VonDieter Dorbyschließen
Weil Kinderbetreuungsplätze fehlen und die Zeit drängt, könnte die derzeit leer stehende Gaststätte des Waitzinger Bräu als Kita dienen - eine problematische Idee.
Da Kinderbetreuungsplätze fehlen und die Zeit drängt, kam bei der Bürgerversammlung in Miesbach auch die Idee auf, Kinder in der derzeit leer stehenden Gaststätte des Waitzinger Bräu unterzubringen. Für Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) ein überlegenswerter Ansatz. Mit Eigentümer Korbinian Kohler habe sie bereits geredet – „von seiner Seite her ist das vorstellbar“, berichtete sie nun im Stadtrat.
Bei den Mitgliedern kam dieser Vorstoß aber nicht so gut an. Der Grund: Das Verfahren für eine Veränderungssperre, das verhindern soll, dass die Traditionswirtschaft künftig für soziale Einrichtungen genutzt werden soll, steht kurz vor dem Start – vom Stadtrat erst vor vier Wochen auf den Weg gebracht. Im Gespräch war dort eine Kontakt- und Begegnungsstätte für Suchtkranke und -gefährdete. Der Stadtrat will dies verhindern, weil reizarme Schaufenster, niedrige Kundenfrequenz oder Wohnungen im Erdgeschoss nicht die dringend benötigte Belebung des Stadtplatzes leisten könnten.
Manfred Burger (Grüne) reagierte empört: „Wir führen uns ja selbst ad absurdum, das eine Sitzung später zuzulassen, weil es uns jetzt in den Kram passt.“ Zumal die dort umzubauenden Räume nur so lange benötigt werden, bis das Kloster umgebaut und bezugsfertig ist. Dann wäre der Waitzinger Bräu wieder leer, würde aber keine Wirtschaft mehr werden. Der Stadtrat sprach sich deshalb dafür aus, an der Veränderungssperre festzuhalten. Nur Pongratz und Markus Seemüller (FWG) stimmten dafür – ganz nebenbei das wohl erste Mal, dass die Bürgermeisterin und ihr Dauerkritiker allein und gemeinsam auf einer Seite stehen.
ddy
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