VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Ministerpräsident Markus Söder machte sich am Dienstagnachmittag ein Bild von den Hagelschäden in Benediktbeuern. Wichtigste Botschaft: „Wir lassen die Region nicht allein.“
Benediktbeuern – Erste Station für Ministerpräsident Markus Söder ist am Dienstagnachmittag die Schule am Ortsrand von Benediktbeuern. Bichls Bürgermeister Benedikt Pössenbacher hatte nach dem Hagelunwetter am Samstag dafür gesorgt, dass die komplett beschädigte Westseite abgedichtet wurde, damit zumindest kein weiteres Wasser in die Klassenzimmer eindringen konnte. Schulleiter Peter Mückstein zeigt Söder Bilder vom Inneren des Schulhauses, von zerborstenen Scheiben und Glassplittern im Gebäude. Er hatte aber auch Schönes zu berichten: „Am Montag haben viele unserer ehemaligen Neuntklässler angerufen und angefangen, die Außenanlagen wieder herzurichten.“ Auch Pössenbacher hat gute Nachrichten: „Wir haben die Fenster am Montag bestellt, und am Mittwoch werden sie aus Bamberg geliefert.“
In Benediktbeuern ist „eigentlich jedes Haus betroffen“
Ansonsten bekommt Söder einen kurzen Überblick über das ganze Ausmaß der Schäden, die der Hagel hinterlassen hat. 500 beschädigte Gebäude gebe es in Bichl, sagt Pössenbacher. „250 davon sind extrem beschädigt.“ Das Gute sei, „dass das ganze Dorf zusammenhält“. Den Zusammenhalt und die Leistung der Einsatzkräfte lobt auch Kochels Bürgermeister Thomas Holz. „Es ist Wahnsinn, was die geleistet haben.“ In Benediktbeuern, ergänzt Rathauschef Anton Ortlieb, „ist eigentlich jedes Haus betroffen“. Das Positive sei, dass „mittlerweile viele Dächer weiß sind. Das heißt, es ist kein Mus mehr drauf, sondern eine Plane“. Dennoch seien die Schäden „bestürzend“, sagt Ortlieb. Die Hagelkörner seien zum Teil wie Geschosse horizontal in den Gebäuden eingeschlagen.
Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Bad-Tölz-Newsletter.
Bilder mit dem zerstörten Basilikadach im Hintergrund
Landrat Josef Niedermaier nimmt Söder dann in seinem Auto mit zu einer kurzen Fahrt durchs Dorf zum Kloster. Dabei bekommt Söder einen Eindruck, wie groß die Schäden tatsächlich sind. „Das schaut schon ziemlich wüst aus“, sagt er und blickt auf das Dach der Basilika, über das gerade eine weitere Plane gezogen wird. Weil er um die Macht der Bilder weiß und einige Kamerateams gekommen sind, bittet er seine Gesprächspartner dann, sich umzudrehen – so werden die Fernsehbilder, die später zu sehen sein werden, ihn mit dem zerstörten Basilikadach im Hintergrund zeigen.
Ministerrat beschließt Hilfen für Härtefälle und Kommunen
„Wir werden auf jeden Fall mithelfen. Wir lassen die Region nicht allein“, verspricht Söder. Schon am Morgen habe der Ministerrat beschlossen, dass auch die Opfer von Hagelkatastrophen, die keine Versicherung haben und in ihrer Existenz bedroht sind, Notstandsbeihilfen aus dem Härtefonds beantragen können. Auch steuerliche Erleichterungen wie zinslose Stundungen oder Minderung von Steuervorauszahlungen für die Betroffenen sind vorgesehen. Zudem wird das Förderprogramm zur Wiederherstellung kommunaler Infrastruktur ausgebaut. Generell kann man die Zusicherung, den Gemeinden zu helfen, aus Söders Worten heraushören. „In einem vernünftigen Rahmen bekommen wir das hin“, sagt er. Und man werde schnell helfen.
Ministerpräsident dankt den Einsatzkräften
Söder nutzt seinen Besuch im Klosterdorf aber auch dazu, um den Einsatzkräften zu danken. Für die Betroffenen sei es auch „emotional wichtig“ jemanden an ihrer Seite zu wissen. Ein „solch schlimmes Ereignis“ wie das Hagelunwetter am Samstag löse bei vielen auch Angst aus. Daher sei es umso wichtiger, dass ein Dorf zusammenhalte. Das tue Benediktbeuern auf jeden Fall. „Dorf und Kloster, wir sind eins“, sagt Ortlieb. „Wir fühlen uns verbunden miteinander und helfen zusammen.“ Dieses Miteinander betonte auch noch einmal Kreisbrandrat Erich Zengerle. „Es gibt hier wirklich ein extremes Miteinander.“
Bitte des Landrats, Asylunterkunft zu verschieben
Landrat Niedermaier nutzte die Gunst der Stunde, um eine Bitte „auch im Namen der Bürgermeister“ an Söder los zu werden. Neben dem Kloster sei eine Asylunterkunft geplant. Vielleicht könne man das Projekt strecken, und das auch bei der Zuweisung von Flüchtlingen berücksichtigen. „Denn das jetzt auch noch zu stemmen, ist schwierig für die Gemeinde“, sagte Niedermaier. Die Antwort darauf blieb offen.
Noch mehr aktuelle Nachrichten aus der Region rund um finden Sie auf bei Merkur.de/Bad Tölz.

