teilnehmer gebeten, keine Parteiflaggen mitzunehmen. Es geht um den Klimaschutz, nicht um Parteipolitik.
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Sie selbst sind Vorsitzende der Grünen Jugend Miesbach, ihr Mitorganisator Tim Siebeneicher ist Sprecher der Jusos Miesbach.
Stimmt. Aber Fridays for Future ist keine Parteiveranstaltung. Tim und ich haben zusammen mit zwei weiteren Organisatoren die Idee ins Leben gerufen. Zusammen haben wir die Umwelt AG am Gymnasium angesprochen, deren Mitglieder sofort dabei waren. Sie haben uns bei der Planung und Werbung unterstützt, zum Beispiel Flyer verteilt. Auch die Schulleiter waren sehr offen. Wir sind also sogar breiter aufgestellt als bei der ersten Demo.
Haben Sie damals denn etwas erreicht?
Ich denke, ja. In Miesbach haben wir auf das Thema aufmerksam gemacht. Die Menschen sprechen jetzt darüber, dass etwas gemacht werden muss. Auch weltweit hat sich einiges getan. Noch nicht genug, aber wir sind auf einem guten Weg. Morgen wollen wir dazu beitragen, dass es so weiter geht.

