Feuerwehren

Nach dem Hagel-Unwetter in Benediktbeuern: „Haben heute gut was weggearbeitet“

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Seit Samstag sichern die Einsatzkräfte Dächer in Benediktbeuern.
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  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    Veronika Ahn-Tauchnitz
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In Benediktbeuern laufen auch zwei Tage nach dem Hagel-Unwetter unzählige Einsätze. Rund 500 Kräfte der Feuerwehr sind vor Ort. Der Dauerregen macht die Lage nicht einfacher.

Update 28. August, 18.05 Uhr:

Insgesamt gab es heute rund 140 zusätzliche Einsätze für die Feuerwehren in Benediktbeuern zu bewältigen, sagt Kreisbrandrat Erich Zengerle am Abend. Dank der großen Unterstützung sei es aber gelungen, „gut was wegzuarbeiten“. Außer aus den Feuerwehren gab es auch Unterstützung von THW und 25 Beamten der der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei, die sich um die Sicherung der Dächer am Kloster kümmerten.  Andere Einsatzkräfte sorgten für Nachschub bei den Sandsäcken. Zu Sicherungen der Dachfolien seien „die wirklich hilfreich“. Auch am Dienstag werden rund 500 Einsatzkräfte im Klosterdorf weiterarbeiten.

Update vom 28. August, 12.28 Uhr:

Auch im Zentrum für Trachtengewand des Bezirks Oberbayern, untergebracht im Maierhof des Klosters, sind die Schäden massiv, wie eine Sprecherin des Bezirks auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Alle Exponate, also Tausende Kleidungsstücke und die ganze Bibliothek, müssen ausgelagert werden. Sie kommen ins Archiv des Freilichtmuseums Glentleiten. Dort laufen gerade die Vorbereitungen für die Unterbringung der Exponate aus Benediktbeuern.

Meldung vom 28. August, 11 Uhr:

Benedikbeuern - Seit der Nacht regnet es unablässig. Bis zu 100 Liter pro Quadratmeter könnten laut Wetterwarnung des DWD in Benediktbeuern zusammenkommen. Im Klosterdorf, das der Hagelschlag vom Samstag am schwersten getroffen hat, ist die Lage angespannt. „Seit Sonntag sind noch einmal 50 neue Einsätze dazugekommen“, sagt Kreisbrandrat Erich Zengerle, der die Einsatzleitung im Klosterdorf übernommen hat. Am Wochenende waren es bereits 238 Einsätze in Benediktbeuern, über 150 davon waren am Sonntagnachmittag noch offen.

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Weitere Sichtungsteams im Einsatz: Schäden sind gewaltig

„Wir versuchen, die Einsätze mit Hochdruck abzuarbeiten“, sagt Zengerle. Man gehe aber davon aus, dass man auch an diesem Montag nicht alles schaffen werde. Die Schäden sind gewaltig. Etwa 80 Prozent der Gebäude sind betroffen, 60 Prozent davon schwer. Dächer liegen in Trümmern, Fenster sind zerstört, Wasser dringt in Gebäude ein. Besonders hart getroffen hat es das Kloster. Auch an diesem Montag seien wieder Sichtungsteams unterwegs, die eine Priorisierung der Einsätze vornehmen, damit man wisse, wo am schnellsten Hilfe geleistet werden müsse, sagt Zengerle. In diesen Teams sind auch Bausachverständige wie Architekten oder Bauingenieure im Einsatz. Noch am Samstag wurden 45 Notdächer geliefert, 18 davon waren am Sonntagnachmittag bereits eingebaut.

Auch im Gewerbegebiet Pessenbach waren die Einsatzkräfte vor Ort.

Bis zu 500 Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis und dem Kreis München vor Ort

Etwa 400 bis 500 Kräfte aus den Landkreis-Feuerwehren und aus dem Landkreis München arbeiten derzeit in Benediktbeuern. Das sich noch einmal etwa 100 mehr als Vortag. Mit Blick auf den Dauerregen, der bis Dienstagabend anhalten könnte, wurde in Bad Tölz noch am Sonntagabend die Sandsack-Füllanlage in Betrieb genommen. Die sieben Feuerwehr aus der Gemeinde Egling füllten bis 23 Uhr 3000 Sandsäcke. Die werden einmal gebraucht, um Folien auf den kaputten Dächern zu sichern. Zum anderen wolle man vorbereitet sein, wenn Bäche drohen, über die Ufer zu treten, sagt Zengerle.

In Arzbach, Lenggries und Kochel hat sich die Lage etwas beruhigt

Die guten Nachrichten sind, dass im Bereich von Arzbach, Lenggries und Kochel die meisten Dächer soweit notdürftig repariert sind, dass hier der große Feuerwehreinsatz beendet werden konnte, wie Stefan Kießkalt, Sprecher der Kreisbrandinspektion berichtet. Nur vereinzelt komme es dort noch zu Einsätzen der Feuerwehren. In Benediktbeuern dagegen sei ein Ende der Einsätze nicht absehbar.

Info: Die Gemeinde Benediktbeuern hat auf ihrer Homepage eine Liste mit Handwerkern veröffentlicht, die bei Hagelschäden helfen. Diese wird laufend erweitert.

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